Inhaltsbereich

Aktuelle Ausgabe

Lesen Sie die aktuelle Ausgabe online oder als PDF (nicht für Bildschirm-Leseprogramme optimiert).

dialog Nr. 36 April 2020

Interview. Christine Brand ist mit ihrem Kriminalroman »Blind« in den Bestsellerlisten. Sie erzählt über ihr neues Buch und die Freiheit, die ihr der Erfolg brachte.

Portrait. Max Luther, SBS-Kunde, ist vor dreissig Jahren langsam erblindet und trotzdem noch immer als Dozent, Unternehmensberater und Märchenerzähler tätig.

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

»Freiheit wird nie geschenkt, immer nur gewonnen!« lautet ein Zitat von Heinrich Böll. Weil unser Alltag oft nur wenig Spielraum lässt, viele Verpflichtungen und Zwänge unseren Tagesablauf bestimmen, muss man sich seine Freiheiten manchmal einfach (heraus-)nehmen, sich selbst auch einmal etwas gönnen.

Die Schriftstellerin Christine Brand berichtet im Interview in dieser Dialog-Ausgabe, dass sie nahe an ihrem Ideal lebt, seit sie sich die Freiheit nimmt, den Winter auf Sansibar zu verbringen.

Erfahren Sie die spannende Lebensgeschichte von Max Luther. Seine Blindheit zwang ihn, einiges in seinem Leben loszulassen und gab ihm dafür die Freiheit, das Märchenerzählen als neue Passion zu entdecken.

Und von Roswitha Borer Amoroso, unserer neuen Leiterin der Abteilung Bibliothek, erfahren Sie, dass sie sich als Kind auf alle Bücher stürzte, welche »nach Freiheit und Abenteuer rochen«.

Manchmal werden unserem Freiheitsdrang Grenzen gesetzt. So beispielsweise blinden Menschen, welche im Buchladen keine freie Auswahl an Büchern haben. Darum setzt sich die SBS unermüdlich dafür ein, diese Bücherauswahl stetig zu erweitern. Wir können dies nur dank Ihrer finanziellen Hilfe in Form von Spenden oder Buchpatenschaften.

Dieses gemeinsame Engagement von Ihnen und der SBS verfehlt seine Wirkung nicht. 2019 konnten blinde und sehbehinderte Menschen 1'786'571 Stunden lang eigenverantwortlich und selbstbestimmt lesen. Das heisst konkret: unsere Kundinnen und Kunden konnten ohne fremde Hilfe so viele Bücher ausleihen und lesen, dass Menschen aus ihrem Umfeld 1'786'571 Stunden gebraucht hätten, um ihnen diese Bücher vorzulesen. Und das hätte bedeutet, 200 Jahre lang ununterbrochen vorzulesen.

Lassen Sie uns noch mehr Freiheit gewinnen – für blinde Menschen, aber auch für uns selbst!

Herzlich
Ihr Daniel Kunz

Interview

Schreiben für mehr Freiheit

Die Schweizer Krimiautorin Christine Brand stand 2019 mit ihrem Buch »Blind« monatelang auf der Schweizer Bestsellerliste. Nun hat sie mit »Die Patientin« die Fortsetzung vorgelegt. Sie nahm sich Zeit für ein exklusives Interview.

Christine Brand
Barbara Zürcher: Ihr Buch »Blind« ist in der SBS ein Hit. Im Oktober 2019 war es das meistausgeliehene Buch und auf der Jahresbestenliste 2019 erreichte es Platz vier.

Christine Brand: Das freut mich sehr!

Waren Sie auf den Riesenerfolg gefasst?

Auf so etwas ist man nie wirklich gefasst, vor allem weil es mein erstes Buch bei einem grossen deutschen Verlag (Anm.: Blanvalet, München) war. Die vorherigen Bücher sind in einem kleineren Schweizer Verlag (Landverlag, Langnau im Emmental) erschienen. Bei Blanvalet war die Auflage viel grösser, es wurde mehr Geld investiert und mehr geworben. Da habe ich gemerkt, dass etwas Grösseres auf mich zukommt. Und es war eine Riesenfreude, als alles aufgegangen ist. Dass das Buch wirklich gekauft wird, ist natürlich extrem cool.

Sind Sie nur glücklich darüber, dass Sie so erfolgreich sind? Sie haben seither bestimmt viel mehr Verpflichtungen, Terminanfragen und Ähnliches.

Das stimmt. Es gibt sicherlich zwei Seiten. Dank des Vertrags für das Buch »Blind«, das ich übrigens auf einer Weltreise schrieb, habe ich mein ganzes Leben ändern können. Ich habe jetzt viel mehr Freiheiten, verbringe beispielsweise den ganzen Winter, also etwa viereinhalb Monate, an der Wärme. Meine Wohnung und meinen Job habe ich aufgegeben. Ich lebe ein freieres Leben. Das ist die schöne Seite. Die andere Seite ist, wie Sie sagen: Es gibt mehr Verpflichtungen. Ich habe viel mehr Lesungen. Wenn ich in der Schweiz bin, habe ich eine volle Agenda, obwohl ich das eigentlich gar nicht mag. Das ist die Kehrseite der Medaille. Es ist nicht nur ein Gewinn an Freiheit, es sind ebenso Pflichten, die dazugekommen sind. Ich muss das Buch auch präsentieren.

Ich möchte ein wenig auf den Inhalt des Buches »Blind« zu sprechen kommen. Durch die App »be my eyes« (siehe Kasten) gerät der blinde Nathaniel mitten in einen Kriminalfall. Wie sind Sie darauf gekommen? Das ist ja eine aussergewöhnliche Idee.

(Lacht). Also, wie bei fast jedem meiner Bücher kam ich aufgrund einer realen Situation darauf. Ich stehle Ideen immer aus der Realität. Ich hatte die App schon länger heruntergeladen. Ein Mann hat mich angerufen und gefragt, welches sein blaues Hemd sei – genau wie im Buch, wo Nathaniel Carole anruft. Ich habe ihn gefragt, warum es ein blaues Hemd sein soll. Er hat gesagt, er sei eingeladen und seine Mutter möge Blau am liebsten. Während des Chats hatte ich dann plötzlich die Idee. Es ist ja alles anonymisiert und ich habe mir überlegt, was passieren würde, wenn mir während des Gesprächs etwas zustossen würde. Der Anrufer weiss ja nicht, wer ich bin und ich weiss nicht, wer er ist. Jetzt kann man natürlich finden, dass das bei einem normalen Videochat ein komischer Gedanke ist. Aber ich habe ständig solche Gedanken, ich kann das nicht abschalten. Ich bin mit einer morbiden Ader zur Welt gekommen und stelle mir solche Sachen vor. Das war die allererste Idee, alles andere habe ich darum herum konstruiert. Ich habe mir erst danach überlegt, was das Motiv sein und was der Frau zugestossen sein könnte und weshalb.

Hatten Sie nie Zweifel? Sie haben sich ja das Leben selbst schwergemacht, weil Sie aus der Sicht eines Blinden schreiben mussten.

Es ist lustig, darüber habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Es gibt ja auch noch andere Charaktere im Buch wie z.B. Carole, die hochschwanger ist. Ich selbst war noch nie schwanger, das ist deshalb auch nicht einfach zu beschreiben. Man muss sich in alle Menschen hineinversetzen.

Mit ungefähr 19 Jahren habe ich ein Praktikum in einem Blindenheim für alte Menschen absolviert. Und vor etwa 15 Jahren habe ich fürs Schweizer Fernsehen einen Beitrag über Silvan Spycher gemacht: Er ist als Kind bei einer Familientragödie durch einen Kopfschuss erblindet. Ich habe ihn angerufen, um zu recherchieren, was er alles alleine machen kann. Wir haben uns auch wieder getroffen.

Dann hatten Sie Ihre Informationen vor allem von ihm? Oder wie haben Sie sonst noch recherchiert?

Ich musste schon zusätzlich recherchieren. Silvan ist eher altmodisch und besitzt kein Smartphone. Ich war in Deutschland in einem Geschäft mit Hilfsmitteln für Blinde und habe auch zwei, drei Bücher mit Erfahrungsberichten von Blinden gelesen. Aber Silvan war meine wichtigste Auskunftsperson.

Haben Sie auf Ihr Buch auch Rückmeldungen von Blinden erhalten?

Ja. Ich hatte drei Lesungen vor blinden Menschen. Ich muss sagen, es waren meine schönsten überhaupt. Blinde sind sehr gute Zuhörer und gehen wahnsinnig mit der Geschichte mit. Vor der ersten Lesung vor blinden Menschen hatte ich ein wenig Bammel. Ich hoffte, nicht zu viele Fehler gemacht zu haben. Danach gab es zum Glück viele positive Reaktionen. Eine Rückmeldung eines Betroffenen war aber beispielsweise, dass er selbst nicht immer das Handy hervornehme, um die Uhrzeit zu erfahren. Er habe eine aufklappbare Uhr, auf der er die Zeit ertasten könne. Ich habe das im nächsten Buch geändert. Solche Hinweise nehme ich gerne auf.

Haben Sie die SBS damals schon gekannt?

Gekannt nicht, aber beim Erscheinen meines ersten Buches wurde ich von der SBS angefragt, ob es vertont werden darf. Das ist schon lange her. Das war mein erster Kontakt. Ich habe gedacht: Super, da gibt es jemanden, der die Bücher liest, damit man sie hören kann, auch wenn es im Handel kein Hörbuch gibt. Von meinen früheren Büchern gab es nämlich keine Hörbücher.

Kürzlich hatte ich eine Lesung vor blinden Menschen in Deutschland, wo mein Buch in Brailleschrift auflag. Ich bin beinahe in Ohnmacht gefallen, weil es so dick war, fünf Bände, glaube ich! Riesengross! Da habe ich realisiert, dass Blinde mit vielleicht fünf Büchern ihr Regal schon voll haben.

Deshalb ist Ausleihen eine gute Sache, man kann die Bücher wieder zurückgeben.

Ausleihen ist sicher gut, aber man braucht einen grossen Rucksack, wenn man die Bücher transportieren möchte. Das ist sicher nicht ganz leicht. Aber es ist sehr eindrücklich. Die Leute konnten nach der Lesung dann auch ins Buch »reinlesen«. Es ist für sehende Menschen faszinierend, wie schnell Leute, die nicht sehen, mit den Fingern lesen können.

Wir haben fast alle Ihrer Bücher als Hörbuch und/oder in Brailleschrift in unserem Angebot.

Das ist toll.

Der blinde Nathaniel ist in Ihren beiden Büchern »Blind« und »Die Patientin« dabei. Wird es danach noch weitere Bände mit ihm geben? Können Sie uns dazu etwas verraten?

In »Die Patientin« hat Nathaniel immer noch eine wichtige Rolle. Im nächsten Buch kommt er weiterhin vor, aber eher in einer Nebenrolle, einfach als Freund von Milla. (Milla Nova ist die Journalistin, die im Buch »Blind« zusammen mit Nathaniel und der Polizei nach der verschwundenen Carole Stein sucht.) Er hat zwar noch immer eine wichtige Funktion bezüglich Carole, aber er klärt kein Verbrechen auf. Er ist eher der Daddy von Silas. (Silas ist Caroles Sohn.)

Wie gehen Sie beim Schreiben vor? Sie haben gesagt, das wirkliche Leben inspiriere Sie. Haben Sie dann schon die ganze Geschichte im Kopf? Oder entwickelt sich diese während des Schreibens?

Das hat sich etwas verändert, weil ich jetzt ein bisschen professioneller schreibe. Früher musste ich einfach wissen, was für ein Delikt begangen wurde, wer das Opfer ist, wer der Täter ist und vor allem, was das Motiv ist. Das ist für mich immer das Wichtigste. Ich habe ja über 20 Jahre lang Gerichtsberichterstattung gemacht. Die Wirklichkeit ist nie einfach nur schwarz oder weiss, böse oder gut. Es gibt immer Gründe, weshalb jemand etwas tut. Und es ist mir wichtig, das in den Büchern auch wiederzugeben. Wenn ich die Grundzüge wusste, habe ich zu schreiben begonnen. Jetzt aber, bei einem grossen Verlag, muss ich vorher ein Exposé schreiben, das den ganzen Plot auf 15 Seiten herunterbricht. Als ich das für »Die Patientin« erstmals machen musste, widerstrebte mir das ein bisschen. Aber ich habe es trotzdem gemacht, weil ich aufgrund dessen einen neuen Vertrag erhalten habe. Danach, als ich mit Schreiben beginnen wollte, hatte ich zum ersten Mal im Leben eine Art Schreibstau, weil ich schon genau wusste, was passieren wird. Das schien mir so langweilig, weil keine spontanen Sachen mehr passieren konnten. Und dann habe ich den Verlag angerufen und gefragt, wie sehr das Buch dem Exposé entsprechen muss. Beim Verlag wurde mir Gott sei Dank gesagt, solange daraus kein historischer Liebesroman werde, sei alles in Ordnung. Ich fühlte mich wieder frei, fügte noch eine Leiche ein und so ging es wieder mit dem Schreiben.

Sie schreiben vor allem Krimis, haben aber auch ein Buch mit Mondgeschichten verfasst und einen Ratgeber zum Thema »Auswandern«. Was sind Ihre nächsten Projekte?

Der Krimi ist mir schon sehr nahe. Ich habe noch zwei weitere Krimi-Plots im Kopf, die ich schreiben möchte, plus ein Buch über wahre Verbrechen, plus zwei Bücher, die keine Krimis sind. Ich würde sehr gern einen Roman schreiben, aber das ist schwierig für mich. Beim Krimi weiss man genau, womit man anfängt: mit einem Verbrechen, und womit man aufhört: mit der Lösung des Falls. Bei meinen Romanideen überlege ich immer, wo ich anfangen könnte, wo aufhören. Das ist schon noch ein Schritt, den ich machen muss.

Und wie sieht es bei Ihnen persönlich aus? Was haben Sie für Lesevorlieben? Lesen Sie auch am liebsten Krimis?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe früher gern Henning Mankell gelesen und ihn bewundert, schon bevor ich selber Krimis geschrieben habe. Ich mochte vor allem seine Bücher über Afrika und seine Lebensform. Im Sommer lebte er jeweils in Schweden, im Winter in Mosambik. So wollte ich auch gerne leben. Kürzlich bin ich in Sansibar durch die Gassen gegangen und dachte: Wow, jetzt bin ich wirklich sehr nahe dran an diesem Ideal. Jetzt verbringe ich den Winter in Sansibar und kann vom Bücherschreiben leben. Ich bekam eine richtige Gänsehaut. Manchmal muss man einfach grosse Träume haben, dann werden sie auch wahr. Zu meinen Lieblingsautoren gehören T. C. Boyle, William Boyd und Haruki Murakami. Das sind meine Lieblingsschriftsteller, also nicht klassische Krimiautoren.

Machen Sie gerne Lesungen?

Das ist eine schwierige Frage, weil ich ja schlecht sagen kann, dass ich Lesungen nicht sehr mag (lacht). Vor dem Erscheinen von »Blind« hatte ich im Schnitt eine bis zwei Lesungen pro Monat. Das habe ich total gerne gemacht. Jetzt bin ich manchmal zwei- bis dreimal pro Woche an Lesungen. Das ist recht anstrengend. Ich muss mein Engagement deshalb ein wenig begrenzen. Wenn ich an einem Abend in Grindelwald und am nächsten in Rorschach lese, kann ich nicht schreiben. Zudem finde ich manchmal die Anreise anstrengend. Aber vielfach bekomme ich an einer Veranstaltung so viel zurück, das »Doch, das war schön.«

Sie haben gesagt, dass es Sie gefreut hat, wie blinde Zuhörerinnen und Zuhörer reagieren. Gibt es auch Unterschiede, ob Sie in Deutschland oder der Schweiz lesen?

Ja, es gibt Höllenunterschiede, auch innerhalb der Schweiz oder innerhalb von Deutschland. Ich kann nicht sagen, woran es liegt. Manchmal lachen bei einer bestimmten Stelle alle laut, in einem anderen Dorf lacht an der gleichen Stelle niemand. Ich denke dann, was ist hier los? Es ist wirklich sehr unterschiedlich. Auch was Pünktlichkeit betrifft. In Bern sitzen die Leute schon eine Viertelstunde vor Beginn auf ihren Stühlen, und ich werde nervös, weil ich noch warten muss. In Zürich kommen auch fünf Minuten nach Beginn noch welche rein. Es ist wirklich interessant, man könnte dazu eine Studie verfassen.

Haben Sie es nie bereut, dass Sie Ihren festen Wohnsitz aufgegeben haben?

Bis jetzt nicht. Aber ich halte es für möglich, dass ich irgendwann wieder eine eigene Wohnung haben möchte. Im Moment gibt es mir so viel Freiheit, weil ich wirklich schreiben kann, wo ich möchte. Andere Leute würden das vielleicht anstrengend finden, mal hier, mal dort zu sein. Ich kann mich sehr schnell an einem Ort zuhause fühlen. Und ich finde dieses Leben spannender, als immer am gleichen Ort zu sein. Und ich kann so auch ein wenig mit dem Wetter reisen.

Vielen Dank für das Interview! Barbara Zürcher

Die beiden Bücher »Blind« und der neu erschienene Krimi »Die Patientin« von Christine Brand

be my eyes wurde entwickelt, um blinden und sehbehinderten Menschen zu helfen. Die App verbindet eine globale Community von Blinden und Sehbehinderten mit Freiwilligen, die sehen können. Ob beim Aufeinanderabstimmen von Farben, bei der Kontrolle der Beleuchtung oder beim Zubereiten des Abendessens: Via Live-Videoanruf kann blinden und sehbehinderten Nutzerinnen und Nutzern bei vielen Aufgaben assistiert werden. Die App ist kostenlos und für iOS sowie Android verfügbar.

Portrait

SBS-Kunde Max Luther – fast ein Märchen

Unsere Kundinnen und Kunden kennen wir hauptsächlich durch telefonischen Kontakt, wenn sie bei uns Bücher ausleihen oder wenn sie sich beraten lassen, welche Bücher sie ausleihen könnten. Dass hinter den Namen sehr spannende Lebensgeschichten stecken, durften wir anlässlich eines Besuchs bei Max Luther in Wilen bei Wil erfahren.

SBS-Kunde Max Luther

Ende November 2019 wurde Max Luther achtzig Jahre alt. In Ruhe seinen Geburtstag feiern konnte er nicht, denn seine vielen, unterschiedlichen Bekanntenkreise haben dazu geführt, dass er gleich achtmal feiern »musste«. Früher war er unter anderem für Alusuisse tätig, gründete den Sonnenenergie Fachverband Schweiz (SOFAS), war Fussball-Juniorentrainer und beriet Unternehmen auf der ganzen Welt. Auch mit achtzig Jahren ist er noch als Dozent an der Swiss Marketing Academy tätig, arbeitet als Berater in Unternehmensfragen und ist als Märchenerzähler unterwegs. Zudem engagiert er sich in Wohltätigkeitsprojekten und kümmert sich um seine an Demenz erkrankte Frau. Er schafft dies alles nur, da er häufig bereits um acht Uhr ins Bett geht, damit er seinen neuen Tag schon um zwei Uhr in der Nacht beginnen kann. Er sagt: »Bis mein normaler Tag um fünf Uhr in der Früh beginnt, habe ich das, was ich an diesem Tag machen wollte, schon erledigt.«

Bereits als Kind hat Max Luther schlecht gesehen. Die erste Brille, die er tragen musste, hatte bereits minus acht Dioptrien. 1987, mit knapp fünfzig Jahren, er war gerade für eine Unternehmensberatung in den USA, bemerkte er etwas wie einen Nebel, der vor seinen Augen vorbeizog. Ein berühmter Augenarzt in New Jersey untersuchte ihn und prognostizierte ihm, dass er in zehn Jahren nichts mehr sehen werde. Er hatte Grünen Star und eine Makuladegeneration. Nur langsam konnte er begreifen, was das für ihn bedeuten wird: »Zuerst glaubt man es ja nicht, was der Arzt gesagt hat, und plötzlich musst du mit Vergrösserungsprogrammen auf dem Computer anfangen. Wenn die dann nur noch einen Buchstaben auf dem Bildschirm anzeigen, kann man nicht mehr lesen.«

Grundsätzlich geht Max Luther sehr pragmatisch mit Problemen um: »Die sind da, um gelöst zu werden.« Daher sagte er sich nach der Diagnose »Blindheit« auch als Erstes: »Jetzt muss ich schauen, dass ich weiter arbeiten kann.« Also besuchte er diverse Kurse, um die Bedienung eines Computers als Blinder zu erlernen. Er ist stolz darauf, dass er auch heute noch alle seine Schulunterlagen selbst schreibt. Eine sehende Hilfe unterstützt ihn, damit alles auch schön aussieht. Er will seinen Schülern gegenüber so auftreten, als wäre er sehend. Dank seiner guten Vorstellungskraft und seines photographischen Gedächtnisses kann er sich bei der Vorbereitung seines Unterrichts ganze Lektionen bildlich ausmalen, so dass er sie wie einen Film im Kopf hat und an die Schüler weitergeben kann.

Als Unternehmensberater propagiert Max Luther Hilfe zur Selbsthilfe. Diese Strategie konnte er bei seiner Erblindung für sich selbst einsetzen. Er passte seine Beratertätigkeit und seinen Unterricht den neuen Gegebenheiten an, um weiterhin seine Leistung bringen zu können. Daher empfindet er seine Erblindung nicht als Karriereknick: »Ich habe schon Schule gegeben, bevor ich blind wurde und habe mich dann, während der Erblindung, langsam auf Fächer konzentriert, bei denen ich erzählen kann und keine Bilder brauche, wie Recht, Innovationsmanagement, Qualitätsmanagement oder Statistik.« Er verlässt sich nun auf sein Gehör, um Menschen zu beurteilen: »Manchmal ist das schwierig. Es gibt Menschen, die sind siebzig und haben eine junge Stimme, und andere, die sind fünfzig und sprechen schon wie ein Greis.«

Max Luther hatte das Glück, Hilfe zu erhalten, unter anderem auch von der SBS: »Die SBS war eine sehr grosse, wunderbare Hilfe. Ich kenne und schätze vor allem den Nutzerservice, da ich mit diesem häufig telefoniere. Ich bekomme auch alle zwei Monate die Bibliotheks-CD (siehe Kasten). Die höre ich immer durch. Darauf hat es jeweils eine ganz kurze Beschreibung der Bücher. Das ist saugut! Dann schreibe ich mir auf, was ich bestellen will und rufe an. Es ist nicht so, dass ich alle CDs, auch die 30-stündigen, ganz durchhöre. Es muss schon am Anfang interessant sein. Sonst höre ich mir einzelne Kapitel an, dann vielleicht die zwei letzten Kapitel. Wenn es zum Schluss ganz spannend wird und ich weiss nicht, warum das jetzt so ist, muss ich halt noch einmal von vorne anfangen.« Max Luther ist es auch wichtig, dass bei Hörbüchern die Stimme sympathisch klingt. Er lobt das Angebot der SBS: »Für mich sind Stimmen sehr wichtig, ihr habt einige sehr gute Sprecherinnen und Sprecher. Sie machen einen wichtigen Teil aus. Das hat man natürlich nicht, wenn man ein Buch selber liest, und das ist dann schon eine zusätzliche Einladung. Deshalb habe ich auch so viele Hörbücher. Ich habe in den vergangenen Jahren sehr viele Hörbücher der SBS ausgeliehen.« (Anm.: Max Luther ist einer unserer eifrigen Kunden. In den vergangenen zehn Jahren hat er bei der SBS mehr als 1200 Bücher ausgeliehen.)

Seine Erblindung empfand Max Luther als grosse Einschränkung und Freiheitsverlust, besonders, weil er keine Bilder mehr sehen kann. Er war als Art Director einer Marketing- und Werbeagentur tätig. Solche Aufgaben kann er nicht mehr wahrnehmen. Beim Fernsehen fühlt er sich ebenfalls sehr eingeschränkt, da er der Handlung oft nicht folgen kann, wenn zu lange nicht gesprochen wird. Daher findet er nun Hörbücher besser. »Die SBS hilft mir, weil ich Literatur kennen lernen kann, von der ich in meinem ganzen Leben noch nie gehört habe.«

Eine weitere Strategie, um mit seiner Blindheit zurechtzukommen, ist das Märchenerzählen. In der schweren Zeit, in der er langsam erblindete, hörte er eine Radiosendung, in der eine Bäuerin aus dem Emmental berichtete, dass sie in ihrer Freizeit Märchen erzähle: »Da sagte ich mir, das ist es genau. Wenn ich einmal zu wenig sehe, um Schule geben zu können, dann werde ich Märchen erzählen.« Bald wurde er von der Märchenschule in Grosshöchstetten zu einem Einführungskurs eingeladen. Da ihm dieser sehr gefiel, besuchte er kurz darauf in der gleichen Schule einen zweijährigen Kurs. In vielen Wochenendkursen lernte er dort, wie man Märchen erzählt. Heute hat er etwa 250 Märchen im Kopf, wovon er gut 200 jederzeit auswendig erzählen kann.

Seine Erblindung bedeutet für Max Luther zwar in vielen Bereichen einen Freiheitsverlust. Dafür gab ihm seine Blindheit die Freiheit, eine neue Passion zu finden: das Märchenerzählen. »Ich komme überhaupt nicht aus einer Märchenfamilie. Meine Mutter war eine wahnsinnig Nette, Liebe, aber Märchen hat sie uns nie erzählt. Ich wäre vermutlich nie zum Märchenerzählen gekommen, wäre ich nicht erblindet.«

Es ist Max Luther unwichtig, ob er mit dem Märchenerzählen Geld verdient. Er will die Menschen zum Nachdenken anregen, sie für einen Moment aus ihren Problemen herausholen und in eine andere Welt entführen. Vor allem aber will er unterhalten und Freude bereiten. Da kann man ihm nur viel Glück und Erfolg wünschen.

Martin Orgler

Neu im Sortiment: Unsere Kundinnen und Kunden können sich alle zwei Monate eine CD zusenden lassen, auf der die neu in unser Sortiment aufgenommenen Hörbücher kurz beschrieben sind.

SBS Rätselheft

Ein besonderes Angebot für Sie – Zur Feier unseres 60. Rätselheftes

Seit 1989 bietet die SBS für blinde Rätselfreunde einen besonderen Service an. Im Juni 2020 produzieren wir bereits das 60. Rätselheft in Blindenschrift. Aus diesem Anlass bieten wir allen Leserinnen und Lesern des dialog die Möglichkeit, bei der SBS ein Schwedenrätsel in Blindenschrift zu bestellen. So können Sie nachempfinden, wie Blinde Texte ertasten und wie schwer es ist, dabei den Überblick zu behalten. Haben Sie Lust, sich dieser besonderen Herausforderung zu stellen?

Die SBS versucht, möglichst alle Printprodukte, die Sehenden zur Verfügung stehen, auch blinden und sehbehinderten Menschen zugänglich zu machen. Neben Sachbüchern, Romanen, Kurzgeschichten oder Kinderbüchern bieten wir beispielsweise auch Rätselhefte in Blindenschrift an. Diese enthalten jeweils 20 unterschiedliche Rätsel, von Sudokus über Silbenrätsel bis zu den klassischen Schwedenrätseln. Im deutschsprachigen Raum ist die SBS die einzige Bibliothek, die ihren Nutzerinnen und Nutzern ein derart umfangreiches Sortiment in Blindenschrift anbieten kann.

Die Abonnentinnen und Abonnenten unserer Rätselhefte – sie erscheinen zweimal pro Jahr – erhalten neben dem Heft mit den Rätseln auch vorgedruckte Aufkleber mit den Buchstaben von A bis Z in Blindenschrift. Bei unseren Nutzerinnen und Nutzern sind die Rätselhefte beliebt. Einige melden sich sogar regelmässig bei uns, um zu erfahren, wann das nächste Heft erscheinen wird, da sie es vor lauter Vorfreude kaum erwarten können.

Anlässlich unseres Jubiläums bieten wir Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, die Möglichkeit, ein Schwedenrätsel zu bestellen. Nehmen Sie die dreifache Herausforderung an? Gelingt es Ihnen herauszufinden, wo die Fragen stehen und wo die Lösungen eingetragen werden können? Schaffen Sie es, die Fragen in Blindenschrift zu entziffern? Und selbstverständlich, können Sie die Antworten auf unsere Fragen finden?

Bei einer Bestellung senden wir Ihnen das Rätsel, Buchstaben zum Einkleben und die korrekten Lösungen in Blindenschrift. Das Alphabet in Blindenschrift legen wir Ihnen bei. Gelingt es Ihnen, die Fragen mit Ihren Fingerspitzen zu ertasten? Vielleicht schaffen Sie es sogar, das Rätsel mit geschlossenen Augen zu lösen. Wir wünschen Ihnen viel Spass!

Martin Orgler

Ihre Bestellung nehmen wir gerne per Telefon entgegen: 043 333 32 32. Oder bestellen Sie das Rätsel online unter: sbs.ch/spendenunterstuetzen/geschenkideen/brailleschrift-set

Mit Freunden spenden

Öffnen Sie die bunte Welt der Bücher für alle

meine-spendenaktion.sbs.ch

Zum Geburtstag eine Spende zugunsten der SBS wünschen. Bei einem Sponsorenlauf Runden für eine gute Sache drehen. Spenderinnen und Spender können ihre eigene Spendenaktion jetzt über unsere neue Internetplattform meine-spendenaktion.sbs.ch schalten. Daniel Kunz weiss, wie es geht.

Wie funktioniert die Plattform?

Daniel Kunz: meine-spendenaktion.sbs.ch ist ganz einfach zu bedienen. In wenigen Schritten ist die eigene Spendenkampagne eingerichtet: Spendenziel bestimmen – und den Link gleich an möglichst viele Freunde, Verwandte und Bekannte schicken. Dazu eignen sich E-Mail, SMS oder WhatsApp sehr gut. Sie können Ihre Aktion ausserdem auf Facebook oder Instagram posten. Ihre Spendenaktion ist übrigens nur für diejenigen sichtbar, denen Sie den Link zugeschickt haben. Wenn Sie es wünschen, kann die SBS Ihre Spendenaktion auf der Plattform unter »So sammeln andere für Blinde und Sehbehinderte« für alle sichtbar machen.

Welche Gelegenheiten eignen sich für eine eigene Spendenaktion?

Sehr beliebte Anlässe sind Geburtstage, Jubiläen oder Hochzeiten. Denn eine Spende der Gäste für blinde Menschen ist ein sinnstiftendes Geschenk. Auch sportliche Aktivitäten wie ein Sponsorenlauf eignen sich bestens, um seinen Freundes- und Bekanntenkreis für eine tolle Spendenaktion zu begeistern. Ganz wichtig: Eine Spendenaktion kann auch ohne besonderen Anlass gestartet werden. Bereits der Wunsch, Fach- und Unterhaltungsliteratur für sehbehinderte Menschen hör- oder tastbar zu machen, ist ein grossartiges Motiv.

Welche Verwendungszwecke stehen zur Wahl?

Zur Auswahl stehen die Aufnahme von Hörbüchern sowie die Übertragung von Büchern oder Notenblättern in Blindenschrift.

Warum motivieren Sie Spenderinnen und Spender zur eigenen Spendenaktion?

Nach anfänglichen Bedenken habe ich rasch gemerkt, dass meine Bekannten und Freunde sehr positiv auf meine Einladung zum Mitmachen reagierten und meine Spendenaktion zu einem Erfolg wurde. Falls das Spendenziel nicht erreicht wird, ist das übrigens kein Problem, denn jeder Betrag lässt das Buchangebot der SBS für Blinde wachsen.

meine-spendenaktion.sbs.ch

Bei Fragen ist Daniel Kunz gerne für Sie da: Telefon 043 333 32 32, E-Mail spenden@sbs.ch

Daniel Kunz, stv. Geschäftsführer der SBS, hat die Plattform bereits erfolgreich ausprobiert. Starten auch Sie Ihre eigene Spendenaktion auf meine-spendenaktion.sbs.ch!

Eine aktuelle Spendenaktion: »Die Patientin« bald in Blindenschrift?

Eveline Hüssy: »Helfen Sie mir den Roman ›Die Patientin‹ für Blinde lesbar zu machen?«

Möchten Sie noch keine eigene Spendenaktion starten, aber trotzdem helfen? Machen Sie mit bei der laufenden Spendenaktion für die Übertragung des Romans »Die Patientin« von Christine Brand in Blindenschrift. Eveline Hüssy findet, dass das raffinierte und hochspannende Buch auch blinde Leserinnen und Leser begeistern würde. Kurzerhand hat sie eine Spendenaktion gestartet.

Wir finden diese Aktion so sympathisch, dass wir Sie gerne motivieren möchten, sich daran zu beteiligen. Die Spenden fliessen direkt auf das Konto der SBS Blindenbibliothek und werden zur Produktion des neuen Christine-Brand-Romans in Blindenschrift eingesetzt.

Hier geht es zur Spendenaktion: meine-spendenaktion.sbs.ch

Buchpatenschaft

Buchpatenschaften für Hörbücher und Bücher in Blindenschrift

Eine grosszügige Spende von Privaten, von Firmen oder aus besonderem Anlass

Liebe Leserin, lieber Leser

Sie lesen gerne Bücher? Diese Leidenschaft teilen unsere Kundinnen und Kunden mit Ihnen. Doch die Auswahl ist für sie eingeschränkt: sie sind auf Hörbücher und E-Books mit Orientierungshilfen sowie Bücher in Brailleschrift oder Grossdruck angewiesen. Ihre Lieblingsbücher können sie weder in der Buchhandlung kaufen noch einfach im Internet herunterladen. Die SBS-Bibliothek sorgt dafür, dass Lesewünsche dennoch in Erfüllung gehen. Mit einer Buchpatenschaft ermöglichen Sie uns Lücken im Bestand zu schliessen oder die Teilhabe Sehbehinderter am aktuellen Geschehen durch die Finanzierung einer Neuerscheinung zu sichern.

So werden Sie Buchpatin oder Buchpate

Unter www.sbs.ch/spenden-unterstuetzen/buchpatenschaft/ finden Sie eine Auswahl von Wunschbüchern unserer Leserschaft. Oder haben Sie eigene Buchvorschläge? Teilen Sie uns diese mit! Wir besprechen sehr gerne jeden Ihrer Vorschläge mit Ihnen.

Eine Buchpatenschaft für 4000 Franken

Mit diesem Betrag finanzieren Sie die Produktion eines Hörbuchs oder eines Braille-Buchs. »Ihr« Hörbuch erhalten Sie als CD zur privaten Nutzung. Im dialog und auf der SBS-Website publizieren wir Ihre Patenschaft mit oder ohne Namensnennung. Auf Wunsch erwähnen wir Ihre Patenschaft auch gerne am Anfang des Buchs.

Wir sind gespannt, mit welchem Titel Sie unser Sortiment bereichern möchten!

Ines Meili, Verantwortliche Partnerschaften
Telefon 043 333 32 32
E-Mail spenden@sbs.ch

Unsere aktuellen Buchvorschläge für Ihre Patenschaft finden Sie auf unserer Website unter www.sbs.ch/spenden-unterstuetzen/buchpatenschaft/
Folgen Sie uns auf Facebook.
www.facebook.com/sbs.schweiz

Diese Bücher konnten wir dank Patenschaften als Hörbuch oder Braille-Buch realisieren

Thomas Hanna:
Beweglich sein ein Leben lang

Hörbuch ermöglicht durch eine Stiftung

Aufbauend auf der Arbeit von Moshe Feldenkrais hat Thomas Hanna Übungen zur Schulung von Körper und Geist entwickelt. Mit diesen lassen sich körperliche Beschwerden wie Ermüdung, Rückenprobleme, chronische Schmerzen und Verspannungen sanft behandeln. Anhand von fünf Fallgeschichten beschreibt er körperliche Funktionsstörungen, die nicht im Alter begründet sind, sondern sich über Jahre aufgebaut haben.

Dr. Thomas Hanna (1928-1990) praktizierte viele Jahre lang als Körpertherapeut. Er war Direktor des Novato Institute for Somatic Research and Training in Kalifornien und Herausgeber der Zeitschrift Somatics. Durch zahlreiche Veröffentlichungen und seine Vortrags- und Workshoptätigkeit ist er international hervorgetreten.

Es liest: Venus Madrid

Ursula Schwendimann:
Bärenstarke Atemfibel

Hörbuch, E-Book, Braille-Buch und Grossdruck, Patenschaft einer Stiftung

Achtsames Atmen regt auf körperlicher und seelischer Ebene Veränderungen an und aktiviert die Selbstheilungskräfte. Die Atemfibel stellt wirksame Übungen für Menschen vor, die etwas für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden tun wollen.

Ursula Schwendimann: »Gerne komme ich dem Wunsch nach, einige Grundübungen aus der Methode der Atem- und Bewegungstherapie verständlich und nachvollziehbar wiederzugeben. Es soll ein einfaches Rüstzeug sein, die Übungen mit starker Wirkung in den Alltag zu integrieren. Meine Atemfibel richtet sich an Menschen, die etwas für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden tun wollen. Hier finden sie einfachen und schnellen Zugang zu wichtigen und wirksamen Übungen. Klein aber fein. Und bärenstark.«

Es liest: Marianne Weber

Barbara Wood:
Das goldene Tal

Hörbuch, Patenschaft einer anonymen Stiftung

Nicole ist Erbin der berühmten Schaller-Weingüter in Kalifornien. Als dort ein Skelett entdeckt wird, muss sie die Geheimnisse ihrer Familie ergründen oder ihr droht der Verlust ihres Erbes. Ein Jahrhundert zuvor, 1912, bauen die Schallers, Winzer aus Deutschland, in Kalifornien erfolgreich ihr neues Leben auf. Doch als klar wird, dass Wilhelms junge Frau Clara eigentlich Johann liebt, entzweien sich die Brüder in tödlichem Hass.

Seit 1980 ist Barbara Wood hauptberuflich als Schriftstellerin tätig. Zunächst veröffentlichte sie ihre Werke unter dem Pseudonym Kathryn Harvey, Barbara Woods Bücher wurden in mehr als dreissig Sprachen übersetzt und gelangten weltweit in die Bestsellerlisten.

Es liest: Eveline Ratering

Hansjörg Schertenleib:
Die Hummerzange

Hörbuch ermöglicht durch Herrn Erich Glückler

Vor vier Jahren haben sich die Schweizer Kriminalpolizistin Corinna Holder und ihr Mann Michael ein Cottage auf Spruce Head Island, Maine, gekauft. Hier wollten sie gemeinsam ihren Ruhestand verbringen. Doch seit neun Monaten ist Michael tot, gestorben bei einem Verkehrsunfall. Aber viel Zeit zum Trauern bleibt Corinna nicht, denn als sie im kalten Atlantik schwimmen gehen will, findet sie eine übel zugerichtete Leiche: Dem Mann wurde eine Hummerzange in die Augen gerammt.

Für seine Lesungen reist Schertenleib um die ganze Welt. Längere Aufenthalte verbrachte er unter anderem in Norwegen, Wien, Boston und London. Seit 2003 besitzt er die irische Staatsbürgerschaft. Heute lebt er auf Spruce Head Island.

Es liest: Christian Heller

Mit einer Buchpatenschaft von 4000 Franken ermöglichen Sie die Produktion eines Hörbuchs oder eines Blindenschriftbuchs. Ihre Spende können Sie von den Steuern absetzen. Wir freuen uns sehr, wenn Sie Ihre Patenschaft in Ihren Firmen-Publikationen und auf Ihrer Website erwähnen, wenn Sie Ihre Kundinnen und Kunden darüber informieren oder wenn Sie die SBS auch privat weiterempfehlen. Herzlichen Dank!

5 Fragen an Hansjörg Schertenleib

Hansjörg Schertenleib
Martin Orgler: Herr Schertenleib, die Produktion Ihres Buches »Die Hummerzange« als Hörbuch hat uns ein engagierter Bücherfreund ermöglicht. Er hat 4000 Franken gespendet, damit wir Ihr Buch für unsere Kundinnen und Kunden übertragen können. Macht Sie das stolz?

Hansjörg Schertenleib: Das macht mich selbstverständlich stolz. Vor allem aber freut es mich, dass mein Buch nun auch in dieser Form Zuhörerinnen und Zuhörer findet. Mein Rufen in den Wald, und das ist Schreiben letztlich, wurde und wird demnach gehört.

Was ist das Besondere an Ihrem Buch, warum wurde es für eine Buchpatenschaft ausgewählt?

Diese Frage könnte Ihnen wohl eher der »Pate« meines Buches beantworten. Mir liegt es jedenfalls am Herzen, schreibend Geschichten zu erzählen, die sowohl spannend sind, also unterhalten, als auch Denkanstösse geben.

Gibt es eine Fortsetzung für »Die Hummerzange«? Wird Corinna Holder weiter ermitteln?

Corinna Holder ermittelt tatsächlich weiter, dies weiterhin in Maine. Ich sitze an den letzten Szenen des zweiten Bandes, der im Herbst 2020 erscheinen wird.

Was halten Sie von der Arbeit, welche die SBS leistet?

Ich halte sie schlicht und simpel für grossartig! Da ich den Betrieb auch etwas von innen kenne, – ich arbeitete in den Achtziger-Jahren als Sprecher bei der SBS – bin ich dem Haus ohnehin sehr verbunden.

Hören Sie selber Hörbücher?

Offen gestanden, sehr selten.

Autor Hansjörg Schertenleib © Foto Milena Schlösser

Who's who

Roswitha Borer Amoroso – Leiterin Abteilung Bibliothek

Who's who: Roswitha Borer
Ihre Aufgabe in der Blindenbibliothek?

Seit Sommer 2019 Leiterin der Abteilung Bibliothek, d.h. verantwortlich für den Vertrieb der Bücher (Nutzerservice, Katalog, Marketing) und Mitglied der Geschäftsleitung.

Ihre Motivation, für die Blindenbibliothek zu arbeiten?

Meine Fähigkeiten für eine sinnvolle Aufgabe einsetzen. Hinzu kommt, dass ich die Zukunft der SBS aktiv mitgestalten kann, z.B. das Entwickeln neuer Angebote.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei Ihren Kollegen am meisten?

Zuverlässigkeit, Lösungsorientierung und Fairness.

Und welches sind Ihre wichtigsten Eigenschaften?

Kundenorientierung und Engagement.

Brauchen Sie Bücher, um glücklich zu sein?

Zum Glücklichsein nicht unbedingt, aber sie bereichern mein Leben.

In welcher Form geniessen Sie Literatur und wie häufig?

Als E-Book oder gedruckt, unterwegs oder zuhause. Wie häufig hängt von den aktuellen Lebensverpflichtungen ab.

Welches Buch hat Sie besonders geprägt – und warum?

Als Kind habe ich die Gemeindebibliothek »ausgelesen« nach allem, was nach Freiheit und Abenteuer roch.

Welche Bücher haben Sie zuletzt gelesen – und warum?

Den Roman »Das Verschwinden der Stephanie Mailer« des in Genf geborenen Schriftstellers Joël Dicker – weil ich kürzlich am Genfersee war. Und Elena Ferrantes Neapolitanische Saga auf Italienisch – da ich familiär mit Neapel verbunden bin und die Bücher im Original lesen wollte.

Welches Buch würden Sie selbst gerne schreiben?

Das Schreiben von Büchern überlasse ich gerne den dazu Berufenen.

Sie können uns drei Bücher ans Herz legen?

Die Bestenliste unserer Leserschaft, zu finden auf unserer Website www.sbs.ch.

Ihre Lieblingsbeschäftigung neben der Literatur?

Mich in der Natur bewegen.

Ihre liebsten Reiseziele?

Italien, Schweiz und Japan.

Ihr nächstes Ziel in der SBS?

Tag für Tag mehr Kundinnen und Kunden für das breite Büchersortiment der SBS begeistern und Ideen für die Verbesserung des Angebots umsetzen.

Ihr Lebensmotto?

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.

In fünf Sätzen

Aufgewachsen im Laufental. Wirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen (HSG), später ergänzt mit einigen Semestern Ethnologie sowie Weiterbildungen in Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Langjährige Marketing- und Kommunikationserfahrung in der Privatwirtschaft und bei Non-Profit-Organisationen. Seit zehn Jahren für die SBS tätig. Lebt mit der Familie im Zürcher Oberland.

SBS Märchenbücher

SBS Märchenbuch: Tischlein deck dich

Tischlein deck dich! Spendenaktion der SBS: Die Grimm-Märchenbücher

Im Ärger jagt ein Vater seine drei Söhne aus dem Haus, worauf die Söhne bei einem Schreiner, einem Müller und einem Drechsler in die Lehre gehen. Der Erste erhält am Ende seiner Lehre einen kleinen Tisch, der immer gedeckt ist, wenn man »Tischlein deck dich!« befiehlt. Der Zweite erhält einen Esel, aus dem vorne und hinten Goldstücke herausfallen, sobald man zu ihm »Bricklebrit!« sagt. Und der Dritte erhält einen Knüppel, der jeden verdrischt, wenn man »Knüppel, aus dem Sack!« ruft.

Erinnern Sie sich noch, wie dieses Grimms-Märchen weiter geht? Mit »Tischlein deck dich« setzt die SBS ihre Märchenreihe auch 2020 fort. Diese exklusiv für die Spenderinnen und Spender der SBS produzierte Ausgabe in hochwertigem Halbleineneinband ist mit liebevoll gestalteten Bildern von Herbert Leupin illustriert. Für Sie persönlich oder für alle kleinen und grossen Märchenfreunde ist diese Ausgabe ein gelungenes Geschenk.

Das Tischlein-deck-dich-Märchenbuch erscheint im August. Sammeln Sie die seit 1960 jährlich herausgegebenen Bücher? Einige Ausgaben der letzten Jahre können wir noch nachliefern:

  • 2013 Der Wolf und die sieben jungen Geisslein
  • 2014 Der gestiefelte Kater
  • 2015 Schneewittchen
  • 2016 Hans im Glück
  • 2017 Frau Holle
  • 2018 Das tapfere Schneiderlein
  • 2019 Dornröschen

Ihre Bestellung nehmen wir gerne entgegen per Telefon: 043 333 32 32 oder online auf: www.sbs.ch/spenden-unterstuetzen/geschenkideen/maerchenbuecher

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung.

Tag der offenen Tür 2020

Die Suche nach dem SBS-Bücherschatz

EINLADUNG ZUM

TAG DER OFFENEN TÜR

27. JUNI 2020

9.00-16.00 UHR

www.sbs.ch/offenetuer

Impressum

Folgen Sie uns auf Facebook!
www.facebook.com/sbs.schweiz

dialog Nr. 36, April 2020

dialog, das Magazin der SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte

Redaktionsleitung und Produktion: Martin Orgler, www.sbs.ch
Textredaktion und Beratung: trieloff kommunikation, www.trieloff.ch
Grafik Design und Layout / Illustration: JoosWolfangel, Johannes Joos, www.jooswolfangel.ch
Fotos: Matthias Auer, www.auerfoto.ch; © Lauren Rattray (Titelbild/Fotos: Christine Brand) lulurayphotos@gmail.com; Milena Schlösser (Foto: Hansjörg Schertenleib), www.milenaschloesser.de

© SBS 2020

Verlag: SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte
Grubenstrasse 12
CH-8045 Zürich
Telefon 043 333 32 32
E-Mail: spenden@sbs.ch

Spendenkonto: 80-1514-1 IBAN: CH74 0900 0000 8000 1514 1

Der dialog ist für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen auch in geeigneter Form erhältlich. Auskunft über Telefon +41 43 333 32 32 oder nutzerservice@sbs.ch

Aktuelle «dialog»-Ausgabe hören

dialog Nr. 36 (00:22) Start
1 Editorial (02:28) Start
2 Interview (14:26) Start
3 SBS-Kunde Max Luther (08:31) Start
4 SBS Rätselheft (03:18) Start
5 Mit Freunden spenden (04:50) Start
6 Buchpatenschaft (09:40) Start
7 Who's who. Roswitha Borer Amoroso (03:24) Start
8 SBS Märchenbücher (02:25) Start
9 Tag der offenen Tür 2020 (00:30) Start

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns.

Porträt Martin Orgler
Martin Orgler

Gerne sind wir für weiterführende Informationen für Sie da.

Telefon
+41 43 333 32 32
E-Mail
spenden@sbs.ch
Montag – Freitag
08.00 – 12.15 und 13.15 – 17.00