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Dialog Nr. 29, Oktober 2016

Musik liegt in der Luft
Interview. Der blinde Berufsmusiker Alexander Wyssmann räumt auf mit der Vorstellung, dass Blindheit einschränkt. Seite ...

Es war einmal ... Die SBS hat Märchen wahr werden lassen. Ein Blick hinter die Kulissen von unserem Tag der offenen Tür 2016. Seite ...

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

«Life is a song.»

Dieses Graffiti habe ich kürzlich auf einer Hausmauer entdeckt. Tatsächlich sind wir das ganze Leben von Musik umgeben. Schon Embryos im Mutterleib reagieren auf Töne. Seit der Kindheit geniessen wir es, gemeinsam zu singen, auf Instrumenten zu spielen und uns tanzend zu bewegen.

Musizieren hat für die meisten Menschen eine grosse Bedeutung. Es fördert die geistige und soziale Entwicklung, mobilisiert das Gehirn und produziert Glückshormone. Musik verändert den Herzschlag, den Blutdruck, die Atemfrequenz und die Muskelspannung. Deshalb wird Musik auch als therapeutisches Hilfsmittel eingesetzt. In Heimen gehört gemeinsames Singen zum Standardprogramm. Es wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch auf das Heimklima aus. Dank mobiler Technologie begleitet uns unser persönlicher Musikgeschmack: auf dem Schul- und Arbeitsweg, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Auto und im Stau, auf Reisen, in der Freizeitanlage und sogar in der Natur!

Für blinde Menschen ist Musik von noch grösserer Bedeutung. Sei es, um einfach Musik zu hören und zu geniessen, sei es um selbst aktiv zu musizieren, vielfach sogar als Berufsmusiker. Diesen Weg hat Alexander Wyssmann eingeschlagen. Im Interview ab Seite 4 erzählt er, wie wichtig für ihn die musikalische Kommunikation mit anderen Musikern und dem Publikum ist.

Um blinde und sehbehinderte Berufs- und Hobbymusiker optimal zu unterstützen, hat sich die SBS seit langem darauf spezialisiert, Musiknoten in Braille-Schrift umzuschreiben und auszuleihen. Wie das genau funktioniert, erklären wir Ihnen im Lexikon auf Seite 10.

In der vorliegenden Ausgabe von »dialog« erfahren Sie auch, wie die SBS-Mitarbeitenden am Tag der offenen Tür 2016 ihre Arbeit vorgestellt haben, einige von ihnen in märchenhafter Verkleidung und mit musikalischen Einlagen.

Ich wünsche Ihnen unterhaltsame Lektüre und einen Alltag voller musikalischer Wohlklänge!

Herzlich

Ihr Daniel Kunz, stv. Geschäftsführer SBS

PS. Die neu gestaltete Website www.sbs.ch informiert vertieft über das Thema Braille-Musiknoten. Besuchen Sie uns am Tag der offenen Tür 2017 oder schon vorher im Netz!

Interview

Im Dialog mit Alexander Wyssmann

Alexander Wyssmann ist Musiker. Sein Klavierstudium hat er an der Haute École de Musique HEM in Lausanne absolviert.

Bei Projekten mit Tanz, Theater und bildender Kunst arbeitet er szenenübergreifend mit – und er ist blind.

Alexander Wyssmann, wie sind Sie erblindet?

In der Rekrutenschule, als ich 20 Jahre alt war. Eine Drittperson hat einen Sprengsatz ausgelöst, den ich in Händen hielt.

Sehen sie noch etwas?

In den ersten sechs Monaten nach dem Unfall konnte ich auf einem Auge noch zwischen acht und zwölf Prozent sehen. Dieser Zustand hat sich dann laufend verschlechtert. Fünf Jahre nach dem Unfall konnte ich nicht mehr in Schwarzschrift arbeiten. Aktuell kann ich in der Nacht wahrnehmen, ob bei mir zu Hause Licht brennt oder nicht. Figuren und Formen kann ich schon lange nicht mehr wahrnehmen.

Ihr Sehvermögen haben Sie durch den Unfall verloren. Wie sind Sie damals damit umgegangen und wie haben Sie gelernt, Ihr Leben blind zu meistern?

Als junger Mann konnte ich mir nicht vorstellen, dass mein Leben wegen der Erblindung nicht weitergehen sollte. Ich akzeptierte die Sehbehinderung relativ schnell. Zu Beginn war es natürlich schwierig, da ich mich oft überforderte und meine Mutter aus Angst eher überbehütend war. Ich befreite mich damals aus ihrer Obhut und begann »draussen« meine Erfahrungen zu machen. Während fünf Jahren lernte ich, mit meiner Sehbehinderung zurechtzukommen, mit dem Blindenstock umzugehen, die Punktschrift zu lesen und mich als Blinder in der Gesellschaft zu bewegen. Rückblickend empfinde ich meinen Umgang mit der Erblindung als stimmig.

Das grosse »Aha-Erlebnis« hatte ich zwei Jahre nach dem Unfall bei einem Psychologen. Er zeigte mir auf, dass eine Behinderung nicht Mangel bedeutet und darum auch nicht unter diesem Etikett thematisiert werden muss. Jedes Individuum ist einzigartig und das ist eigentlich schon alles ...

Von diesem Moment an konnte ich alles tun, worauf ich Lust hatte und das ist immer noch so. Ich bin so frei, dass ich oft vergesse, dass ich blind bin oder vielleicht anders gesagt, dass ich anders bin als die anderen.

Sie haben später die Ausbildung zum Lehrer gemacht und dabei Ihre musikalische Leidenschaft professionell eingesetzt. Haben Sie auch als Lehrer gearbeitet?

Ja, meine erste Anstellung hatte ich als Chorleiter an der Sprachheilschule in der Matte in Bern. Dort habe ich entdeckt, dass ich meine musikalischen Kenntnisse gerne vertiefen möchte. Seither habe ich immer wieder als Lehrer gearbeitet, meist an der Regelschule und seit 2008 an der Blindenschule in Zollikofen. Damals war ich mit meinem Studium an der Haute École de Musique HEM in Lausanne fast fertig und wollte Geld verdienen. Zufälligerweise suchte die Blindenschule in Zollikofen jemanden. Da Zollikofen eine Sonderschule ist, habe ich dann noch Heilpädagogik studiert. Damit war auch mein Broterwerb gesichert.

Erzählen Sie uns mehr von der Zeit als Lehrer?

An den Regelschulen bzw. in Klassen waren meine Engagements sehr unterschiedlich. Bei Stellvertretungen hatte ich meist einen »Exotenbonus«. Bis die Lernenden dann bemerkten, dass ich gar nicht exotisch bin, war die Stellvertretung schon vorbei. Bei längeren Anstellungen kam es darauf an, was und wieviel ich unterrichten durfte. Bei einer Anstellung als Gesangslehrer war es recht schwierig, ich hätte Polizist spielen müssen, aber ich sehe ja nichts. Hier an der Blindenschule habe ich auch schon vieles erlebt. Aktuell unterrichte ich vor allem Musik, was mir ausserordentlich viel Freude bereitet.

Wie haben Sie Arbeiten oder Geschriebenes auf der Wandtafel korrigiert?

Da hilft mir Computertechnologie. Handgeschriebenes muss von den Schülern auf einen Tonträger aufgelesen werden, was zusätzlich eine gute Übung darstellt. Beim Lesen werden einem viele Fehler von alleine bewusst.

Mit Hilfe eines Scanners auf meinem Handy kann ich die Texte, die ich benötige, meistens erfassen und mir zugänglich machen. Lediglich Handgeschriebenes lässt sich nicht einscannen.

Wie sind Sie mit »aufmüpfigen« Schülern umgegangen? Wie haben Sie diese als Störenfriede identifizieren können?

Natürlich über das Gehör und auch durch geschickte taktische Massnahmen. Der wirkungsvolle Umgang bei schwierigen Lernenden hängt stark vom Setting ab. Und ob diese Lernenden ihren Bedürfnissen entsprechend unterstützt werden können. Im Umfeld, in dem ich bisher gearbeitet habe, ist es mir meist gelungen, die Bedürfnisse der Lernenden abzudecken. Ein Schuljahr empfand ich als sehr schwierig, denn die Klasse war zu gross und die Zusammensetzung sehr ungünstig. Das hat mich damals ziemlich geschlaucht.

Sie haben in der Jazzschule mit dem ebenfalls blinden Moncef Genoud zusammengearbeitet. Welche Erfahrungen konnte er Ihnen bezüglich Musik, aber auch bezüglich Blindheit weitergeben?

Moncef Genoud hat mich darin bestärkt, mein Gehör bestmöglich zu schulen. Wichtig war und ist es immer noch, mit anderen Musikern und dem Publikum musikalisch zu kommunizieren. Moncef Genoud lehrte mich, beim Spielen absolut präsent und aufmerksam zu sein. Ich war noch nie in Amerika, aber man hat mir erzählt, dass die Künstler dort einfach alles geben ohne sich Gedanken zu machen was passiert. Moncef hat diese Art, er ist impulsiv, präsent, lebendig und humorvoll. Von seiner Persönlichkeit konnte ich vieles lernen.

Wie spielen Sie neue Stücke am Klavier ein? Nehmen Sie zu Beginn Braille-Noten und lernen diese dann auswendig?

Das kommt auf mein Zeitbudget an. Wenn ich unter Zeitdruck stehe, dann höre ich meistens. Bevorzugt lese ich die Akkorde in Braille, auch Details und schwierige Stellen lese ich, das ist am genausten. Das geht natürlich nur, wenn Braille-Noten verfügbar sind ...

Können Sie uns erklären, wie Sie beispielsweise Piano spielen und gleichzeitig die Musiknoten lesen?

Das geht nicht, ich lerne die Stücke auswendig. Die Melodie lese ich mit der linken Hand und spiele sie mit der rechten, dann lese ich die Akkorde und dann arrangiere ich alles nach meinem Gusto.

Wann stellten Sie fest, dass Sie Musiker werden wollten?

Den inneren Drang spürte ich schon lange. Aber erst nach dem Abschluss des Lehrerseminars, habe ich es gewagt, diesem nachzugeben. Oft habe ich gesagt, ich hätte eigentlich direkt nach meinem Militärunfall Musik studieren können, aber das hätte ich mir damals nicht zugetraut.

Können Sie von der Musik leben oder müssen Sie noch einen weiteren Beruf ausüben?

Ich betrachte mich als Glückspilz. Ich habe einen Master in Performance und Heilpädagogik, eine gute Ausbildung. Als Lehrperson verdiene ich recht gut. Die Gagen aus Konzerten sind sozusagen ein Zustupf. Gleichzeitig stützt mich die Militärversicherung, wenn mein Einkommen tief ist. Ich beklage mich nicht, auch wenn ich von Privatunterricht und Konzerttätigkeit nicht leben könnte.

Sie erwähnen auf Ihrer Homepage, dass Ihre Blindheit nichts über die musikalische Qualität aussagt, aber dennoch in der Komposition spürbar sei. Wie meinen Sie das genau?

Ich gehe davon aus, dass ich durch meine über 20-jährige Blindheit eine andere Bilderwelt erlebe als Sehende. Sicherlich ist die Intensität und Klarheit meiner Bilder stärker ausgeprägt, vor allem weil diese Bilder von der Realität und von Unnötigem losgelöst sind. Für die musikalische Umsetzung ist das natürlich ideal. Als Sehender ist mir nie aufgefallen, dass ab Mitte August das Licht viel weicher wird, das »Herbstlicht« mehr in Richtung Orange oder Löwenzahngelb geht. Daraus entstand die Komposition »Automne«, welche den Arbeitstitel »Herbstlicht« trug.

Wie orientieren Sie sich im Alltag? Welche Hilfsmittel unterstützen Sie dabei?

Ich habe natürlich einen Blindenführhund, Socrates, und dann all diesen elektronischen Kram wie iPhone, Mac, sprechende Waage etc. Mein iPhone kann bis auf Kochen und Putzen fast alles. Alles, was über ein Smartphone oder mit einem Computer gemacht werden kann, ist mir seit VoiceOver und Jaws möglich. Die Programme werden immer besser. Ich koche und putze selber, aber das fällt mir auch nicht sehr schwer. Die Erledigung der Post bereitet mir noch Mühe, aber meine Partnerin Lisa hilft mir dabei und hat diesen Bereich so organisiert, dass vieles von selbst geht.

Pflegen Sie ein spezielles Morgenritual?

Da ich nicht gerne früh aufstehe, liebe ich es, den ersten Kaffee im Bett mit meiner Liebsten zu trinken – sofern ich mir dafür Zeit nehmen kann. Es ist mir ein Gräuel, mich direkt vom Bett ins Tagesgeschehen zu stürzen. Wenn ich es gemütlich angehe, kommen mir meist schon am Vormittag viele Ideen, die ich bei genügend Zeit auch umsetze.

Und wie geniessen Sie Ihre freie Zeit?

Ich bin ein körperlicher Mensch und brauche zum Ausgleich viel Bewegung. Regelmässig renne ich mit meinem Hund durch die Wälder, klettere gerne, fahre Tandem, Snowboard und mache gerne Skitouren. Im Sommer geniesse ich es an der Aare in Bern oder wenn möglich irgendwo am Meer. Da ich auch gerne unbekannte Gegenden entdecke, gehe ich oft mit meinem Hund alleine auf Erkundungstour. Ich bin gern in den Bergen oder in Paris, der Heimatstadt meiner Ex-Frau.

Lesen Sie gerne? Hören oder lesen Sie Bücher lieber?

Ich lese sehr gerne. In Brailleschrift lese ich vorwiegend anspruchsvolle Texte und jene in Fremdsprachen oder zu Korrekturzwecken. In der Freizeit höre ich mir Bücher vorwiegend an, sei es als Hörbuch oder E-Book. Besonders faszinieren mich historische Romane, Philosophie und Bücher, die sich mit dem 20. Jahrhundert und der heutigen Zeit befassen.

Was tun Sie, ausser Bücher zu lesen, um sich zu entspannen?

Joggen finde ich sehr entspannend oder einsame Spaziergänge über's Land, durch Wälder und Hügel. Ich mache viele Übungen für meinen Rücken, Dehnübungen oder Yoga, dazu höre ich dann ein Hörbuch. Manchmal übe ich Techniken am Piano und höre mir dazu ein Hörbuch an. Die Feldenkrais-Methode und die Pianotechnik bewirken einen ruhigen Geist, was mich sehr entspannt.

Was macht Sie glücklich?

Meine Lieben und mein Leben. Ein Freund besitzt eine Postkarte mit dem Motto »Lebe schnell und gefährlich«. Der Spruch hat etwas, allerdings nicht im Sinne von Risiko oder Adrenalin, eher mit Blick auf das unendliche Abenteuer, etwas Neues zu entdecken. Wenn ich in unserem Trio Klavier spiele, dann ist das für mich ebenso intensiv wie das Erklettern einer schwierigen Wand im Klettergarten. Glück findet im Kopf statt! Wenn wir zusammen spielen und ich während einer Improvisation eine spontane Idee umsetzen will und meine beiden Mitspieler diese sofort umsetzen, dann macht sich ein grosses Glücksgefühl breit. Das entspricht dem Gefühl, etwas riskiert zu haben und dabei die anderen gefunden und mit ihnen zusammen etwas erreicht zu haben. Das ist einfach toll! Das bezeichne Ich als Glück!

Hand aufs Herz: Bemerken Sie einen Unterschied im Umgang mit sehenden und blinden Freunden?

Nicht wirklich, aber ich habe nicht sehr viele blinde Freunde. Wenn man unterwegs ist, gestaltet sich dies mit Blinden etwas anders als mit Sehenden, in Gesellschaft von Blinden werde ich zum Beispiel nicht darauf hingewiesen, dass ich vergessen habe, Licht zu machen.

Was möchten Sie uns bzw. den Leserinnen und Lesern des »dialog« am Ende des Interviews noch sagen?

Lebe schnell und gefährlich. Tue alles immer ganz, mit allen Sinnen so gut du kannst. Geniesse jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde mit all deinen Sinnen. Lass nicht die andern entscheiden, was gut für dich ist. Bei den Genüssen lebe nach den Regeln der Epikureer.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Christine Schenk

Steckbrief
  • Name: Alexander Wyssmann
  • Alter: 47 Jahre
  • Beruf: Jazzpianist, Heilpädagoge
  • Hobbys: Joggen, Wandern, Snowboard fahren, Skitouren, Klettern, Tandem fahren, Schwimmen in der Aare, Bodysurfen, Lesen, Musizieren

Tag der offenen Tür

Märchen wahr werden lassen – für einen Tag in Zürich

Jahr für Jahr veranstaltet die SBS einen Tag der offenen Tür. Wir begrüssen dann bei uns in Zürich Spenderinnen und Spender, Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer sowie interessierte Familien und Freunde. Am 25. Juni 2016 fand der diesjährige Tag der offenen Tür unter dem Motto: »Es war einmal ...« statt. Doch bevor es soweit war, gab es in der SBS viel zu tun – ein märchenhafter Rückblick.

Januar 2016.

Ein Motto für den kommenden Tag der offenen Tür muss gefunden werden. Aber welches? Reisen, Sinne, Spiele – alle diese Themen haben wir in vergangenen Jahren bereits verwendet. Also haben wir in die Märchenkiste gegriffen. Wir wissen, dass die Märchenbücher der SBS sich seit 1960 Jahr für Jahr grosser Beliebtheit erfreuen. So weit, so gut, doch nur »Märchen« ist als Motto etwas einfach. Schöner und spannender klingt »Es war einmal ...«. So fangen die meisten Märchenerzählungen auch an. Und damit steht das Motto fest.

Februar 2016.

Das Motto alleine macht aber noch kein Programm. Wie holen wir die Märchenwelt in unsere Bibliothek und präsentieren gleichzeitig unseren Arbeitsalltag? Das Programm muss sich für blinde und sehbehinderte Personen, aber auch für andere Gäste eignen. Erste Vorschläge treffen ein: Lesungen aus Tausendundeiner Nacht mit Sprecherinnen und Sprechern unseres Hörbuchstudios; Gastreferentin Yvonn Scherrer liest aus einem Blindenschriftbuch Märchen vor; ein Wettbewerb mit verschiedenen Mitmach-Stationen und passend zum Motto: verkleidete SBS-Mitarbeitende, Schmink- und Bastelecke für Kinder, Musikeinlagen und vieles mehr – Ideen genug für ein abwechslungsreiches Programm. Wir nehmen die ersten Detailabklärungen in Angriff.

März 2016.

Im Blindenwesen gibt es Angebote, die wir am Anlass unbedingt präsentieren wollen. So etwa das Erlebnismobil der Christoffel Blindenmission, das sehenden Personen einen Einblick in die Welt von Sehbehinderten gibt. Dann auch die Blindenführhundeschule Allschwil mit ihren professionell ausgebildeten und schlauen Hunden. Oder die neuesten Angebote im Hilfsmittelbereich, präsentiert durch Fachberaterinnen und Fachberater.

Alle angefragten Personen und Organisationen sagen zu und sind am 25. Juni in Zürich mit dabei.

April 2016.

Unser Anlass nimmt konkret Form an: Auf der SBS-Website, in der Gönnerzeitschrift »dialog« und in den Katalogen unserer Bibliothek weisen wir auf den Tag der offenen Tür hin.

Wichtig wird am Tag der offenen Tür die Aufgabenverteilung sein. 80 Festangestellte der SBS sehen wir für einen Einsatz vor. Wer bedient den Grill gekonnt? Wer hilft beim Aufbau mit? Welche Sprecherinnen und Sprecher des Hörbuchstudio-Ensembles lesen die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht vor? Stimmen die zeitlichen Abläufe? Gibt es Engpässe?

Die Mitarbeitenden, die sich märchenhaft verkleiden möchten, benötigen ein Kostüm. Einige haben ein solches im eigenen Fundus. Die anderen können auf die Unterstützung von Da Vitti, Kostümverleih fasue und Deho Kostümverleih zählen. Das Rätselraten unter den Mitarbeitenden beginnt: Wer wird sich am Tag der offenen Tür verkleiden – und vor allem: als was?

Mai 2016.

Eine Märchenwelt ohne stimmige Dekoration gibt es nicht. Zum Glück hilft uns die Märli-MusicalTheater AG tatkräftig aus. Aus deren Lager dürfen wir für den Tag der offenen Tür viele Requisiten ausleihen.

Juni 2016.

Die Einladungskarten in Druckschrift mit Blindenschriftprägung werden verteilt und verschickt. Das vollständige Programm, das wir im Vorfeld gefühlte hundertmal angepasst haben, liegt nun druckfertig vor. Für unsere seh- und lesebehinderten Besucherinnen und Besucher stellen wir das Programm in Blindenschrift und als Grossdruck her.

22. bis 24. Juni 2016.

Die letzten Vorbereitungen beginnen: alle Beteiligten aktuell informieren, Aufbau starten, Kontrollgänge durchs Haus veranlassen, auf schönes Wetter hoffen – durchatmen.

25. Juni 2016.

Tag der offenen Tür in der SBS! Endlich ist es soweit!

Besuchen Sie uns an unserem nächsten Tag der offenen Tür: Schicken Sie uns eine E-Mail an info@sbs.ch mit Betreff »Tag der offenen Tür 2017«. Wir nehmen Sie dann gerne in unseren E-Mail-Verteiler auf. So erhalten Sie automatisch eine Einladung für den Tag der offenen Tür 2017.

Ilona Koch

Fotos: die SBS-Mitarbeitenden in Aktion; die Märchen-Requisitenkammer

Die SBS ist eine Spezialbibliothek.

Anders als bei klassischen Bibliotheken werden die Bücher der SBS nicht vor Ort abgeholt, sondern den Nutzerinnen und Nutzern per Download oder als Blindenpost kostenlos nach Hause geliefert. Das ist für blinde und sehbehinderte Menschen viel einfacher. Es bedeutet aber auch, dass Interessierte in der SBS nicht wie bei einer üblichen Bibliothek einfach mal vorbeischauen können. Damit Sie sich ein Bild von der SBS und ihrer Tätigkeit machen können, veranstaltet die SBS jährlich einen Tag der offenen Tür. Auf Anfrage bieten wir Gruppenführungen an.

Lexikon

Braille-Notation – Was ist das?

B Brail | le-Musik | noten | schrift, die

Die Braille-Musiknotenschrift wird weltweit verwendet. Louis Braille hat das System vor fast 200 Jahren entwickelt. Die Notation von Kompositionen und Partituren mit Hilfe von sechs Braille-Punkten genügt heute noch allen Ansprüchen.

Louis Braille, (1809-1852), der als Organist und Musiklehrer in Paris tätig war, entwickelte neben dem Braille-Alphabet auch ein Notensystem für sehbehinderte und blinde Musikerinnen und Musiker. Diese nutzen und schätzen das Sechs-Punkte-Braillesystem mit den 64 Kombinationen bis heute.

Aufbau des Braille-Musiknotensystems

Die vier oberen Punkte geben die Tonhöhe an, die unteren beiden die Dauer eines Tons. Die Lage des Tons wird durch ein Zeichen vor der Note angegeben. Die gesamte Information des Fünflinien-Systems wird in Brailleschrift auf einer fortlaufenden Zeile dargestellt. Dynamik und Artikulationszeichen erscheinen vor einem Ton, Fingersätze und Bögen danach.

Darstellung von komplexen Musikwerken

Linearisiert werden ebenfalls polyfone Passagen, bei denen mehrere Melodielinien gleichzeitig erklingen. Komplexe Partituren umfassen mehrere Linien. So gibt es bei Kompositionen für das Klavier eine Linie für die rechte und eine für die linke Hand, bei der Orgel noch eine zusätzliche für das Orgelpedal, beim Gesang eine für die Melodie und eine für den Text. Da das Lesen über die Hände erfolgt, kann das Spielen meistens nicht gleichzeitig stattfinden. Deshalb müssen blinde oder sehbehinderte Musikerinnen und Musiker eine Partitur auswendig lernen.

Internationale Nutzung von Braille-Musiknoten

Die Produktion einer Braille-Partitur erfordert viel Zeit und Fachwissen in Musik wie auch Blindennotenschrift. Da Musiknoten jenseits von Landes- und Sprachgrenzen lesbar sind, trägt jede Musikübertragung zu einem gemeinsamen, wachsenden Musikliteraturbestand bei. Seit 1888 koordiniert eine internationale Kommission die Systematisierung der Braille-Notenschrift. Diese Standardisierung erlaubt es sehbehinderten und blinden Musikerinnen und Musikern aus aller Welt, Musiknoten in Braille zu kaufen oder auszuleihen.

Buchpatenschaften

Verschenken Sie Städte und Geschichten!

Haben Sie auch schon Bücher gelesen, deren Geschichten an ganz bestimmten und auch erkennbaren Orten spielen? Haben Sie diese Orte dann vielleicht sogar besucht, zufällig oder bewusst, immer mit einer »angelesenen« Geschichte im Hinterkopf? Sind Sie durch Gassen und über Plätze geschlendert, durch Städte gestreift, die Sie irgendwie schon kennen?

So könnte es Ihnen in Istanbul nach der Lektüre unseres neuesten Buchpatenschaftsvorschlags gehen: »Diese Fremdheit in mir«, geschrieben von Orhan Pamuk. Auch blinde, seh- und lesebehinderte Menschen lassen sich mit Büchern gerne in bekannte, fremde oder abenteuerliche Welten entführen. Auch sie erleben dann in Realität sinnlich wahrnehmbar, was sie vorher gelesen und sich schon einmal vorgestellt haben. Darum legen wir Ihnen diesmal die Buchpatenschaft für das erwähnte Werk des türkischen Nobelpreisträgers ans Herz. Oder möchten Sie lieber die Produktion eines Kochbuches oder Sachbuches mit einer Patenschaft unterstützen?

Eine Buchpatenschaft wird sowohl Sie als Spender als auch zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer der SBS beglücken. Jeder kann Buchpate werden, jede Buchpatin, und so mitbestimmen, was produziert wird. Mit unserer Buchkommission können Sie besprechen, welche Buchproduktion Sie mit einem einmaligen Betrag von 4000.- CHF ermöglichen möchten und für wen das Geschenk sein soll. Den Beitrag können Sie im Übrigen auch steuerlich geltend machen. Auf Wunsch wird der Beschenkte im Vorwort gerne namentlich erwähnt.

Bei der SBS sind aber auch »Kleinbuchpatenschaften« willkommen. Auf den folgenden Seiten stellen wir einige Titel vor, die wir mit Ihrer Unterstützung gerne als Braillebücher oder Hörbuchproduktionen herausgeben möchten. Mit Ihrer Hilfe verschaffen wir damit Blinden und Sehbehinderten Zugang zu ausgewählter Literatur.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Herzlich, Ihre

Ilona Koch

Buchpatenschaften SBS

Tel. 043 333 32 32

spenden@sbs.ch

Vorschläge für Ihre Buchpatenschaft als Hörbücher

Charles Jackson: Das verlorene Wochenende

Manhattan 1936, East Side. Der Schriftsteller Don Birnam trinkt. Und er hat längst jenen Punkt erreicht, an dem »ein Drink zu viel ist und hundert nicht genügen«. Er widersetzt sich allen Versuchen seines Bruders Wick, ihn zu einem langen Wochenende auf dem Land zu überreden, und bleibt fünf Tage allein in der gemeinsamen Wohnung. Don trinkt, beschafft sich Geld, verliert es, besorgt sich neues, landet auf der Alkoholstation, trinkt weiter. Schwankend zwischen Euphorie und Verzweiflung, Selbsterkenntnis und Selbsttäuschung, Inspiration und Panik, glasklarem Denken und tiefer Umnachtung, fällt Don zunehmend ins Delirium.

Charles Jacksons erstmals 1944 erschienener Trinkerroman beschreibt die Abgründe einer Sucht, die der Autor aus eigener Erfahrung kennt. Mit Wucht und Spannung, aber auch schonungslos erzählt Jackson aus dem Leben eines Alkoholikers in Heimlichkeit und Selbstbetrug: von Tricks, Ticks und teils übermütig, teils depressiv gestimmten Wahrnehmungstrübungen und Erinnerungsschüben. Die Verfilmung des Romans durch Billy Wilder wurde 1945 mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet.

Es liest: Samuel Streiff

Andres Bosshard: Stadt hören. Klangspaziergänge durch Zürich

Sind Sie ganz Ohr? »Stadt hören« lädt Sie ein, Klangspaziergänge und akustische Entdeckungsreisen durch Zürich zu unternehmen. Folgen Sie dem Plätschern der Trinkwasserbrunnen. Tauchen Sie Schritt für Schritt ein in die vielschichtigen Klangdimensionen der Stadt. Entdecken Sie die schönsten hörenswerten Orte. Und auch, dass wir im Lärm einzelne Töne nicht mehr auseinanderhalten. Das Weghören ermüdet. Umso wichtiger sind Klangoasen.

Andres Bosshard bringt uns historische Klangräume zurück und macht uns vertraut mit künstlerischen Visionen zur Gestaltung der klingenden Stadt. Dem Buch beigelegt ist die »Choreophonie des Stadtklangs von Zürich«, eine Komposition des Autors.

Es liest: Manuel Steccanella.

Claude Cueni: Giganten

»Giganten« erzählt die Geschichte zweier Freunde, die im ewigen Wettstreit um das grösste Bauwerk der Welt zu Rivalen werden. Der eine ist der kühl berechnende Visionär und Ingenieur Gustave Eiffel, der geniale Eisenmagier, der den Eiffelturm erbaute; der andere der Bildhauer Frédéric Bartholdi, der in New York die Freiheitsstatue errichtete. Eine junge Pariserin muss sich zwischen den beiden Männern entscheiden: Vernunft oder Herz, wirtschaftliche Sicherheit oder ein Leben als Bohémienne?

In seinem neusten historischen Roman nimmt uns Claude Cueni mit auf eine spektakuläre Reise durch die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es ist die Epoche der Beschleunigung, der Eisenbahn, der Telegrafie, des rücksichtslosen Kolonialismus, der grossen Finanz- und Wirtschaftskrisen, der letzten Typhus- und Cholera-Epidemien. Basierend auf historischen Fakten erzählt Claude Cueni von fiktiven Begegnungen, von Leidenschaft und Ruhmsucht, der Kraft der Liebe und dem Willen des Menschen, Unmögliches zu erschaffen.

Es liest: Markus Back

Jeong Yu-Jeong: Sieben Jahre Nacht

Sein Vater ist ein Versager: ein ehemaliger Baseballspieler, der auf Druck seiner Frau eine Stelle als Stausee-Sicherheitsmanager annimmt, um die Schulden zu bezahlen. In einer nebligen Nacht wird dieser Vater zum »Stausee-Monster« – er ermordet ein Mädchen und öffnet den Stausee, um das ganze Dorf hinwegzufegen. Wie kann ein elfjähriger Junge überleben, wenn alle Welt in ihm den Sohn des »Stausee-Monsters« sieht? Sieben Jahre lang muss er sich verstecken. Dann tauchen rätselhafte Besucher auf. Nach einem erneuten dramatischen Ereignis wird die Vergangenheit aufgerollt und die tatsächlichen Geschehnisse am Stausee werden Stück für Stück aufgedeckt.

Jeong Yu-Jeong (geb. 1966) wird »Koreas Stephen King« genannt. Die Autorin zieht alle Register ihres Könnens, und das ist atemberaubend vielschichtig. Charaktere wie aus einem Roman von Dostojewski. Eine komplexe Handlung, die ausufern würde, hätte die preisgekrönte Autorin ihre Erzählzügel nicht so sicher in den Händen. Ein psychologisch ausgefeilter Thriller mit mythisch-magischer Atmosphäre.

Es liest Lukas Kubik.

Eveline Hasler: Die Hexe Lakritze. Die schönsten Geschichten

Man hat es nicht leicht als Hexenkind. Da gibt es die Hexenschule, in der man immer pünktlich sein muss, Zaubersprüche, die man sich merken sollte und einen Besen braucht man ja auch. Lakritze zaubert sich einen starken Drachen herbei, der sie beschützen soll. Weil sie den mittleren Teil des Spruchs vergisst, sieht Schloff, der Drache, ziemlich merkwürdig aus. Als Lakritze ihre Künste in der Menschenschule ausprobiert, erlebt sie erstaunliche Überraschungen. Doch was ist, wenn kein Zauberspruch mehr wirkt? Potz Blitz, da kann nur noch der Zauberer Zinnobro helfen ... Die wiederkehrenden kurzen Sätze oder Zaubersprüche animieren wunderbar zum Nachsprechen.

Es liest: Cathrin Stürmer.

Vorschläge für Ihre Buchpatenschaft in Blindenschrift

Orhan Pamuk: Diese Fremdheit in mir

Kann man die falsche Frau heiraten und trotzdem die grosse Liebe finden? Mevlut ist Strassenverkäufer in Istanbul, als er sich Ende der 1960er-Jahre auf der Hochzeit seines Cousins in die jüngere Schwester der Braut verliebt. Er schreibt ihr Liebesbriefe nach Ostanatolien. Doch statt der Angebeteten soll er deren Schwester heiraten. Was Mevlut Rayiha dann auch pflichtbewusst tut. Ein Jugendfreund nimmt seine Angebetete zur Frau. Die beiden Familien leben drei Jahrzehnte in enger Verbundenheit, doch dann nimmt ihr Schicksal eine dramatische Wende. Ein grossartiger Schelmenroman und ein Familienepos – vor allem aber erzählt der Nobelpreisträger Pamuk eine erstaunliche Liebesgeschichte und stellt dabei Istanbul aus der Sicht kleiner Leute dar.

Gabrielle Alioth: Die entwendete Handschrift

Im Konstanzer Inselhotel wird der angesehene Mittelalterhistoriker Richard Merak tot aufgefunden. Er hätte den Hauptvortrag am Kongress zum 600-jährigen Jubiläum des Konzils von Konstanz halten sollen. Seine Beerdigung bringt Laura in ihre Heimatstadt Basel zurück und zwingt sie, sich mit ihrem früheren Leben als Meraks Ehefrau und dem Basler Patriziat auseinanderzusetzen. Dabei stösst sie auf Widersprüche zwischen der wissenschaftlichen Arbeit ihres Mannes und den Erkenntnissen seines erfolglosen Rivalen Hans Peterson, der einige Monate zuvor im Rhein ertrunken ist. Sie verfängt sich in einem Netz von Heimlichkeiten und wird selbst zur Verdächtigen.

Lisbeth Herger: Unter Vormundschaft: Das gestohlene Leben der Lina Zingg

1958 wird Lina Zingg als 18-Jährige in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Einige Monate später vermittelt man sie – mit der Diagnose Schwachsinn – als Hausangestellte an eine Familie. Dort arbeitet Lina über 50 Jahre ohne Frei- und Ferientage im Haushalt, wird sexuell missbraucht und misshandelt. Die Hausherrin drängt auf Entmündigung. Die Zürcher Behörden werden erst 2011 aktiv, nachdem die Töchter der Täterin eine Gefährdung melden.

Die Geschichte einer Versklavung in gutbürgerlichem Milieu. Auf der Basis umfassender Recherchen erzählt Lisbeth Herger, wie die Vormundschaftsbehörde in ihrem Auftrag versagt hat. Ein schockierender Extremfall, der dennoch wesentliche Grundmuster der Schweizer Psychiatrie- und Vormundschaftsgeschichte illustriert.

Folgende Buchtitel können dank einer Patenschaft produziert werden:
  • Hörbuch: Catalin Dorian Florescu. Der Mann der das Glück bringt. Ermöglicht durch den Lions Club Zürich-Oerlikon
  • Hörbuch: Hyeonseo Lee. Schwarze Magnolie: Wie ich aus Nordkorea entkam. Ein Bericht aus der Hölle. Ermöglicht durch Franziska Ternetz
  • Hörbuch: Peter Spiegel. WeQ More than IQ: Abschied von der Ich-Kultur. Ermöglicht durch eine anonyme Patenschaft
  • Hörbuch: Peter Stamm. Die Vertreibung aus dem Paradies. Ermöglicht durch Björn Guntlisbergen, seiner Familie und Freunden

Who's who

Selime Sivgin, KV-Auszubildende SBS

Ihre Aufgabe in der Blindenbibliothek?

Bei der SBS absolviere ich eine dreijährige kaufmännische Ausbildung in Administration & Dienstleistung. Alle drei bis sechs Monate wechsle ich die Abteilungen und lerne so die vielen Seiten von der SBS kennen.

Ihre Motivation, für die Blindenbibliothek zu arbeiten?

Ich wollte nach der Schule nicht für eine Bank oder Versicherung arbeiten. Weil mich Bücher begeistern und ich gerne für eine soziale Institution tätig sein wollte, passte die SBS sehr gut.

Was schätzen Sie bei Ihren Kollegen am meisten?

Besonders schätze ich das Verständnis, die Geduld meiner Kollegen sowie die Freundlichkeit.

Und welche ist Ihre wichtigste Eigenschaft?

Meine Motivation, Neues zu lernen erleichterte viel. Durch den regelmässigen Abteilungswechsel musste ich mich immer wieder neu strukturieren und auf Neues einlassen.

Brauchen Sie Bücher, um glücklich zu sein?

Früher hätte ich zugestimmt. Heute muss ich nicht mehr unbedingt lesen, um glücklich zu werden.

In welcher Form geniessen Sie Literatur und wie häufig?

Ich bevorzuge englische Literatur. Sehr gerne lese ich online Fan Versionen von Serien, Filmen, Games und Büchern.

Welches Buch hat Sie besonders geprägt – und warum?

Die Percy Jackson Reihe von Rick Riordan. Mit 14 Jahren habe ich angefangen sie zu lesen und das tue ich immer noch.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen – und warum?

Während der Ferien in Barcelona habe ich »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« von Gabriel García Márquez gelesen. Ich wollte wieder einmal etwas Klassisches lesen.

Welches Buch würden Sie selbst gerne schreiben?

In der Sekundarschule habe ich angefangen ein Buch zu schreiben. In der Ausbildung habe ich damit aufgehört, Vielen Dank für die Erinnerung!

Sie können uns drei Bücher ans Herz legen:

Max Frisch – Andorra, Christos Tsiolkas – Nur eine Ohrfeige, Morton Rhue – Die Welle

Ihre Lieblingsbeschäftigung neben der Literatur?

Fussball spielen und die Gesellschaft meiner Freunde.

Ihr liebstes Reiseziel?

Ich weiss, dass meine nächsten Ziele Leipzig und Budapest sein werden. Aber einer meiner grössten Träume ist, einmal nach Tibet und Neuseeland zu reisen.

Ihr Lebensmotto?

»Being Majestic, Staying Casual«

In fünf Sätzen:

Ich bin am 14. Juli 1996 in Zürich geboren und habe hier meine gesamte Schulzeit verbracht. Nach der Sekundarschule bin ich direkt zur SBS, um dort eine KV-Lehre zu absolvieren. Herzlichen Dank an die SBS für die vielen neuen Erfahrungen, die ich während der Ausbildung machen konnte. Mein langfristiges Ziel ist eine Ausbildung in 3D Game-Design.

SBS-Weihnachts-CD

Jetzt gibt's wieder etwas für die Ohren – Die neue Weihnachts-CD der SBS

Charles Lewinsky: Der Teufel in der Weihnachtsnacht

Seit 10 Jahren publiziert die SBS jedes Jahr ein neues Hörbuch mit weihnachtlichen Geschichten und verschickt dieses um die Weihnachtszeit als kleines Dankeschön an ihre Gönnerinnen und Gönner.

Dieses Jahr haben wir eine bekannte und beliebte Geschichte von Charles Lewinsky produziert: »Der Teufel in der Weihnachtsnacht«. In dieser Satire lässt Lewinsky die »ranghöchsten Autoritäten« unterhalb des Herrgotts gegeneinander antreten. Die Geschichte ist ein amüsantes und grossartiges Hörvergnügen – und eine unwiderstehliche Versuchung für jede Hörerin und jeden Hörer, egal, welcher Religion er oder sie auch angehören mag.

Vielleicht fehlt Ihnen in Ihrer Hörbuchsammlung der SBS noch das eine oder andere Exemplar der seit 2006 produzierten Weihnachts-CDs? Fehlende Exemplare können Sie direkt bei der SBS anfordern:

  • 2008 Erich Kästner, Patricia Highsmith, Martin Suter: Weihnachten – moderne Kurzgeschichten
  • 2009 Diverse Autoren: Advent – 24 Geschichten, Tipps und Rezepte
  • 2010 J.R.R. Tolkien: Briefe vom Weihnachtsmann
  • 2011 Esther Becker: Schlittentaxi
  • 2012 Robert Walser: Tiefer Winter
  • 2013 Stefan Teuwissen: Adventsbuch vom grossen bösen Wolf
  • 2014 Historisches: Der kleine Weihnachtsfrieden 1914
  • 2015 Franz Hohler: Weihnachtsgeschichten

Bestellungen nehmen wir gerne unter der Telefonnummer 043 333 32 32 oder per E-Mail an spenden@sbs.ch entgegen.

Im Namen unserer Kunden dankt Ihnen die SBS schon jetzt für Ihr Interesse an den Weihnachtsgeschichten und Ihre Unterstützung.

Ilona Koch

SBS Elektronische Grusskarten

Grüsse mal anders

Freuen auch Sie sich über eine Grusskarte von Freunden oder Bekannten? Geben Sie diese Freude weiter und überraschen Sie mit einer elektronischen Grusskarte in Blindenschrift. Unser Braille-Schreiber übernimmt die Übersetzung. Wir wünschen Ihnen viel Spass dabei!

Den Braille-Schreiber der SBS finden Sie unter www.sbs.ch/braille-schreiber

Impressum

SBS
Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte

dialog Nr. 29 – Oktober 2016

dialog, das Magazin der SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte

Redaktionsleitung und Produktion: Ilona Koch, www.sbs.ch

Textredaktion und Beratung: trieloff kommunikation, www.trieloff.ch

Grafik Design und Satz/Illustrationen: JoosWolfangel, www.jooswolfangel.ch

Titelbild und weitere Fotos: Matthias Auer, www.auerfoto.ch

Danksagung: Unser herzlicher Dank geht an das Team vom Tonstudio Aquarium, die uns in ihren Räumlichkeiten ein tolles Fotoshooting ermöglicht haben.

© SBS 2016

Verlag: SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte,

Grubenstrasse 12, CH-8045 Zürich, Telefon +41 43 333 32 32, Fax +41 43 333 32 33www.sbs.ch, E-Mail: spenden@sbs.ch

Spendenkonto: PC 80-1514-1

Der dialog ist für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen auch in geeigneter Form erhältlich. Auskunft über Telefon +41 43 333 32 32 oder nutzerservice@sbs.ch

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Porträt einer Mitarbeiterin der Mittelbeschaffung

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