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dialog Nr. 31 Oktober 2017

Leben mit Dyslexie
Interview. Jonas und seine Mutter erzählen uns von ihrem Alltag mit Dyslexie, einer Lese-Rechtschreibstörung. Seite ...

»Prix-Chronos« – Lesewettbewerb für Jung und Alt. 2017 haben in der Deutschschweiz über 1200 Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren über ihr Lieblingsbuch abgestimmt. Seite ...

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

»Herzlich Willkommen bei der SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte ...«

Zugegeben, manchmal stolpern selbst wir über unseren langen Namen. Doch trotz seiner Länge sagt er immer noch nicht alles über uns aus. Schliesslich sind wir nicht nur die grösste Schweizer Spezialbibliothek für Blindenmedien. Wir sind gleichzeitig auch ein grosser Produktionsbetrieb, der Bücher in unterschiedlichen Formaten herstellt: Bücher zum Hören, zum Tasten und zum Sehen. Und all diese bei uns produzierten Bücher landen in den Regalen der »Bibliothek für alle Sinne«, wie uns jemand einmal so schön bezeichnet hat. Tanja Seiler, eine am Produktionsvorgang beteiligte Mitarbeiterin, stellen wir übrigens auf Seite 14 vor.

Der Begriff »Lesebehinderte« kommt in unserem Namen vor. Im vorliegenden »dialog« widmen wir diesem Thema einen Schwerpunkt. Es geht dabei um Menschen, die aufgrund anderer Einschränkungen als dem Sehvermögen am Lesen gehindert werden. So beispielsweise aufgrund einer Legasthenie oder Dyslexie. Schlagen Sie auf Seite 10 in unserem Lexikonbeitrag nach, um mehr über diese weitverbreitete Störung zu erfahren. Wie unser Sortiment an Hörbüchern einem lebhaften Jungen mit Dyslexie dabei helfen kann, die Freude am Lesen zu steigern, zeigt das Interview mit Jonas und seiner Mutter auf Seite 4.

Lesen verbindet Generationen – das ist die Vision und der Zweck des »Prix Chronos« von Pro Senectute und Pro Juventute. Die SBS als Partnerin trägt mit ihren Büchern in Grossdruck und Brailleschrift, Hörbüchern und E-Books dazu bei, dass alle – auch Jugendliche, Seniorinnen und Senioren mit Beeinträchtigungen – an der Leseaktion mitwirken können. Über die Teilnahmebedingungen für den »Prix Chronos 2018« berichten wir ebenfalls in diesem Heft.

Alle Menschen sollen lesen können – dafür sind wir da, dafür machen wir Bücher in den unterschiedlichsten Formaten zugänglich: die »Bibliothek für alle Sinne«, die SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte!

Herzlich
Ihr Daniel Kunz, stv. Geschäftsführer SBS

Interview

Lesen macht Spass – trotz Dyslexie1

An einem warmen Sommertag im Juni 2017 treffe ich Laura P. und ihren neun jährigen Sohn Jonas zum Interview. Sie haben mich zu sich nach Hause eingeladen und wir machen es uns in ihrem Garten gemütlich. Laura P. lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen im Kanton Zürich.

Jonas geht zurzeit in die dritte Klasse, ein fröhlicher und neugieriger Junge. Ich spreche mit den beiden über Jonas' Dyslexie. Auf Wunsch seiner Mutter führen wir ein anonymisiertes Interview durch. Jonas sollen für sein späteres Berufsleben keinerlei Nachteile entstehen. Denn Dyslexie, eine Lese-Rechtschreibstörung, ist leider immer noch mit vielen Vorurteilen behaftet. Jonas ist übrigens Nutzer der SBS Online-Bibliothek »Buchknacker« (www.buchknacker.ch).

Welche Bücher lesen bzw. hören Sie zusammen mit Jonas?

Hörspiele stehen derzeit hoch im Kurs, beispielsweise die Krimi-Reihe »Rico, Oskar und ...«. Anfangs wollte sich Jonas keine Hörspiele mit spannenden Geschichten anhören, weil er fürchtete, dass sie schlecht enden könnten. Als er schliesslich merkte, dass es immer ein Happyend gab, konnte er allerdings nicht genug bekommen. Den »Buchknacker«-Service nutzen wir jetzt seit eineinhalb Jahren. Praktisch ist, dass wir die Hörspiele mit einer App herunterladen können. Ich verwende oft die Voice Dream-App (App mit Vorlesestimmen). Manchmal stoppe ich das Hörspiel und lese selbst einzelne Passagen vor. Jonas kann diese farblich markierten Passagen mitlesen. Bevor wir in den Urlaub fahren, achte ich darauf, dass wir genügend Hörbücher für die Fahrt dabeihaben. Und abends lese ich Jonas auch immer eine Geschichte vor, zurzeit haben es ihm die »Harry Potter«-Romane angetan.

Wann haben Sie bemerkt, dass Jonas mit dem Lesen Schwierigkeiten hat?

Er liest sehr gerne, er liebt Bücher. Er hat sich mit vier oder fünf Jahren selbst alle Buchstaben beigebracht. Ich bin davon ausgegangen, dass er sehr rasch lesen lernen würde. Leider hat das dann überhaupt nicht geklappt. Er kannte zwar jeden einzelnen Buchstaben, konnte sie aber nicht miteinander kombinieren. Ich hatte schon sehr früh die Vermutung, dass etwas nicht stimmt. Sein kleiner Bruder hatte keinerlei Schwierigkeiten beim Lesen. Seine Lehrerin hat mich beruhigt und meinte, dass der Knoten schon irgendwann platzen werde. Sorgen habe ich mir aber weiterhin gemacht.

Was haben Sie als nächsten Schritt unternommen?

Ich hatte Glück und konnte Jonas bei der Lexi-Studie der Universität Zürich (KJPD; mehr Informationen unter: www.lexi.uzh.ch) anmelden. Diese Studie wurde durchgeführt um herauszufinden, wie Kinder lesen lernen und ob sie durch Legasthenie gefährdet sind. Es wurden verschiedene Tests durchgeführt. Man gelangte zur Schlussfolgerung, dass Jonas schwere Defizite aufweist. Eine eindeutige Diagnose konnte nicht gestellt werden. Jonas war in der zweiten Klasse und seine Lehrer dachten immer noch, dass er schon noch lesen lernen wird. Bei der Studie wurde eine spezielle Software getestet, die Jonas beim Silbenlesen sehr weitergeholfen hat. Erst danach konnte er überhaupt etwas lesen, also kurze Wörter. Vorher war jegliches Lesen unmöglich.

Wie muss man sich das Lesen als Legastheniker vorstellen? Wie erleben Sie es bei Jonas?

Er kennt die Bilder auswendig. Beim Lesen passiert alles Mögliche. Er vertauscht und verdreht die Buchstaben. Er kann die Wörter als Bilder erfassen. Wenn er beispielsweise das Wort »Maus« als Schriftbild erfasst hat, kann er es lesen. Bei mir war es in der Schulzeit zum Beispiel so, dass ich wusste, ein Wort ist falsch geschrieben, weil das Schriftbild für mich falsch war. Dann konnte ich analysieren, wo der Fehler lag. Heute habe ich damit keine Schwierigkeiten mehr.

Kann Jonas ihm unbekannte Wörter lesen?

Nein. Das ist sehr schwierig. In der Logopädie trainiert er das Silbenlesen, damit er auch über die Silben Wörter erfassen kann. Er geht zur Logopädie und erhält ein spezielles Lesetraining. Es geht in der Therapie viel um das Erkennen – und es heisst immer wieder: üben, üben, üben.

Ist das die einzige Möglichkeit, die Lesebehinderung zu behandeln?

Es gibt verschiedene Ansätze. Es soll Menschen geben, die Probleme mit Kontrasten haben. Das war bei Jonas nicht der Fall. Wir haben auch die Augen mehrfach untersuchen lassen, um ein Schielen auszuschliessen.

Sie haben einen langen Weg bis zu Jonas' Diagnose zurückgelegt.

Ja! Wir sind schliesslich ins Kinderspital gegangen. Dort wurde uns erklärt, dass diese Tests normalerweise nicht durchgeführt werden. Die Ärzte haben dann aber eine Entwicklungsabklärung gemacht. Diese und die Ergebnisse aus der Lexi-Studie führten zur Diagnose »Legasthenie«. Nun hatten wir endlich ein Attest und konnten uns damit beim »Buchknacker«-Service anmelden.

Wo haben Sie von der Online-Bibliothek »Buchknacker« erfahren?

Im Kinderspital wurde uns der SBS-Service »Buchknacker« empfohlen.

Wie alt war Jonas, als er die Diagnose bekam?

Er hat sie erst mit 8 Jahren bekommen.

Obwohl Sie immer wieder insistierten, dass etwas nicht stimmen kann?

Ja, genau. Ich wusste schon lange, dass er Hilfe braucht. Deshalb bin ich auch froh, dass es nun Studien zur Früherkennung von Legasthenie gibt. Dadurch können solche Fälle viel früher behandelt werden und eskalieren nicht. Die Kinder verlieren oft ihre Motivation. Sie vergleichen ihren Entwicklungsstand mit dem Gleichaltriger und weil sie hinterherhinken, sind sie frustriert.

Wie geht es Jonas heute mit der Dyslexie? Jonas ist doch ein lebensfrohes und aufgewecktes Kind.

Er hatte auch seine Tiefpunkte. In der Schule machen seine Lehrer kein Drama aus der Lesebehinderung. Ich habe nachgefragt, ob es besser wäre, wenn er ein Schuljahr wiederholen würde. Seine Lehrer meinten, das sei überhaupt nicht notwendig. Nur weil er mit dem Lesen Schwierigkeiten hat, muss er kein Jahr wiederholen.

Legasthenie bedeutet ja nicht, dass er eine Intelligenzminderung hat.

Genau. Er hat ein sehr gutes Hörverständnis. Er kann auch lange, komplizierte Geschichten sehr genau wiedergeben.

Was sehen Sie als grösste Herausforderung beim Umgang mit Dyslexie?

Die grösste Herausforderung ist, die Motivation aufrechtzuerhalten. Jonas soll sich weder schlecht noch dumm fühlen beim Vergleich mit Gleichaltrigen. Ich versuche ihm zu vermitteln, dass er – obwohl es im Moment für ihn sehr mühsam ist – diese Hürde nehmen kann. Er hat dann etwas geschafft, das andere Kinder erst später im Leben lernen müssen.

Wenn Sie auf Ihre Erfahrung mit Dyslexie zurückblicken: Was wünschen Sie sich?

Ich hätte mir eine unkompliziertere und schnellere Abklärung gewünscht. Es wäre schön gewesen, zu einem früheren Zeitpunkt Unterstützung und Hilfe zu bekommen. Die Logopädie ist eine grosse Hilfe für Jonas, aber für diese Therapie benötigt man eine Bescheinigung.

Wie oft geht Jonas zur Logopädie?

Einmal pro Woche. Er bekommt auch immer Hausaufgaben, die er zum Teil während des Deutschunterrichts in der Schule machen darf. Die regulären Deutsch-Hausaufgaben kann er nicht bewältigen.

Kennen Sie andere Betroffene?

Ich kenne einige erwachsene Legastheniker in meinem Umfeld. Sie haben zum Teil sehr unterschiedliche Geschichten. Eine Betroffene hat beispielsweise schon in ihrer Kindheit sehr viel Druck erfahren und liest immer noch nicht gerne. Sie ist aber froh, Hörbücher nutzen zu können. Sie kann bis heute keinen Roman lesen. Das hat ihre Berufsmöglichkeiten stark eingeschränkt.

Was gefällt Ihnen am »Buchknacker«, was könnte man daran verbessern?

Zunächst einmal ist es grossartig, dass es diesen Service überhaupt gibt. Da mein Mann Softwareentwickler ist, würden uns schon ein, zwei Dinge einfallen, die man an der »Buchknacker«-App verbessern könnte. Mit der Auswahl an Titeln bin ich sehr zufrieden. Es ist super, dass es alle Kinderbuchklassiker gibt.

Nutzen Sie noch andere Webseiten?

Über den »Buchknacker«-Service wurden wir auf die Webseite www.legakids.net aufmerksam, die verschiedene Lernspiele anbietet. Es gibt auch zwei Schriften, die von Legasthenikern entwickelt wurden und die beim Lesen helfen sollen. Die Buchstaben sind unten beschwert, d.h. sie erscheinen dicker, damit sie nicht so leicht verdreht werden können und sie haben mehr Abstand zueinander. Ein weiteres Lernprogramm, das wir nutzen, um die Rechtschreibung zu verbessern, heisst Dybuster; es wurde an der ETH Zürich entwickelt. Die Kinder sollen den Buchstaben die entsprechende Farbe zuordnen. Wenn sie auf die richtige Antwort klicken, erklingt der Ton, der zur Farbe gehört. Die Wörter werden auf diese Weise nicht nur als schwarz-weisse Buchstaben erfasst.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf Jonas' Lesebehinderung?

Ich muss oft erklären, was Dyslexie bedeutet und Vorurteile aus dem Weg räumen. Viele denken, dass man als Legastheniker dumm ist – das dachte ich früher selbst auch. Man kann es sich schwer vorstellen. Die erwachsenen Legastheniker, die ich kenne, möchten nicht, dass ihr Umfeld von der Lesebehinderung weiss. Es scheint ganz so, als ob das Thema noch stark tabuisiert wird. Wenn ich offen erzähle, dass mein Sohn Legastheniker ist, öffnen sich auch andere Betroffene und berichten mir von ihren Erfahrungen.

Nun steht uns Jonas selbst Rede und Antwort. Er unterbricht das Spiel im Garten mit den Nachbarskindern und sieht sich mein Notizheft an. »Das kannst du lesen? Das könnte auch ein Morsecode sein!« sagt er und lacht über meine krakelige Schrift.

Welche Bücher liest du bzw. hörst du gerne?

Ich mag gerne Hörspiele und Hörbücher. Ich habe mir alle Aufnahmen der »Drei Fragezeichen Kids« (Detektivgeschichten) angehört. Es geht um drei Kinder, die zehn Jahre alt sind – so wie ich bald. Sie müssen Fälle lösen. Ich höre mir Geschichten gerne alleine über Kopfhörer an, einmal habe ich sogar fünf Hörspiele an einem Tag geschafft. Comics mag ich auch gerne, meine Lieblingscomics sind »Lucky Luke« und »Donald Duck«. Ich versuche kurze Wörter zu lesen, damit ich ein wenig verstehe, worum es geht.

Was bereitet dir beim Lesen Probleme?

Die Buchstaben.

Und beim Schreiben?

Manchmal habe ich Probleme beim Schreiben. Manchmal muss ich lange darüber nachdenken, was ich schreiben will. Ich will etwas schreiben, ich weiss es genau im Kopf, aber ich kann es nicht gleich aufschreiben.

Gehst du gerne in die Schule? Hast du Lieblingsfächer in der Schule?

Ja, ich gehe gerne in die Schule. Mein Lieblingsfach ist Mathematik. Schwimmen und Sport mag ich auch sehr gerne.

Was machst du sonst noch gerne in deiner Freizeit?

Ich bin viel draussen, springe auf dem Trampolin oder klettere. Ich bin gerne im Schwimmbad und kann sogar vom Siebeneinhalb-Meter-Brett springen! Bei schlechtem Wetter gucke ich manchmal »Die Sendung mit der Maus«.

Was möchtest du werden, wenn du gross bist?

Das weiss ich noch nicht. Feuerwehrmann oder Polizist vielleicht? Oder in einem Restaurant arbeiten? Da habe ich noch lange Zeit, um mir das zu überlegen.

Worauf freust du dich?

Auf fünf Wochen Sommerferien! Und die Herbstferien verbringe ich bei meinem Grossvater. Da gibt es eine Riesenrutsche!

Jonas springt vom Sessel auf und zeigt mir zum Abschied wie geschickt er auf der Slackline – einem Seil, das zwischen zwei Bäumen gespannt ist – balanciert.

Vielen Dank euch beiden für die Gastfreundschaft und das spannende Gespräch.

Sabrina Nepozitek

Was ist »Buchknacker«?

»Buchknacker« ist eine Online-Bibliothek der SBS speziell für Kinder und Jugendliche mit Dyslexie oder Legasthenie. Bei buchknacker.ch lassen sich rund um die Uhr Hörbücher und E-Books herunterladen oder online anhören. Die »Buchknacker«-Hörbücher sind ungekürzt und das Sprechtempo lässt sich variieren. Bei allen E-Books von »Buchknacker« lässt sich der Text auf individuelle Bedürfnisse anpassen, was das Lesen erleichtert. Zusätzlich kann eine synthetische Stimme den Text vorlesen. Ab November 2017 ist auch eine Anmeldung für Kinder und Jugendliche mit AD(H)S möglich. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.buchknacker.ch.

Prix Chronos

Wir machen mit!

»Prix Chronos« Lesewettbewerb für Jung und Alt Wir machen mit!

Jedes Jahr werden für den »Prix Chronos« vier Kinderbücher ausgewählt, die von Generationenbeziehungen handeln. Auch Kundinnen und Kunden der SBS können mitmachen.

Seit über zehn Jahren fördert der »Prix Chronos« den Austausch zwischen den Generationen über gemeinsame Lektüre, seit 2016 mit Unterstützung der SBS. Der Preis geht aus einer Zusammenarbeit von Pro Senectute Schweiz und Pro Juventute hervor. Jedes Jahr lesen mehr begeisterte Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren mit. Am Ende entscheiden alle Beteiligten gemeinsam, welches der vier nominierten Bücher ihnen am besten gefällt.

Der »Prix Chronos« fördert den Dialog zwischen den Generationen, aktiviert die Leselust der Kinder und vermittelt positive Altersbilder. Das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) wählt jeweils vier Bücher aus, die von Generationengeschichten handeln. Diese sollen gut und packend erzählt sein und sich durch lebendige Figuren sowie eine glaubwürdige Handlung auszeichnen.

2017 haben beim »Prix Chronos« in der Deutschschweiz über 1200 Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren mitgemacht. Das Lieblingsbuch der Leseratten wurde am 4. April 2017 im Volkshaus Zürich bei einem Festakt feierlich vorgestellt: Gewonnen hat die preisgekrönte deutsche Kinderbuchautorin Antje Damm mit ihrer Abenteuergeschichte »PeterSilie«.

Seit 2016 stellt die SBS als Partnerin des »Prix Chronos« für ihre Kundinnen und Kunden alle vier ausgewählten Werke in den Formaten Hörbuch, E-Book, in Grossdruck und Brailleschrift zur Verfügung. Auch die aktuell zur Wahl stehenden Bücher sind bei uns ausleihbar, sowohl über die SBS als auch unter buchknacker.ch.

Mitmachen beim »Prix Chronos« können alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich zuvor über die Formulare unter www.prixchronos.ch online oder per Post angemeldet haben. Auf dieser Webseite gibt es auch spezielle Unterrichtsvorschläge für Schulklassen sowie aktuelle Informationen für Privatpersonen zu den Bezugsquellen für die Bücher. Darüber abstimmen, welches der vier Bücher den »Prix Chronos« 2018 gewinnen soll, können alle Teilnehmenden bis zum 26. Februar 2018.

Eine SBS-Kundin berichtet

Die SBS-Kundin Helga Gygax hat uns verraten, warum sie gern beim »Prix Chronos« mitmacht – und welches Buch im letzten Jahr ihr persönlicher Favorit war. Die 57-Jährige wohnt im Berner Oberland und ist seit 2003 Nutzerin der SBS. Ihre Enkelin ist noch zu klein zum Mitmachen, aber Frau Gygax freut sich schon darauf, in ein paar Jahren mit ihr gemeinsam die »Prix Chronos«-Bücher zu lesen.

Was hat Sie motiviert, beim »Prix Chronos« mitzumachen?

Ich finde es sehr schön, wenn sich verschiedene Generationen miteinander beschäftigen.

In welchem Format haben Sie die Bücher gelesen?

Als Hörbücher.

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsbuch des »Prix Chronos« 2017?

»PeterSilie« von Antje Damm.

Warum hat Ihnen dieses Buch besonders gut gefallen?

Das Buch ist leicht verständlich und trotzdem nicht langweilig. In Kinderbüchern muss in wenigen Sätzen viel passieren damit die Spannung bleibt und zum Lesen anregt.

Werden Sie auch in diesem Jahr wieder mitlesen?

Ja.

Lesen Sie generell gerne Generationengeschichten, oder welche Art von Literatur mögen Sie sonst besonders?

Ich lese fast alles, aber am liebsten mag ich Krimis und Actionbücher.

Liebe Frau Gygax, herzlichen Dank für das Interview!

Henrike Strehler

Entdecken Sie neue spannende Geschichten: Die Bücher des »Prix Chronos« 2018

Peter Härtling:
Djadi, Flüchtlingsjunge
Eines Tages steht Djadi in der Alters-WG von Wladi und seinen Freunden. Der syrische Junge hat seine Familie auf der Flucht verloren und musste sich alleine nach Deutschland durchschlagen. Djadi braucht Zeit, um anzukommen. Wenn es an der Tür klingelt, verschwindet er unter dem Sofa, Albträume quälen ihn. Wladi und seine Freunde müssen Wege finden, mit Djadis Ängsten umzugehen. In Episoden berichtet Peter Härtling von vielen Schwierigkeiten, aber auch von der starken Beziehung, die zwischen zwei Kulturen und zwei Generationen heranwächst.

Stefan Boonen, Bilder von MELVIN:
Hier kommt Oma
Wie jedes Jahr fährt Oma mit ihrer Enkelschar im alten Klapperbus für ein Wochenende ins Haus des Riesens. Dort gibt es keine Regeln, nur Omas grossartige Ideen: Zähneputzen und saubere Unterhosen? Nicht nötig. Dafür gibt es Kekse aus Eichhörnchenmatsch zum Frühstück, ein Waldschwein wird gejagt, und wer nicht schlafen kann, klettert mit Oma aufs Dach. Am Ende gehen alle Eis essen bei Helga mit den grünen Zähnen. Autor Stefan Boonen und Illustrator MELVIN erzählen von der besten Oma der Welt, ganz ohne Tabus und elterliche Aufsichtspflicht!

Kirsten Reinhardt:
Der Kaugummigraf
Graf Eberhart von Eberharthausen hat sich auf seine alten Tage hin in einem stillgelegten Bahnhof eingerichtet. Als plötzlich die kleine, schmutzige Eli auftaucht, bringt sie seinen strikt durchgeplanten Tagesablauf durcheinander. Eli interessiert sich für die ungewöhnliche Sammlung des Grafen: Gekaute Kaugummis aller Menschen, die in seinem Leben Spuren hinterlassen haben. Jeder Kaugummi hat eine Geschichte. Gemeinsam schaffen es die zwei unterschiedlichen Freunde, den Bahnhof vor dem Abriss zu bewahren und einige alte Wunden zu heilen.

Jens Sparschuh, Bilder von Julia Dürr:
Der alte Mann und das Meerschweinchen
Angelina soll in den Ferien ans Meer reisen. Meerschweinchen Ottilie hat sie schon eingepackt. Doch da lesen die Eltern im Vertrag für die Ferienwohnung: Haustiere strengstens verboten! Kurzerhand platziert Angelina Ottilie bei ihrem alten Nachbarn, Herrn Möhring. Damit ist Herr Möhring schon ziemlich gefordert – und dann ist da auch noch Frau Waller, die ihn zu einem Urlaub überreden will. Tatsächlich fahren kurz darauf auch Frau Waller, Herr Möhring und Ottilie ans Meer! Das Meerschweinchen kommentiert sein turbulentes Abenteuer mit witzigen Sprüchen.

Lexikon

Dyslexie – Was ist das?

Mangelnde Fähigkeit, Wörter oder zusammenhängende Texte zu lesen, zu verstehen oder zu schreiben.

Menschen mit Dyslexie haben im Vergleich zu Gleichaltrigen ausgeprägte Probleme beim Lesen und oft auch Schreiben. Dyslexie kann Betroffene lebenslang einschränken, denn Schule und Beruf basieren in der Regel auf Lesen und Schriftlichkeit. Die Entstehung von Dyslexie oder Legasthenie hängt meist von mehreren Faktoren ab. Die aktuelle Forschung geht vor allem von verschiedenen genetischen und neurobiologischen Ursachen aus. Dyslexie ist vererbbar und unabhängig von der Intelligenz.

Unterschiedliche Anzeichen für eine Dyslexie

Beim Lesen ist es für die betroffenen Kinder eine Herausforderung, die einzelnen Laute zu verbinden. Die Lesegeschwindigkeit ist herabgesetzt. Buchstaben, Silben oder Wörter werden vertauscht. Und oft wird der Sinn des Satzes nicht erfasst. Beim Rechtschreiben haben die Kinder Mühe, einzelne Buchstaben zu unterscheiden und zu schreiben. Buchstaben werden weggelassen oder zusätzlich eingefügt: z. B. schreiben sie anstatt »Haus« nur »Has« oder anstatt »Sonne« nur »Sne«. Untersuchungen belegen, dass rund 5% der deutschsprachigen Bevölkerung von Dyslexie betroffen sind.

Warum sind Hörbücher und E-Books hilfreich für Kinder und Jugendliche mit Dyslexie?

Hörbücher schaffen positive Erlebnisse mit Geschichten und wecken die Lesefreude. Zudem helfen Hörbücher, die Hörkompetenz zu stärken und den Wortschatz zu erweitern. Studien belegen, dass Hörbücher, die zusammen mit dem gedruckten Buch gelesen werden, die Lesefähigkeit signifikant verbessern. E-Books ermöglichen eine grossformatigere Darstellung des Textes; zudem lassen sie sich mit einer synthetischen Stimme vorlesen. Dyslexie ist nicht heilbar. Lesen und Schreiben lassen sich aber mit verschiedenen Methoden trainieren.

Mehr Informationen dazu unter buchknacker.ch.

Buchpatenschaft

Teilen Sie Ihre Leidenschaft für Bücher und werden Sie Buchpatin oder Buchpate!

Als Patin oder Pate ermöglichen Sie die Übertragung eines Buches in die Brailleschrift oder die Produktion eines Hörbuchs. Wir beraten Sie gerne bezüglich Titelauswahl und Erscheinungsform. Die Übernahme einer Buchpatenschaft bedeutet eine einmalige Unterstützung der SBS mit 4000 Franken. Damit ermöglichen Sie blinden und sehbehinderten Menschen das selbstständige Lesen oder Hören eines Buches. Mit einer »Kleinbuchpatenschaft« unterstützen Sie die Produktion eines Buches auch mit kleineren Beträgen. Sie entscheiden, wie viel und wie oft Sie uns spenden möchten. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen eine Auswahl an Braille- und Hörbüchern vor, die von der SBS produziert werden und noch »patenlos« sind.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, das kunstvoll den Bogen von vergangenen zu gegenwärtigen Ereignissen spannt, ist »Die Welt aus den Angeln« von Philipp Blom. Der Historiker und Philosoph beschreibt anhand der »Kleinen Eiszeit« – die nur gerade 300 Jahre zurückliegt – wie eine Klimakatastrophe die gewohnte Lebenswelt der Menschen verändert. Den Zeitraum von gut 130 Jahren zwischen 1570 und 1700 hat die historische Klimatologie »Kleine Eiszeit« getauft. Damals kam es zu extremen Wetterphänomenen, die katastrophale Ernteausfälle zur Folge hatten. Blom verknüpft dieses historische Ereignis mit der aktuellen Klimadebatte und fragt: Was passiert mit unserer Gesellschaft, wenn sich das Klima ändert?

Schenken Sie eine Buchpatenschaft und helfen Sie mit, unser Sortiment zu erweitern! Auf Wunsch erwähnen wir Ihre Buchpatenschaft gerne im Vorspann.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Herzlichst, Ihre
Ilona Koch, Buchpatenschaften SBS

Tel. 043 333 32 32
spenden@sbs.ch

Vorschläge für Ihre Buchpatenschaft als Hörbücher
Mani Matter:

Was kann einer allein gegen Zen Buddhisten
»Fehlentscheid«
stumm
hei si gstimmt
aber was
si gstimmt hei
hed nid gstumme
tumm
hei sie gstimmt

Kaum einer hat die helvetische Seele so präzise und so prägnant beschrieben wie Mani Matter. Nach seinem frühen Tod blieb ein riesiger Schatz von Manuskriptseiten und Zetteln. Gemeinsam mit Tochter Meret hat die 80-jährige Joy Matter die Miniaturschrift Matters transkribiert, »todanstrengend« sei diese Entzifferungsarbeit gewesen.

Erzähltes, Philosophisches, Gedichte und Dramatik. Dieser Band mit Unveröffentlichtem aus dem Nachlass macht die Breite seines Schaffens deutlich. Nach literarischen Gattungen geordnet bietet die Sammlung Gelegenheit Mani Matters frühe Texte kennenzulernen. Sie zeigt seinen Drang zu formulieren, aus Sprache Funken zu schlagen, seine Liebe zur Philosophie, die seinem ganzen Werk zu Grunde liegt, und überall zu Tage tritt, ob in alltäglichen oder politischen Überlegungen, ob in Gedichten oder im Bühnenstück »Der Unfall«.

Es liest: Raphael Burri.

Michelle Steinbeck:

Mein Vater war ein Mann an Land und ein Walfisch im Wasser
Michelle Steinbecks Debüt ist eine virtuose, grandios überdrehte Entwicklungsgeschichte voller spektakulärer und absurder Einfälle. In einfacher, aber sinnlicher Sprache erzählt sie einer Traumlogik folgend von Loribeth, einer jungen Frau, deren Ängste vor dem Erwachsenwerden buchstäblich lebendig werden. Mit einem Koffer und einem toten Kind darin beginnt ihre Reise. All ihre Probleme würden sich lösen, so die Prophezeiung einer Hexe, wenn sie den Koffer zu ihrem Vater bringe. Loribeth durchstreift Städte, Wüsten und Meere auf der Suche nach dem verschollenen Vater ebenso wie nach einem Zuhause, einer Zukunft. Ständig hungrig und allein, verliebt sie sich in alle jungen Wesen, die ihr etwas Essbares anbieten, doch unerwartete Begegnungen und Katastrophen zwingen sie stets weiterzuziehen bis der Koffer seinen Bestimmungsort findet und Loribeths Blick sich verändert: Das Magische geht ins Reale über. Aber das langersehnte Leben im Kreis der neuen Freunde ist öd und Loribeth kann nicht aufhören zu fragen: Soll das nun alles sein?

Es liest: Dominique Lüdi.

Jürg Amann:

Golomir
Jürg Amann verfasste seinen Erstling 1969 im Alter von 22 Jahren in Berlin. Erst 30 Jahre nach dessen Niederschrift ist das Werk 1999 publiziert worden. Es behandelt die Aufbruchs- und Ausbruchsstimmung der 68-er Generation. Ein junger Mann kommt auf der Suche nach sich selbst nach Berlin. »Golomir trat auf die Strasse zu uns. Er war heute hager und grau. Er war heute jung. Er steckte die schmalen Hände in die Taschen seines bleichen Regenmantels, schaute sich misstrauisch um und mischte sich unter die Leute. Er war grösser als sie, grösser als alle, die vorübergingen an ihm. Sein langes Haar flog schwarz über die kahlen Köpfe hinweg oder über Hüte, die besser zum Kopf passten als die Köpfe zum Leib.« Und: »Golomir ist mein Name, Golomir ist eine Stadt. Golomir ist ein Roman«, heisst es später im Buch. Mehr Gesang als Prosa, eher Langgedicht als Roman, beschreibt das Buch in vibrierenden 43 kurzen Kapiteln das Lebensgefühl eines jungen Menschen. Wuchtig und geprägt von überbordendem literarischem Gestaltungswillen kreist schon dieses Debüt um Amanns zentrales Thema: die geradezu obsessive Faszination für den Künstler als eine am Rand der Gesellschaft und an den Abgründen zum Wahnsinn lebende Figur einerseits und anderseits die quälende Erfahrung der Unvereinbarkeit von Leben und Kunst und der damit einhergehenden Zerrissenheit. Jürg Amann, geboren 1947 in Winterthur, lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2013 in Zürich. Er schloss das Studium der Germanistik mit einer Doktorarbeit über Franz Kafka ab, dem er wesentliche Impulse zur eigenen schriftstellerischen Arbeit verdankte. Mit der Erzählung »Rondo«, für die er 1982 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, schaffte er den literarischen Durchbruch.

Es liest: Michael Schnell.

Etgar Keret:

Die sieben guten Jahre
Etgar Kerets Buch »Die sieben guten Jahre. Mein Leben als Vater und Sohn« beginnt mit der Geburt seines Sohnes: »Sechs Stunden später fällt ein Zwerg, dem ein Kabel aus dem Bauchnabel hängt, aus der Vagina meiner Frau und fängt sofort an zu weinen. Ich versuche ihn zu überzeugen, dass man sich gar keine Sorgen machen muss. Dass alles im Mittleren Osten geklärt sein wird, wenn er erwachsen ist. Frieden wird kommen, es wird keine weiteren Terroranschläge mehr geben, und sogar, wenn es ganz selten einmal einen geben sollte, wird immer jemand Originelles, jemand mit ein wenig Vision in der Nähe sein, um ihn perfekt zu beschreiben.« Während der Kleine zur Welt kommt, muss das Hospital mit mehreren Krankenwagenladungen von Attentatsopfern fertig werden. Kerets Beschreibung lässt den Galgenhumor erkennen, der dem Israeli hilft, mit der ständigen Bedrohung umzugehen. Das zieht sich durch viele der 36 kurzen Momentaufnahmen seines Lebens als Vater, Sohn, Ehemann, Bruder, Freund, Autor, Vielflieger oder Fahrgast diverser eigenartiger Taxichauffeure. Ernsthafter Tiefsinn wechselt sich in diesen Alltagssituationen ab mit Komischem und Groteskem.

»Die sieben guten Jahre« hat Keret des strittigen Inhalts wegen auf Englisch veröffentlicht, kongenial wurde es von Daniel Kehlmann übersetzt. Etgar Keret, 1967 in Ramat Gan geboren, ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Israels. Er schreibt Kurzgeschichten, Graphic Novels und Drehbücher. Sein erster Film »Jellyfish« wurde 2007 auf den Filmfestspielen in Cannes als bestes Debüt ausgezeichnet. Keret lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Tel Aviv.

Es liest: Markus Back.

Vorschläge für Ihre Buchpatenschaft in Blindenschrift
Maja Lunde:

Die Geschichte der Bienen
England, im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht mehr verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock. China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreissend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen.

Philipp Blom:

Die Welt aus den Angeln
Lange kalte Winter, kurze kühle Sommer: Im 17. Jahrhundert veränderte sich das Klima in Europa dramatisch. Das Getreide wurde knapp, Wirtschaft und Gesellschaft gerieten in eine tiefe Krise. Die »Kleine Eiszeit« vermittelt uns einen Eindruck von den schweren Verwerfungen, die ein Klimawandel auslöst. Die Menschen versuchten, sich mit Hilfe der Aufklärung, Wissenschaft und Technik aus der Abhängigkeit von der Natur zu befreien. Aber heute stösst diese moderne Welt an ihre Grenzen, weil sie erneut eine Klimakatastrophe heraufbeschwört. Philipp Blom entwirft ein grossartiges historisches Panorama, in welchem wir die Herausforderungen der Gegenwart erkennen.

Blanca Imboden:

Gipfeltreffen – Wiedersehen auf dem Urmiberg
Was mit dem Bestseller »Wandern ist doof« seinen Anfang nahm, findet endlich die lang ersehnte Fortsetzung. Conny, die sich im ersten Buch in den Innerschweizer Bergführer Toni verliebt, dann aber nach Deutschland zurückreisen muss, macht einen grossen Schritt: Sie kündigt ihren Job als Hotelrezeptionistin und zieht in die Schweiz. Auf dem Urmiberg, oberhalb Brunnen, führt sie mit Toni zusammen ein Bergrestaurant. Dort oben wird die Idee geboren, die Wandergruppe, der sie ihre Liebe zu verdanken haben, spontan zu einem einwöchigen Wiedersehen auf den Urmiberg einzuladen. Irrtümlich erreicht die E-Mail mit der frohen Botschaft nicht nur jene »Wanderfreunde«, auf die man sich freut. Was in der Folge alles passiert, sei hier noch nicht verraten.

folgende buchtitel können dank einer patenschaft produziert werden:

Hörbuch
Charlie Chaplin/David Robinson:
Footlights – Rampenlicht
Ermöglicht durch eine anonyme Patenschaft

Hörbuch
Christoph Pfluger:
Das nächste Geld
Ermöglicht durch eine anonyme Patenschaft

Hörbuch
Irmi Seidl:
Postwachstumsgesellschaft
Ermöglicht durch eine anonyme Patenschaft

Who's who

Tanja Seiler, Mitarbeiterin Auftragsberatung

Ihre Aufgabe in der Blindenbibliothek?

Meine Hauptaufgabe besteht darin, interne wie auch externe Aufträge zu bearbeiten. Ich bin unter anderem für die Aufnahme von Sortimentsbüchern und Zeitschriften zuständig.

Ihre Motivation, für die Blindenbibliothek zu arbeiten?

Da ich selbst eine Sehbehinderung habe, weiss ich aus eigener Erfahrung wie wichtig unsere Arbeit für blinde und sehbehinderte Menschen ist.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei Ihren Kolleginnen und Kollegen am meisten?

Ihre offene und ehrliche Art sowie ihre Zuverlässigkeit.

Und welches ist Ihre wichtigste Eigenschaft?

Flexibel zu sein.

Brauchen Sie Bücher, um glücklich zu sein?

Bücher sind mir sehr wichtig; sie geben mir die Möglichkeit, in eine andere Welt einzutauchen.

In welcher Form geniessen Sie Literatur?

Ich höre jeden Tag Hörbücher.

Welches Buch hat Sie besonders geprägt?

Es haben mich viele Bücher beeinflusst. Einige regen mich zum Nachdenken an, andere unterhalten mich oder fördern meine Vorstellungskraft und Fantasie.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

»Das Paket« von Sebastian Fitzek. Er schreibt sehr spannende Bücher und überrascht mich jedes Mal mit dem Ausgang des Romans.

Welches Buch würden Sie selbst gerne schreiben?

Darüber habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Aber ich würde einen Thriller schreiben.

Sie können uns drei Bücher ans Herz legen.

»Der Nachtwandler« von Sebastian Fitzek. »Girl on the Train« von Paula Hawkins. »Mieses Karma« von David Safier.

Ihre Lieblingsbeschäftigung neben der Literatur?

Mit Freunden oder der Familie etwas unternehmen.

Ihr liebstes Reiseziel?

Ich möchte möglichst viele verschiedene Orte auf der Welt besuchen, daher ändert sich das liebste Reiseziel immer wieder. Zurzeit sind es die USA.

Ihr Lebensmotto?

Geniesse jeden einzelnen Tag.

In fünf Sätzen:

Die ersten sieben Schuljahre besuchte ich eine öffentliche Schule in Basel. Um bessere schulische Unterstützung zu erhalten, ging ich die letzten Schuljahre nach Bern in die Blindenschule Zollikofen. Meine kaufmännische Ausbildung absolvierte ich dann wieder in Basel. Nach Abschluss der Ausbildung hatte ich Glück und konnte mich bei der SBS vorstellen. Nun arbeite ich schon seit knapp sechs Jahren hier.

SBS-Weihnachts-CD

Lassen Sie sich von Federica de Cesco verzaubern

Die neue Weihnachts-CD der SBS

Seit über zehn Jahren verschickt die SBS jedes Jahr um die Weihnachtszeit ein neues Hörbuch als kleines Dankeschön an ihre Gönnerinnen und Gönner.

Dieses Jahr haben wir eine besondere Geschichte von und mit Federica de Cesco aufgenommen. »Weihnacht im Flughafen«, erzählt von einer ungewöhnlichen Begegnung zwischen der Japanerin Fumiko und einem kleinen Jungen am Flughafen Kloten. Was dieses magische Treffen mit einer gelben Rose zu tun hat, sei an dieser Stelle nicht verraten. Bestellen Sie Ihr Exemplar der Weihnachts-CD der SBS vor und tauchen Sie ein in das Hörvergnügen mit Federica de Cesco.

Vielleicht fehlt in Ihrer Weihnachts-Hörbuchsammlung der SBS noch das eine oder andere Exemplar, der seit 2006 produzierten CDs? Fehlende Exemplare können Sie direkt und kostenlos bei der SBS anfordern:

  • 2008 Erich Kästner, Patricia Highsmith, Martin Suter: Weihnachten – moderne Kurzgeschichten
  • 2009 Diverse Autoren: Advent – 24 Geschichten, Tipps und Rezepte
  • 2010 J.R.R. Tolkien: Briefe vom Weihnachtsmann
  • 2011 Esther Becker: Schlittentaxi
  • 2012 Robert Walser: Tiefer Winter
  • 2013 Stefan Teuwissen: Adventsbuch vom grossen bösen Wolf
  • 2014 Historisches: Der kleine Weihnachtsfrieden 1914
  • 2015 Franz Hohler: Weihnachtsgeschichten
  • 2016 Charles Lewinsky: Der Teufel in der Weihnachtsnacht

Bestellungen nehmen wir gerne unter der Telefonnummer 043 333 32 32 oder per E-Mail an spenden@sbs.ch entgegen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Ilona Koch

Impressum

dialog Nr. 31 – Oktober 2017
dialog, das Magazin der SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte
Redaktionsleitung und Produktion: Sabrina Nepozitek, www.sbs.ch
Textredaktion und Beratung: trieloff kommunikation, www.trieloff.ch
Grafik Design und Satz/Illustrationen: JoosWolfangel, www.jooswolfangel.ch
Titelbild/weitere Fotos: Matthias Auer, www.auerfoto.ch
© SBS 2017
Verlag: SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte
Grubenstrasse 12
CH-8045 Zürich
Telefon +41 43 333 32 32
Fax +41 43 333 32 33
www.sbs.ch
E-Mail: spenden@sbs.ch
Spendenkonto: 80-1514-1

Der dialog ist für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen auch in geeigneter Form erhältlich. Auskunft über Telefon +41 43 333 32 32 oder nutzerservice@sbs.ch

Aktuelle «dialog»-Ausgabe hören

dialog Nr. 31 (00:22) Start
1 Editorial (02:42) Start
2 Interview. Lesen macht Spass – trotz Dyslexie (15:49) Start
3 Prix Chronos. Lesewettbewerb für Jung und Alt (08:21) Start
4 Lexikon. Dyslexie: Was ist das? (02:38) Start
5 Buchpatenschaft (14:18) Start
6 Who's who. Tanja Seiler (03:23) Start
7 SBS-Weihnachts-CD (02:42) Start

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Porträt einer Mitarbeiterin der Mittelbeschaffung

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