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dialog Nr. 35 Oktober 2019

Mitenand gahts besser!

Das Interview. Annette Bräuning ist seit zwanzig Jahren vom Hals abwärts gelähmt. Gemeinsam mit ihrem Mann Niggi reist sie trotzdem durch ganz Europa.

Die Blindenbibliothek Landschlacht wurde geschlossen. Die SBS und die bisherige Betreiberin, die Caritasaktion der Blinden, konnten gemeinsam eine gute Lösung finden.

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

»Mitenand gahts besser!« Diesen Ausspruch kennen wir doch schon seit Kindertagen. Fast täglich erleben wir im Alltag, dass darin viel Wahres steckt. Natürlich wollen wir immer wieder beweisen, dass wir es auch selbst schaffen. Doch oft erkennen wir, dass es viel einfacher ist, eine Arbeit gemeinsam anzupacken.

Auch in der SBS arbeiten viele Menschen Hand in Hand, damit ein Schwarzschrift-Buch aus dem Buchhandel zu einem Braille-Rucksackbuch, einem Hörbuch oder einem Grossdruckbuch für die Ausleihe an unsere Kundinnen und Kunden wird.

Nachdem die Caritasaktion der Blinden (CAB) ihre Blindenbibliotheken in Landschlacht und Collombey finanziell nicht mehr tragen konnte, hat sie ganz nach dem Motto »Mitenand gahts besser!«, das Gespräch mit der SBS gesucht, um eine für alle Beteiligten zukunftsgerechte Lösung zu finden. Lesen Sie auf Seite ..., wie gut die Integration der Blindenbibliothek Landschlacht in die SBS gelungen ist.

Unser Redaktor Martin Orgler durfte im Gespräch mit der an Multipler Sklerose erkrankten Annette Bräuning und ihrem Mann Niggi erfahren, wie das vertraute Miteinander des Ehepaars trotz Behinderung und Krankheit vieles möglich macht, sogar das Reisen im eigens umgebauten Camper. Im Beitrag auf Seite ... erhalten Sie einen beeindruckenden Einblick in das Leben von Annette und Niggi Bräuning.

Und übrigens: »Mitenand gahts besser!« heisst auch ein Kurzfilm von Kurt Früh aus dem Jahr 1949. Geschichten seiner Tochter Katja Früh hören Sie auf der CD: »Katja Früh – Geschichten aus dem Alltag«. Näheres dazu auf Seite ...

»Mitenand gahts besser!« ist auch Ihr Grundsatz, liebe Spenderin, lieber Spender. Denn nur Ihre Unterstützung ermöglicht uns, dringend benötigte Bücher für seh- und lesebehinderte Menschen zu produzieren!

Vielen Dank dafür!

Herzlich

Ihr Daniel Kunz, Stv. Geschäftsführer SBS

Interview

Spannend, die zwei Langweiler!

Annette (71) und Niggi (72) Bräuning leben in Basel, haben zwei erwachsene Töchter und sind seit 52 Jahren ein Herz und eine Seele. Ihre grosse Liebe zueinander spürt man sofort. Wenn er beim Mittagessen darauf achtet, ein wenig Hautkontakt zu ihr zu halten. Wenn sie über seine Geschichten lacht, die sie schon hundertmal gehört hat. Wenn er ihr mit der Gabel behutsam zu essen gibt und ihr den Mund abwischt. Wenn sie geduldig, ohne zu Murren auf Hilfe wartet. Wenn sie sich wohlwollend in die Augen sehen. Wenn er mit ihr im Rollstuhl die Welt erobert.

Niggi und Annette Bräuning

Annette erhielt vor mehr als vierzig Jahren die Diagnose Multiple Sklerose (MS). Vor zwanzig Jahren hatte sie einen septisch-toxischen Schock und fiel ins Koma. Als sie erwachte, war sie vom Hals an gelähmt. Sie musste wieder lernen, zu sprechen, was ihr heute noch Mühe bereitet. Damals gab Niggi seinen Beruf als Fotograf auf, um sich ganz auf Annette konzentrieren zu können. Er hat einen Kastenwagen zu einer mobilen Pflegestation umgebaut, damit sie weiterhin reisen können. Ihre ältere Tochter hat sie auf einigen Reisen mit der Kamera begleitet. Der Film »Immer und ewig« ist dabei entstanden.

Martin Orgler: Was ist das Geheimnis, dass Sie 52 Jahre glücklich zusammen sind?

Niggi Bräuning: Wir sind zwei Langweiler.

Annette Bräuning: Da gibt es kein Geheimnis.

NB: Vielleicht ist unser Rezept Dauerstress. Ich habe mir das noch gar nie überlegt.

Als Sie etwa dreissig Jahre alt waren, nach der Geburt Ihrer zweiten Tochter, wurde bei Ihnen Multiple Sklerose diagnostiziert. War das ein grosser Schock?

AB: Überhaupt nicht. Es war klar, dass ich etwas haben muss. Ich hatte bereits gemeint, ich spinne.

NB: Bereits mit siebzehn Jahren schaffte Annette bei einem Sportanlass die letzten hundert Meter nicht mehr – das erste Symptom, das wir rückblickend festhalten konnten. Und beim Skifahren ist sie öfter hingefallen als die anderen.

AB: Ja, an jeder Ecke bin ich umgekippt.

NB: Und du hast die anderen genervt.

AB: Nicht genervt, nein. Es hat mich eher ein wenig zur Aussenseiterin gemacht.

Damals hat noch niemand gesagt, das könnte MS sein?

AB: Nein.

NB: Offiziell war das erst 1977, im Herbst. 1972, als wir frisch verheiratet waren, bekam Annette Kopfweh und Sehstörungen. Dies waren bereits erste Anzeichen der Krankheit.

War es eine Erleichterung, zu erfahren, dass es einen Grund für die Symptome gibt?

AB: Ja, genau. Ich wusste, ich gehöre zu einer Gruppe. Das hat gut getan.

Hat das damals Ihre Beziehung belastet?

AB: Nein. Wir wussten nicht, was kommt. Es war schleichend bis zum Koma, danach war ich ganz gelähmt.

Wie stark eingeschränkt waren Sie vor dem Schock?

AB: Schon ziemlich. Die Arme waren schwach, die Beine schon länger gelähmt.

Waren Sie auf die komplette Lähmung vorbereitet, da Sie MS hatten?

AB: Ich glaube ja.

NB: Die Lähmung hat die MS überlagert, jetzt kommt sie wieder und damit auch die Müdigkeit. Das ist bei MS normal. Ob die MS beleidigt ist, dass wir sie einfach nicht ernst nehmen, nicht beachten? Ob das das Geheimnis ist, dass sie einen so langsamen Verlauf nimmt? (lacht)

Wie kam es zum septisch-toxischen Schock?

NB: Der Schock hängt wahrscheinlich nicht mit der MS zusammen, höchstens mit der erhöhten Infektanfälligkeit. Aber so einen Schock kann jeder bekommen. Critical Illness Polyneuropathie heisst die Krankheit, die Annette hatte. Der Abend vor dem Schock war noch normal. Am nächsten Morgen ist sie nicht erwacht. Sie hat einfach nur geröchelt. Der zu Hilfe gerufene Hausarzt war nach fünf Minuten hier, hat den komatösen Zustand festgestellt und die Ambulanz gerufen. Unsere Tochter Fanny war gekommen. Wir wurden darauf vorbereitet, dass das wahrscheinlich das Ende ist, denn jeder zweite gesunde Mensch überlebt so einen Zusammenbruch nicht. Ich war der Einzige, der nicht ans Ende glaubte. Die Krankenschwester, die damals die Aufnahme machte, erzählte später, dass ich nur immer von einem Auto gesprochen hatte, das ich umbauen wollte. Ein Bekannter, dessen Frau ebenfalls im Rollstuhl sitzt, hatte sich ein Fahrzeug als mobile Pflegestation bauen lassen. Das inspirierte mich. Nur das hatte ich im Krankenhaus im Kopf.

Mit der Zweierkiste, die wir haben – manchmal habe ich Gedanken, wie schlecht es mir ginge, wenn sie weg wäre. Da denke ich schnell lieber wieder etwas anderes.

Die Ärzte haben Ihnen gesagt, dass sie nie wieder nach Hause kann.

NB: Das haben sie nach einem Jahr noch gesagt. Sie wird nie mehr essen können, wird nie mehr nach Hause können.

AB: Das ist einfach nicht infrage gekommen.

Sie wurden plötzlich vom Fotografen zum Pfleger. Haben Sie sich nie gedacht, das schaffe ich nicht, das kann ich nicht?

NB: Mich interessieren Lösungen, nicht Probleme. Nein, das habe ich nie gedacht. Ich hatte zwar einen erfüllenden Beruf. Das war aber kein Thema mehr. Mir war klar, dass ich für sie da sein werde.

AB: Ich habe das gar nicht für möglich gehalten.

NB: Du warst ein Jahr lang in der Reha. MS hat den Vorteil, dass man Zeit hat. Man kann sich an vieles gewöhnen. Ich habe eine Kurve gezeichnet. Mit der MS geht die nur abwärts. Das ist nicht leicht zu ertragen. Man weiss, es hört nicht auf und wird einfach immer schlechter. Das Koma hat die Kurve ganz schnell auf null abfallen lassen. Von dort ist es aber wieder aufwärts gegangen. Das ganz tiefe Niveau war viel leichter zu ertragen, da es eine Aufwärtstendenz gab. Auch wenn es nur kleine Schritte waren, die es aufwärts ging. Alles ist ein Erfolg.

Haben Sie sich jemals überlegt, ob Sie ihre Frau verlassen müssen – zum Besseren für Sie beide?

NB: Nein, auch das war nie ein Thema. Im Film fragt unsere Tochter Fanny das auch. Sie kann nicht glauben, dass es kein Problem war, zusammen zu bleiben, dass es kein Problem war, meinen Beruf aufzugeben. Das glauben mir die Leute nicht. Zuerst war es ja nur die MS, die langsam gekommen ist. Annette ist eine Kämpferin und ein sturer Kopf wie ich. Sie hat als Grafikerin die Nächte durchgearbeitet. Wir sind beide nicht Menschen, die warten, bis man ihnen sagt, was sie machen müssen. Ein Begriff, den es meines Erachtens geben sollte, ist die »Irrfahrung«. Odysseus' Irrfahrten, das waren ja Erfahrungen. Wenn wir auf Reisen sind, machen wir das auch.

Sie reisen ohne Planung?

NB: Wir wissen nie, wo wir die nächste Nacht schlafen werden. So sind wir zum Beispiel in die Camargue gefahren. Wir haben zweieinhalb Wochen gebraucht, bis wir dort waren. Es ist überall schön. Wir waren vorher noch nie in Besançon, in Lyon oder in Valence. Wir waren noch nie auf dem Mont Ventoux und haben dort übernachtet.

Gibt es da auch heikle Momente, wenn Sie unterwegs sind?

NB: Wir sind jetzt seit 52 Jahren gemeinsam unterwegs. Wir hatten fast nie Probleme. Daher habe ich keine Angst.

Das ist mutig.

NB: Vielleicht ist es Leichtsinn.

Nach dem Koma mussten Sie wieder sprechen lernen. War das sehr schwer?

AB: Ja, ich muss noch immer lernen.

NB: Das Schlimmste für mich waren die Missverständnisse, als sie aus dem Koma erwacht war, aber nicht kommunizieren konnte. Das ist für mich noch heute der Horror. Es ist sehr schwer, wenn man nicht kommunizieren kann und sich im schlimmsten Fall auch nicht verabschieden kann. Unsere zweite Tochter hat das ABC auf einen Karton geschrieben. Wir haben das Annette hingehalten. Das Einzige, das sie nach dem Erwachen konnte, war blinzeln. Zweimal blinzeln war ja. Dann haben wir versucht, die ersten Aussagen von ihr zu bekommen. Das war eindrücklich. Was sie unbedingt sagen wollte, war: Spitex absagen. Da dachte ich zuerst: Jetzt ist sie durch. Sie kommt zurück und kommt mit so einem Blödsinn. Das war mein erster Gedanke. Der zweite Gedanke war: Sie ist hellwach und genauso pingelig und verantwortungsbewusst, wie sie es immer war. Das zweite, was sie gesagt hat, war: Besucher Stuhl. Sie wollte nichts anderes sagen, als dass es einen Stuhl braucht für Angelika, ihre älteste Freundin, die zu Besuch war. Sie war also voll da.

Was schränkt Sie am meisten ein?

NB: Annette sagt im Film einmal, dass sie ihren Beinen schon lange nicht mehr nachtrauert, aber den Händen, der Selbstständigkeit, die verloren gehe. Die Beine kann man weitgehend ersetzen, aber nicht die Hände!

Sie sind Grafikerin. Haben Sie noch eine Möglichkeit, in dieser Richtung etwas zu machen?

AB: Nein, das will ich gar nicht. Ich habe immer gerne von Hand gezeichnet und das geht nicht mehr.

Fehlt es Ihnen?

AB: Ja, das fehlt. Was mir auch sehr fehlt, ist das Notizen machen. Ich habe mir sehr viel aufgeschrieben.

Jetzt müssen Sie sich alles merken.

AB: Das ist anstrengend. Die Ergotherapie hat geholfen, dass ich mir mehr merken kann. Das ist nicht selbstverständlich.

Lesen Sie gerne?

AB: Ja, ich habe Bücher gerne gehabt.

Sind Hörbücher ein Ersatz?

AB: Nicht ganz, die Hörbücher sind aber schon sehr schön.

Entspannen Sie sich mit einem guten Hörbuch?

AB: Ja, das mache ich gerne.

Sie sind schon länger Kundin der SBS.

AB: Ja, ich konnte mich mit meinem Arztzeugnis anmelden. Seit zwanzig Jahren kann ich keine Bücher mehr lesen, weil ich nicht blättern kann.

Sind Sie mit dem Angebot der SBS zufrieden?

AB: Das Angebot ist sehr gut.

Sie können mit Ihrer Fernbedienung die Grundfunktionen des Radios und anderer Geräte durch Blasen in ein Röhrchen steuern und so mehrere Geräte bedienen. Funktioniert das gut?

AB: Das funktioniert ganz toll. So kann ich Andere anrufen oder ich kann den Niggi suchen.

NB: Das ist kein Problem, aber das Finden.

Finden Sie es gut, dass Menschen mit einer motorischen Beeinträchtigung auch Zugang zur Ausleihe der SBS haben?

NB: Das ist sehr gut. Die können ja Bücher auch nicht lesen. Das Problem ist, dass Sehbehinderte und Blinde Dinge können, die Annette nicht kann, zum Beispiel Geräte bedienen. Es wäre gut, wenn die SBS sich in ihrem Angebot und ihrer Unterstützung noch stärker auf Kundinnen und Kunden wie Annette ausrichtet.

Sind Sie beide voneinander abhängig?

NB: Ja sicher, völlig. Nach dem Film unserer Tochter wurde in Zeitungen geschrieben, es sei purer Egoismus, dass ich sie missbrauchen würde, um zu beweisen, was für ein toller Kerl ich sei. Das geht mir zu weit. Dass das Ganze keine normale Beziehung ist, ist ja klar. Was dann aber alles völlig frei interpretiert wird, da kann ich nur schmunzeln. Jeder interpretiert etwas anderes in unsere Beziehung. Wir sind nun wegen des Films in der Halböffentlichkeit. Es ist schade, dass einige Dinge falsch dargestellt worden sind.

Wie lange ist ein Leben lebenswert?

NB: Das weiss man nachher.

AB: Ich habe eine andere Antwort. Wenn ich blind werden würde, würde ich nicht mehr wollen. Ich kann mich schon nicht bewegen. Das ginge dann zu weit.

NB: Wenn ich als Fotograf blind würde, dann hätte ich nur einen Gedanken: Die Musik gibt es noch.

Haben Sie den Eindruck, die Krankheit bestimme zu viel in Ihrem Leben?

NB: Wir mussten die Krankheit ins Leben integrieren. Aber grundsätzlich stellen wir uns solche Fragen einfach gar nicht. Annette darf ja nicht zunehmen. Mein Trick ist, dass ich ihr einen Teil des Essens mit Soja kontaminiere, das sie nicht gerne hat, und mit dem Argument, dass sie keinen Teig essen darf, beisse ich die Enden der Frühlingsrolle ab.

Sie sind auf Ihren Mann angewiesen. Ist das schwierig für Sie?

AB: Nein, ich vertraue ihm.

Für ihn wird es körperlich immer schwieriger, alles zu stemmen.

AB: Ja. Irgendwann geht das leider nicht mehr, das werden wir dann sehen.

Ich wünsche Ihnen, dass es noch möglichst lange geht. Es ist sehr schön, zu sehen, wie Sie miteinander umgehen, mit viel gegenseitigem Respekt und viel Liebe.

AB: Ja. (strahlt) Wir haben es uns versprochen.

Martin Orgler

Mit den Ohren lesen

Das Ausleihangebot der SBS steht allen Menschen zur Verfügung, die ein herkömmliches gedrucktes Buch aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht (mehr) lesen können. Neben Personen mit einer Sehbehinderung können auch all jene vom breiten Sortiment der SBS-Bibliothek profitieren, die aufgrund einer motorischen oder neurologischen Beeinträchtigung (z.B. durch Multiple Sklerose, Parkinson, Rheuma oder einen Schlaganfall) Bücher nicht mehr halten oder darin nicht mehr blättern können.

Wenn Augen oder Hände das Lesen gedruckter Medien nicht länger zulassen, sind Hörbücher eine gute Alternative. Über 40'000 davon können bei der SBS auf CD bestellt oder in unserer Online-Bibliothek heruntergeladen werden. Professionelle Sprecherinnen und Sprecher nehmen in den Studios der SBS Hörbücher und Hörzeitschriften auf. Die Palette reicht vom Krimi bis zum Kochbuch, vom Roman bis zum Ratgeber, vom Märchen bis zur Mundartgeschichte. Selbst Abstimmungsunterlagen lassen sich als Hörzeitschrift abonnieren. Ein aktueller Überblick zum Ausleihangebot findet sich in unserem Katalog auf www.online.sbs.ch.

Bei Fragen zur Anmeldung gibt der Nutzerservice gerne Auskunft unter 043 333 32 32 oder nutzerservice@sbs.ch.

Rückblick

Blindenbibliothek Landschlacht: Bereicherung für die SBS

Ende 2018 wurde die Blindenbibliothek in Landschlacht (BBL) geschlossen. Was hat sich dadurch verändert?

Nach über 50 Jahren entschied die Schweizerische Caritasaktion der Blinden (CAB), den Betrieb der Blindenbibliothek in Landschlacht (BBL) aus finanziellen Gründen einzustellen und an die SBS zu übergeben. Die Schliessung löste in der Blindenszene der Schweiz Bedauern aus. Die Bereitschaft der SBS, den Buchbestand der BBL zu übernehmen und deren Kundinnen und Kunden einen unkomplizierten Wechsel zur SBS zu ermöglichen, hat grosse Erleichterung ausgelöst.

Die BBL war bekannt für Hörbuchproduktionen abseits des Mainstreams mit den Schwerpunkten Religion, Philosophie und Psychologie. Die SBS, welche diese Themengebiete bisher bewusst der BBL überlassen hatte, erklärte sich bereit, die Produktion der rund 100 bis 150 Hörbücher pro Jahr zu übernehmen und das Sortiment entsprechend zu erweitern, ohne dabei den finanziellen Rahmen zu sprengen.

Auch für die vier Festangestellten der BBL hat dieser Einschnitt zu einer neuen Perspektive geführt. Die SBS hat sie in den eigenen Betrieb in Zürich aufgenommen. Doch wie haben die vier den Wechsel erlebt? Und wie haben sie sich in der SBS eingelebt?

Blindenbibliothek Landschlacht: Bereicherung für die SBS
Urs Rehmann

Er war über 20 Jahre lang Leiter der BBL und ist nun bei der SBS Geschäftsleitungsmitglied. Auch wenn er sich das Weiterbestehen der BBL gewünscht hat, beurteilt er die gefundene Lösung als Glücksfall. Die finanziellen Ressourcen und das Know-how der BBL bleiben erhalten. Urs Rehmann ist blind und wohnt in Landschlacht. Seine Arbeitssituation hat sich stark verändert. Doch er ist dankbar für die vielfältigen neuen Möglichkeiten, die sich ihm in der SBS bieten.

Dass Rehmann Mitglied der Geschäftsleitung wurde, ist auch für die SBS ein Glücksfall. Neben seinen beruflichen Qualifikationen zeichnet ihn aus, dass er als Blinder die Zielgruppe der SBS kennt und vertritt. Zudem ist er bestens vernetzt. Gerne bringt er seine grosse Lebenserfahrung ein. Seit Anfang Jahr leitet Urs Rehmann die Stabsstelle »Zugänglichkeit und Qualitätsmanagement«. Dort überprüft er unter anderem, ob die E-Books und Online-Plattformen der SBS für Blinde gut bedienbar sind und lotet Verbesserungsmöglichkeiten aus. Ausserdem sorgt er als Mitglied der Buchkommission dafür, dass die Schwerpunkte der BBL – Religion, Philosophie und Psychologie – bei der Buchauswahl angemessen berücksichtigt werden.

Barbara Trudel

Aus Frauenfeld kommt sie mit dem Zug zur Arbeit. Sie ist stark sehbehindert und hat sich auf ihren neuen Arbeitsweg über den Zürcher Hauptbahnhof einstellen müssen. Mithilfe eines Orientierungs- und Mobilitätstrainings gelang ihr das schnell. »In der Regel komme ich ohnehin sehr früh zur Arbeit. Dann ist der HB noch nicht so stark belebt und ich finde mich problemlos zurecht«, sagt sie. Barbara Trudel war in Landschlacht für den Verleih von Hör- und Braille-Büchern zuständig. Die Bestellungen erhielt sie telefonisch oder per E-Mail. Den Versand der gewünschten Titel organisierte sie selbstständig. Gefallen hat ihr der Kontakt mit den Nutzerinnen und Nutzern. In der SBS arbeitet Barbara Trudel im Nutzerservice. Dort betreut sie zum Teil dieselben Kundinnen und Kunden wie in Landschlacht. Diese bekamen das Angebot, ebenfalls zur SBS zu wechseln. Die meisten haben diese Möglichkeit gerne wahrgenommen.

Thomas Rietmann

Er nahm in Landschlacht viele verschiedene Aufgaben im technischen und administrativen Bereich wahr. In der SBS arbeitet er im Bereich E-Text. Er ist dafür verantwortlich, dass kommerzielle Hörbücher ins DAISY-Format (Digital Accessible Information System) übertragen werden. Dieses Format bietet den Nutzerinnen und Nutzern umfangreiche Navigationsmöglichkeiten.

Zu Beginn war Thomas Rietmann skeptisch und befürchtete, dass sein Tätigkeitsfeld nicht mehr so abwechslungsreich sein würde. Heute ist er begeistert von seiner Arbeit. Die grösste Umstellung für ihn war die Anpassung an die Grösse des Betriebs. »In Landschlacht waren wir zu viert und fast permanent miteinander in Kontakt. In der SBS mit ihren fast 80 Mitarbeitenden fühlte ich mich zuerst etwas verloren. Das wurde aber schnell besser, je länger ich hier arbeitete. Denn der Umgang miteinander ist sehr offen und herzlich«, freut sich Thomas Rietmann.

Hansruedi Bosshard

In Landschlacht war er für die Hörbuchproduktion verantwortlich. Er wählte die aufzusprechenden Bücher aus, kümmerte sich um die Lizenzen und war für die Sprecherinnen und Sprecher Ansprechperson bei inhaltlichen Fragen. In der SBS arbeitet Hansruedi Bosshard nun mit Urs Rehmann in der Stabsstelle »Zugänglichkeit und Qualitätsmanagement«. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem das Testen der SBS-Produkte auf verschiedenen Lesesystemen. Im Gegensatz zu Urs Rehmann, der die Zugänglichkeit für Blinde kontrolliert, stehen bei Hansruedi Bosshard die sehenden Nutzerinnen und Nutzer im Vordergrund. Seine Prüfungen sind besonders bei Produkten erforderlich, die sowohl für Blinde als auch für sehende Lesebehinderte konzipiert sind.

vlnr: Hansruedi Bosshard, Thomas Rietmann, Barbara Trudel, Urs Rehmann

Die Teilzeitarbeitsplätze der acht professionellen Sprecherinnen und Sprecher der BBL konnten nicht erhalten werden; die meisten von ihnen arbeiteten ohnehin bereits in der SBS. Nach der Schliessung der Bibliothek in Landschlacht haben sie sich zum gemeinnützigen Verein Hörmedienproduktion für Blinde, Seh- und Lesebehinderte (HSL) zusammengeschlossen. In Kreuzlingen konnten sie mit Unterstützung der Stadt ein Studio einrichten. In Eigenregie produzieren sie dort Hörbücher, finanziert von diversen Gönnern. Inhaltlich verfolgt der Verein eine ähnliche Ausrichtung auf Nischenprodukte wie die ehemalige BBL. Der Schwerpunkt liegt auf Fachbüchern aus Kultur und Geschichte sowie Büchern aus der Schweiz. Da ein vielfältiges Bücherangebot sehr wichtig ist, begrüsst die SBS die Zielsetzungen und Bestrebungen des Vereins.

Ein halbes Jahr nach der Schliessung der BBL lässt sich ein erfreuliches Fazit ziehen. Das Medienangebot für Blinde, Seh- und Lesebehinderte wird schweizweit sowohl quantitativ wie auch qualitativ weiter verbessert.

Mischa Künzle, Martin Orgler

Lexikon

EPUB 3 (electronic publication Version 3), ein offener, globaler und allen zugänglicher Standard für E-Books.

EPUB 3 – Was ist das?

Mit EPUB 3 gelang es erstmals, ältere Standards für E-Books mit neuen Standards aktuell im Handel erhältlicher E-Books zu verschmelzen. Für Menschen mit Beeinträchtigung verbessert das die Zugänglichkeit zu vielen Publikationen. Der EPUB 3-Standard übernimmt die Kernelemente des DAISY-Standards (Digital Accessible Information System) vollständig und erweitert sie sogar noch. Der DAISY-Standard ist ein weltweit genutzter Standard für navigierbare, zugängliche Multimedia-Dokumente. Hörbücher im DAISY-Format eröffnen den Nutzerinnen und Nutzern diverse Navigations- und Darstellungsmöglichkeiten. EPUB 3 bietet zudem neue und bessere Gestaltungsmöglichkeiten als die Vorgängerformate.

Die globale Verbreitung von EPUB 3 sichert die Weiterentwicklung von Wiedergabemöglichkeiten. Zudem sind weitere Innovationen zu erwarten.

Für unsere Nutzerinnen und Nutzer bedeutet die Umstellung auf EPUB 3, dass die SBS künftig noch komfortablere Varianten ihrer Formate (Hörbücher, E-Books) entwickeln, produzieren und ausleihen kann. In absehbarer Zeit wird es möglich sein, SBS-Hörbücher mit E-Books in einem Produkt zu kombinieren, sodass bei der Wiedergabe zum Beispiel das jeweils gesprochene Wort automatisch am Bildschirm im Text markiert wird. Eine weitere grosse Verbesserung ist, dass die Texte nicht mehr elektronisch sondern von einer realen Sprecherin, einem realen Sprecher vorgelesen werden.

Nachlassplanung

Einladung zur Informationsveranstaltung »Testament und Erbschaftsplanung«

Ratgeber zum Thema Nachlass hier bestellen: www.sbs.ch/testament

Einladung zur Informationsveranstaltung »Testament und Erbschaftsplanung«

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Fragen zur Erbschafts- und Nachlassplanung frühzeitig zu regeln, ist nicht nur sinnvoll, sondern auch befreiend. Wer es bereits getan hat, wird diese Meinung teilen.

Den für Legate und Erbschaften Verantwortlichen der SBS werden öfter Fragen zur Nachlassregelung gestellt. Was wir nicht selber beantworten können, bringen wir bei Fachpersonen in Erfahrung. Damit guter Rat für Sie nicht teuer wird, bieten wir Ihnen die kostenlose Teilnahme an unserer Veranstaltung an.

Noëmi Wirz, Expertin für Erbrecht beim VZ Vermögens-Zentrum Zürich, wird Ihnen unter anderem erläutern, welche Vorkehrungen Sie treffen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten. Gerne wird sie auch auf Fragen zur Patientenverfügung eingehen.

Das detaillierte Programm und das Anmeldeformular finden Sie unter www.sbs.ch/testament-veranstaltung Wir bitten Sie um Ihre Anmeldung bis spätestens 13.11.2019. Bei Fragen senden Sie uns bitte eine E-Mail an spenden@sbs.ch oder kontaktieren Sie Ines Meili telefonisch unter 043 333 32 32.

Freundliche Grüsse
Dr. Flavia Kippele, Geschäftsführerin
Ines Meili, Verantwortliche Partnerschaften

Datum

Donnerstag
21. November 2019
16.00 bis 18.30 Uhr

Ort

KV Business School
Sihlpost-Gebäude beim Hauptbahnhof Zürich

Anmeldung

bis 13. November 2019
online unter www.sbs.ch/testament-veranstaltung,
mit einer E-Mail an spenden@sbs.ch
oder telefonisch unter 043 333 32 32.

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.

Buchpatenschaft

Buchpatenschaften für Hörbücher und Bücher in Blindenschrift

Eine grosszügige Spende von Privaten, von Firmen oder aus besonderem Anlass

Liebe Leserin,
lieber Leser

Jährlich werden in der SBS mehr als 1000 neue Hörbücher aufgenommen und über 100'000 Originalseiten aus Büchern und Zeitschriften in Brailleschrift übertragen. Auf der SBS-Warteliste und der Wunschliste unserer Kundinnen und Kunden stehen aber noch viele weitere Titel der gut 70'000 Neuerscheinungen, die jährlich in deutscher Sprache auf den Markt kommen. Dank Ihrer Buchpatenschaft könnten wir einige von diesen realisieren.

So werden Sie Buchpatin oder Buchpate

Unter www.sbs.ch/spenden-unterstuetzen/buchpatenschaft/ finden Sie eine Auswahl der Bücher, die wir gerne übertragen würden. Oder haben Sie eigene Buchvorschläge? Teilen Sie uns diese mit! Wir unterhalten uns sehr gerne mit Ihnen darüber.

Eine Buchpatenschaft für 4000 Franken

Mit diesem Betrag finanzieren Sie die Herstellung eines Hörbuchs oder eines Braille-Buchs. »Ihr« Hörbuch erhalten Sie als CD zur privaten Nutzung. Ihre Patenschaft erwähnen wir auf Wunsch gerne am Anfang des Buchs. Im dialog und auf der SBS-Website publizieren wir Ihre Patenschaft mit oder ohne Namensnennung.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Ines Meili, Verantwortliche Partnerschaften
Telefon 043 333 32 32
E-Mail spenden@sbs.ch

Unsere aktuellen Buchvorschläge für Ihre Patenschaft finden Sie auf unserer Website unter www.sbs.ch/spenden-unterstuetzen/buchpatenschaft

Folgen Sie uns auf Facebook, wo wir regelmässig neue Bücher vorstellen, für die wir Buchpatinnen und Buchpaten benötigen. www.facebook.com/sbs.schweiz

Diese Bücher konnten wir dank Patenschaften als Hörbuch oder Braille-Buch realisieren

Hans-Rudolf Zulliger:

Gaias Vermächtnis

Die Welt wird gezeigt als ein lebendiges Organ, das nur in seiner Ganzheitlichkeit Leben in der heutigen Form ermöglicht. Leben zu erhalten bedeutet deshalb, nicht nur Bio-Nachhaltigkeit, sondern auch soziale Gerechtigkeit und ökonomische Verantwortung zu leben. Denn eine integrale Weltsicht verlangt nach dem Bewusstsein, dass alles, was der Einzelne tut, alles Leben beeinflusst – heute und für alle zukünftigen Generationen.

Es liest: Venus Madrid

Hörbuch ermöglicht durch eine Stiftung

Christiane Tietz:

Karl Barth

Die Autorin erzählt in dieser Biografie Karl Barths faszinierendes Leben im Widerspruch – gegen den theologischen Mainstream, gegen den Nationalsozialismus und privat, unter einem Dach mit Ehefrau und Geliebter, im Widerspruch mit sich selbst.

Christiane Tietz geht überzeugend den Wechselwirkungen zwischen Barths persönlicher und politischer Biografie und seiner Theologie nach.

Es liest: Walter Sigi Arnold

Das Wunsch-Hörbuch einer anonymen Patin

Abdullah Dur:

Der Pascha aus Urnäsch

Ueli Kurt, ein junger, begabter Schreiner, lebt Mitte des 19. Jahrhunderts in Urnäsch. Seine Schnitzereien an der neuen Kirchentür machen ihn weit über das Ausserrhoder Dorf hinaus bekannt. Als talentierter Handwerker wird er nach Frankreich vermittelt, wo es beim Unterhalt von Schloss Chambord im Loiretal viel zu tun gibt. Er nimmt Abschied von seinem behinderten Kind und seiner Frau, die er nie geliebt hat, und hofft, der Armut und Perspektivenlosigkeit der Heimat entfliehen zu können. Eine abenteuerliche Reise beginnt, die ihn bis ins Osmanische Reich führt, wo sich sein Schicksal zum Guten wendet.

Es liest: Raphael Burri

Hörbuch dank einer Patenschaft der Narimpex AG in Biel

Lukas Hartmann:

Der Sänger

Buch in Blindenschrift, ermöglicht durch eine Patin, die nicht genannt werden möchte

5 Fragen an Lukas Hartmann

Martin Orgler: Sie haben am 29. Juni 2019, am Tag der offenen Tür der SBS, zwei Lesungen gemacht. Haben Sie einen Bezug zur SBS?

Lukas Hartmann: Nein, ich wurde durch meinen Verlag angefragt, der mich bezüglich meiner Lesungen managt. Auch wenn ich im Sommer praktisch alles ablehne, habe ich bei der SBS gerne zugesagt, weil ich sehr neugierig war, mit diesem Publikum in Kontakt zu kommen.

Haben Sie einen persönlichen Bezug zu Blinden oder Sehbehinderten?

Ich glaube, es geht nicht über das übliche Mass hinaus, dass ich hin und wieder in Kontakt komme mit Sehbehinderten und Blinden. An meinen Lesungen sitzt ab und zu jemand, der nicht gut sieht oder gar nicht sehen kann. Das sind meistens sehr aufmerksame Menschen.

Warum muss man Ihr neues Buch »Der Sänger« unbedingt lesen?

Niemand muss ein Buch lesen, aber vielleicht kann ich Interesse wecken, wenn ich sage, dass es in einer Epoche spielt, Zweiter Weltkrieg 1942, in der Schweiz, als sehr viele Flüchtlinge an die Grenze kamen, vor allem jüdische Flüchtlinge. Es gab einen Erlass, diese abzuweisen, was gewisse Parallelen zur heutigen Situation aufweist. Das hat mich interessiert und auch das Schicksal dieses einen weltberühmten, jüdischen Sängers namens Joseph Schmidt, der in die Schweiz gekommen ist, hier krank wurde, zu wenig behandelt wurde und dadurch verstarb.

Für Ihr neues Buch haben wir eine Spenderin gefunden, die eine Buchpatenschaft übernommen hat, sodass wir es nun in Blindenschrift übertragen können. Wie finden Sie das?

Das ist sehr schön. Es berührt mich auch, dass mein Buch in Blindenschrift, also Brailleschrift, übertragen und so mehr Menschen zugänglich gemacht wird. Es ist ja eigentlich auch etwas, das für das Ohr bestimmt ist mit dem Titel »Der Sänger«.

Die Spenderin hat gezielt Ihr Buch ausgesucht, damit es übertragen werden kann.

Das freut mich sehr.

Autor Lukas Hartmann und Martin Orgler am Tag der offenen Tür der SBS

Mit einer Buchpatenschaft für 4000 Franken ermöglichen Sie ein Hörbuch oder ein Blindenschriftbuch.

Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Patenschaft in Ihren Firmen-Publikationen und auf Ihrer Website erwähnen, Ihren Kundinnen und Kunden darüber berichten oder es privat weiterempfehlen. Ihre Spende ist steuerabzugsfähig. Herzlichen Dank!

Who's Who

Valentin Arens Mitarbeiter Stabsstelle Sortimenterweiterung

Valentin Arens
Ihre Aufgabe in der Blindenbibliothek?

Redaktion der Nutzermagazine. Leitung der Buchkommission.

Ihre Motivation, für die Blindenbibliothek zu arbeiten?

Spass an Büchern.

Welche Eigenschaft schätzen Sie bei Ihren Kolleginnen und Kollegen am meisten?

Humor.

Und welches ist Ihre wichtigste Eigenschaft?

Hmm.

Brauchen Sie Bücher, um glücklich zu sein?

Natürlich, seltsame Frage.

In welcher Form geniessen Sie Literatur und wie häufig?

Jeden Tag, in jeder Form.

Welches Buch hat Sie besonders geprägt – und warum?

»Krieg und Frieden« von Tolstoj. Das erste Buch, das ich in der Schule freiwillig gelesen – und sogar mit in die Ferien genommen habe.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen – und warum?

Ich lese immer mehrere Bücher parallel. Das letzte Buch, das ich fertiggelesen habe, heisst »A Bigger Message: Gespräche mit David Hockney«. Hockney ist ein Künstler, den ich sehr schätze.

Welches Buch würden Sie selbst gerne schreiben?

Etwas zwischen Rabelais und Bolano. Titel: »Godzilla. Mein Liebesleben«.

Oder etwas zwischen Pilcher und Leon. Titel: »Rosen im Vaporetto«.

Sie können uns drei Bücher ans Herz legen.

Nur drei ist schwer.

Ihre Lieblingsbeschäftigung neben der Literatur?

Familie, Freunde, Film, Theater, Kunst, Musik, Essen, Schlafen usw.

Ihr liebstes Reiseziel?

Das nächste.

Ihr nächstes Ziel in der SBS?

Meine Pensionierung in rund zwei Jahren.

Ihr Lebensmotto?

Lotto?

In fünf Sätzen

Aufgewachsen in München und Zürich. Studium in Frankreich und in den USA. Nach rund 15 Jahren Rückkehr mit der Familie in die Schweiz. Arbeit als Restaurator für Denkmalschutz in Deutschland und der Schweiz. Seit nunmehr 25 Jahren bei der SBS.

SBS-Weihnachts-CD

Katja Früh: Geschichten aus dem Alltag

»Gute Taten« heisst eine der Geschichten von Katja Früh auf unserer diesjährigen Weihnachts-CD. Sie stellt sich darin die Frage, ob sie Gutes tun soll oder gar muss. Zu unserem Glück haben Sie liebe Leserin, lieber Leser diese Frage für sich bereits beantwortet.

Katja Früh, die 1953 in Zürich geborene Tochter des bekannten Regisseurs Kurt Früh, machte sich bereits Ende der Siebzigerjahre einen eigenen Namen, indem sie zuerst am Schauspielhaus Zürich inszenierte und später Regisseurin und Dramaturgin beim Schweizer Radio DRS wurde. Besonders mit der von ihr entwickelten und geschriebenen TV-Serie »Lüthi und Blanc« konnte sie grosse Erfolge feiern.

Katja Frühs »Geschichten aus dem Alltag« gewähren uns einen sehr persönlichen Einblick in ihre Gedankenwelt. Die Geschichten handeln von alltäglichen Situationen und Phänomenen, denen sie begegnet und auch von ihren Enkelkindern. Die Texte werden von Katja Frühs Tochter Lisa Maria Bärenbold gelesen.

Jedes Jahr um die Weihnachtszeit verschicken wir ein neues Hörbuch an unsere Spenderinnen und Spender. Möchten Sie eine Weihnachts-CD nachbestellen?

  • 2006 Weihnachten – Geschichten aus der Weltliteratur
  • 2007 Weihnachten – weitere Geschichten aus der Weltliteratur
  • 2008 Erich Kästner, Patricia Highsmith, Martin Suter: Weihnachten – moderne Kurzgeschichten
  • 2009 Diverse Autoren: Advent – 24 Geschichten, Tipps und Rezepte
  • 2010 J.R.R. Tolkien: Briefe vom Weihnachtsmann
  • 2011 Esther Becker: Schlittentaxi
  • 2012 Robert Walser: Tiefer Winter
  • 2013 Stefan Teuwissen: Adventsbuch vom grossen bösen Wolf
  • 2014 Historisches: Der kleine Weihnachtsfrieden 1914
  • 2015 Franz Hohler: Weihnachtsgeschichten
  • 2016 Charles Lewinsky: Der Teufel in der Weihnachtsnacht
  • 2017 Federica de Cesco: Weihnacht im Flughafen
  • 2018 Arno Camenisch: Kurzgeschichten

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Sie lesen gern? Aber die Schrift ist nicht lesbar? Oder die Bücher sind zu schwer? Dann sind die Hörbücher der SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte die Lösung. Jetzt gibt es eine Auswahl aus dem vielfältigen Sortiment zum Probehören.

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dialog Nr. 35 Oktober 2019
dialog das Magazin der SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte
Redaktionsleitung und Produktion: Martin Orgler, www.sbs.ch
Textredaktion und Beratung: trieloff kommunikation, www.trieloff.ch
Grafik Design und Layout: JoosWolfangel, www.jooswolfangel.ch
Illustrationen: Johannes Joos
Titelbild / weitere Fotos: Matthias Auer, www.auerfoto.ch
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Verlag: SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte
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Der dialog ist für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen auch in geeigneter Form erhältlich. Auskunft über Telefon +41 43 333 32 32 oder nutzerservice@sbs.ch

Aktuelle «dialog»-Ausgabe hören

dialog Nr. 35 (00:22) Start
1 Editorial (02:24) Start
2 Das Interview (16:14) Start
3 Rückblick (07:36) Start
4 Lexikon: EPUB 3 (02:07) Start
5 Nachlassplanung (02:43) Start
6 Buchpatenschaft (07:40) Start
7 Who's who. Valentin Arens (02:34) Start
8 SBS-Weihnachts-CD (03:11) Start
9 Achtung, fertig, loshören! (00:52) Start

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Porträt Martin Orgler
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