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dialog Nr. 48, April 2026

Happy Days mit Braille

Interview. Adrian Berger hat eine Krankheit, die sehr selten ist und unter anderem zu Sehverlust führt: das MELAS-Syndrom. Erfahren Sie, wie er damit umgeht!

Nik Hartmann. Der Moderator der Sendung Happy Day ist seit Jahren im Patronatskomitee der SBS. Warum er sich engagiert, erfahren Sie im Interview.

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Wenn Sie diese neue dialog-Ausgabe in den Händen halten, bin ich bereits weitergezogen. Über 13 Jahre lang habe ich Sie an dieser Stelle darüber informiert, wie die SBS Ihre grosszügigen Spenden einsetzt und was Sie mit Ihrer wertvollen Unterstützung bei unseren Bibliotheksnutzerinnen und -nutzern Gutes bewirken.

Interessante Lebensgeschichten zeigen auf, was es für die porträtierten Menschen bedeutet, wenn sie barrierefreie Medien ausleihen können und wie sich ihr Alltag dadurch positiv verändert. So werden Sie in der heutigen dialog-Ausgabe bestimmt von der Begeisterung des jungen Adrian angesteckt, der im Interview lebhaft berichtet, wie er das Braillelesen gelernt hat und was seine Zukunftsträume sind.

Während 13 Jahren durfte ich auch immer meine tief empfundene Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Ihre Spendentreue ist keine Selbstverständlichkeit. Entsprechend war es mir immer ein grosses Anliegen, dass die Mittel zielgerichtet und verhältnismässig eingesetzt werden. Dafür habe ich mich täglich engagiert, das war ich Ihnen schuldig.

Deshalb freue ich mich, Ihnen heute Alice Di Nolfi als meine Nachfolgerin vorstellen zu dürfen. Sie übernimmt die Aufgaben mit der gleichen Begeisterung und eben solchem Pflichtgefühl.

Zufällig liegt mein neuer Arbeitsplatz genau ein Stockwerk über der Jesuitenbibliothek. Beim Anblick der vielen, teils antiken und sehr seltenen Buchausgaben läuft mir ein wohliger Schauer den Rücken herunter – und ich freue mich über die Gewissheit, dass die Fachleute der SBS selbst so besondere Buchexemplare in eine für Menschen mit Sehbehinderung lesbare Form bringen können.

Zum letzten Mal möchte ich mich sehr herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie die SBS und damit die vielen Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer finanziell unterstützen. Sie helfen mit, dass sich Menschen mit einer Sehbehinderung, unabhängig von ihren Zielen und Träumen, dank Zugang zu Medien möglichst selbständig und selbstbestimmt in der Gesellschaft bewegen können.

Herzlich
Ihr Daniel Kunz, Stv. Geschäftsführer

Interview

Ich möchte Lehrer für Brailleschrift werden.

Auf Adrian Berger (23) wurden wir durch einen Beitrag der SRF-Sendung Happy Day aufmerksam. Darin erzählte er von seiner Erkrankung und seinen Problemen mit den Augen, aber auch von seiner grossen Begeisterung für Irland und seinem Traum, dort einmal hinreisen, das Meer sehen und Dudelsack spielen zu können. Ich durfte ihn im verschneiten Kandertal besuchen, wo er mit seiner Familie lebt.

Adrian Berger

Ulle Bourceau: Wie sieht dein Alltag zurzeit aus?

Adrian Berger: Vor kurzem habe ich meine Stelle als Sesselflechter gekündigt. Ich konzentriere mich nun auf die Musik und übe viel, um schnell Fortschritte zu machen.

Welche Instrumente spielst du, und welches Instrument übst du gerade besonders?

Im Moment hauptsächlich die Akkordzither. Und nebenbei spiele ich – ein bisschen weniger engagiert – die Tin-Whistle-Flöte.

Was ist aus deinem Traum, den Dudelsack spielen zu können, geworden?

(Adrian lacht) Der folgt noch! Ein renommierter Dudelsacklehrer hat mir eine Tin-Whistle-Flöte geschenkt und mir geraten, diese zuerst zu lernen.

Beschreibe uns bitte deinen bisherigen beruflichen Werdegang!

Ich habe nach der Schulzeit eine Lehre als Montage-Elektriker gemacht, musste aber wegen meiner Sehbehinderung kurz vor der Lehrabschlussprüfung aufhören. Ich habe mich dann in Basel neun Monate lang umschulen lassen. Danach bin ich nach Bern gegangen und habe in einer Ses-selflechterei gearbeitet. Dort ging es nicht um eine Ausbildung, sondern darum, das Arbeiten zu lernen. Ich war dort fest angestellt.

Du konntest als Kind und Jugendlicher noch gut sehen. Wann hast du festgestellt, dass etwas nicht stimmt?

Das war im November 2020, nachdem ich 18 geworden bin. Damals ist auf dem linken Auge ein feiner Nebel aufgetreten. Ich habe dann auch bemerkt, dass ich beim Arbeiten immer näher an die Sachen heranmusste, um sie zu sehen.

Hast du zuerst gedacht, du brauchst einfach eine Brille?

Ja, ich bin gleich zum Augenarzt gegangen. Es hat sich dann aber schnell herausgestellt, dass eine Brille nicht helfen wird.

Kannst du beschreiben, wie du siehst?

um einen bin ich sehr kurzsichtig, und ich kann Pigmente nicht mehr sehen. Es ist etwas schwierig, das zu definieren. Besser sehe ich in der Peripherie des Gesichtsfeldes. In der Mitte habe ich mehrere Flecken, wo der Nebel stärker ist.

Hat sich das verändert?

Am Anfang ist es ungefähr ein halbes Jahr lang stetig schlimmer geworden. Seitdem ist es einigermassen stabil.

Musst du Angst haben, ganz zu erblinden?

Das kann man nicht wirklich voraussagen. Die Krankheit, die ich habe, heisst MELAS-Syndrom. Sie ist sehr selten und vieles ist noch ein Rätsel. Ich bin der erste MELAS-Patient am Inselspital.

Musst du Medikamente nehmen?

Mir wurde nicht viel angeboten. Da weiss man noch zu wenig über die Krankheit. In den USA werden Studien gemacht. Ich bin daher nun auf einer internationalen Liste, falls man irgendwann einmal etwas herausfindet.

Adrian Berger

Gibt es für dich auch positive Veränderungen seit deiner Sehbehinderung?

Ich habe vieles entdeckt, was mich sehr interessiert, was ich sonst nicht kennen gelernt hätte. In erster Linie die Brailleschrift, aber auch das Sesselflechten. Ich habe mich durch all das verändert – in eine positive Richtung. Ich bin selbst bewusster und mutiger geworden. Ich gehe eher auf Leute zu und bin offener. Davor war ich nicht so kommunikativ und habe mich eher zurückgezogen.

Ich hätte erwartet, dass man sich, wenn man so eine Veränderung mitmacht, eher zurückzieht. Bei dir ist genau das Gegenteil der Fall.

Ja, zum Beispiel ist mir das Leben jetzt mehr wert als vorher. Davor hatte ich nur geringe Chancen, in etwas gut zu sein oder auch bekannt zu werden. Im kleinen Kreis von hauptsächlich Sehbehinderten habe ich vieles gefunden, was mir sehr gefällt.

Du treibst jetzt auch Sport und spielst Showdown beziehungsweise Tischball. Das ist ein rasantes Spiel für blinde und sehbehinderte Menschen. Was ist an diesem Kreis so besonders?

Man hat natürlich ähnliche Probleme. Davor bin ich zum Beispiel nicht in Vereinen und insgesamt nicht besonders gesellig gewesen. In diesem neuen Kreis gehört man irgendwie zusammen. In meiner jetzigen Situation habe ich das Gefühl, dass ich mehr bewirken und mehr Leuten helfen kann.

Und warum konntest du das vorher nicht? Weil es dir nicht so bewusst war?

Ja, zum einen habe ich das weniger gesehen, zum andern braucht man auch die Kontakte dafür. Seit ich sehbehindert bin, hat sich vieles von selbst ergeben. Zum Beispiel bin ich jetzt im SBV (Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband) aktiv. Es war ein Zufall, dass ich dort jemanden kennengelernt habe, der mich in den Sektionsvorstand gebracht hat.

Was ist weiterhin schwierig

ehr schwierig ist die psychische Belastung. Es gibt natürlich viele Sachen, die ich nicht kann. Irgendetwas, das man unbedingt sehen will. Oder auch das Thema Mobilität: Früher war ich flexibler, ich konnte Töff oder Auto fahren. Oder wenn ich abends ausgehen will, dann muss mich entweder jemand fahren oder ich muss laufen – von meinem Wohnort hier ist man zu Fuss nicht so schnell im Dorf …

Glaubst du, einiges wäre leichter, wenn du in der Stadt wohnen würdest?

Es wäre anders. Wenn ich nicht so ein gutes Umfeld hätte, zum Beispiel meine Eltern, könnte ich vieles, was mir guttut, nicht machen. Dafür bin ich sehr dankbar. Und auch, dass ich hier wohnen kann. Das gibt mir sehr viel. Viele haben mich gefragt, warum ich einen derart weiten Weg auf mich genommen habe, als ich in Bern als Sesselflechter tätig war. Andere haben mir nach der TV-Sendung, in der unser Haus zu sehen war, geschrieben, dass sie jetzt verstehen, warum ich das mache.

Wie war es für dich, als du das erste Mal mit dem Langstock durchs Dorf gegangen bist? War dir das unangenehm? Gab es Reaktionen?

Mit dem Langstock bin ich zuerst in Thun unterwegs gewesen. Als ich dann hier im Dorf unterwegs war, haben mich viele Leute, die von meiner Sehbehinderung noch nicht gewusst haben, darauf angesprochen. Sie wollten wissen, was das ist und was überhaupt los sei. Mir ist aufgefallen, dass die Leute mehr gegrüsst haben. Ansonsten gab es keine grossen Reaktionen. Von anderen Sehbehinderten weiss ich aber, dass es bei ihnen anders war. Peinlich ist mir der Langstock nie gewesen. Ich habe ihn von Anfang an gerne gebraucht.

Adrian Berger

Wie lang hat es gedauert, bis du dich im Alltag zurechtgefunden hast?

Am Anfang habe ich mich ohne Stock orientiert. Das ging gar nicht so schlecht. Vor dem weissen Stock habe ich einen normalen Holzstock benutzt, wenn ich irgendwo war, wo ich mich nicht so gut auskannte. Bis man so ein paar Kniffe herausgefunden hat, geht es halt einen Moment. Aber das meiste habe ich schnell gelernt. Um mit dem Stock richtig umzugehen, habe ich vielleicht einen Monat gebraucht.

Du hast mir gesagt, dass du von der Brailleschrift so fasziniert warst und deswegen überhaupt erst angefangen hast, Bücher zu lesen. Wie lange hast du gebraucht, bis du die Brailleschrift lesen konntest?

Um wirklich flüssig zu lesen, brauche ich schon noch ein wenig Zeit. Wie die Wörter in Vollschrift geschrieben werden, habe ich innerhalb von etwa zwei Jahren gelernt.

Was liest du gerade?

Einen Roman von Frank Schätzing: «Der Schwarm».

Das ist ein Buch mit sehr vielen Seiten. Wie lange bist du da schon dran?

Ich habe zum Bücherlesen nicht immer gleich viel Zeit. Deswegen musste ich meine Ausleihe auch schon verlängern.

Es gibt ja inzwischen sehr viele, auch digitale Hilfsmittel. Warum ist dir das Braillelesen trotzdem so wichtig?

Hörbücher zum Beispiel habe ich parallel gehört, während ich die Brailleschrift gelernt habe. So konnte ich einfachere Wörter gleichzeitig in Braille lesen. Als ich das dann konnte, habe ich fast ganz aufgehört, Hörbücher zu hören. Das ist ein fortlaufendes Training. Ich lerne heute noch dazu; vor allem das Lesen wird immer schneller.

Und was findest du am Lesen in Brailleschrift besser als am Hörbuch hören?

Ich finde es sehr entspannend, mit den Fingern über die Punkte zu gleiten. Und wenn ich so richtig im Fluss bin in der Regel mit geschlossenen Augen – dann stellt sich wie beim Musikhören so etwas «Drehendes» ein. Dann kann ich in der Geschichte versinken. Zudem kann ich, wenn ich ein Wort nicht verstanden habe, zurückgehen und es noch einmal lesen. Wenn ich ein Wort gar nicht kenne, setze ich mit der Büroklammer ein Lesezeichen und schaue am Handy oder im Internet, was das heisst.

Liest du gelegentlich auch auf der Braillezeile?

Ein E-Book habe ich noch nicht auf der Braillezeile gelesen. Das gehört aber zu den Dingen, die ich demnächst ausprobieren will. Im Moment benutze ich die Braillezeile bei Texten, mit denen ich noch etwas machen muss. Wenn ich zu einem bestimmten Punkt springen will, zum Beispiel. Oder wenn ich mich darauf konzentrieren muss, ob sich ein Wort richtig anhört. Die Braillezeile verwende ich eher zum Arbeiten und Anwenden, die Brailleschrift auf Papier vor allem zum Abtauchen.

In deiner ersten Lehre hast du Montage-Elektriker gelernt. Den Beruf musstest du aufgeben. Hast du ein neues berufliches Ziel?

Jetzt ist mein nächstes grösseres Ziel, Lehrer für Brailleschrift zu werden.

Das ist ja super! Und was sind die nächsten Schritte? Wie wird man Braillelehrer?

Das Nächste ist eine Aufnahmeprüfung, die ich bestehen muss. Danach hätte ich über ein Jahr verteilt zwölf Kurstage und am Ende eine Abschlussprüfung. Auch würden mir andere Braillelehrer zeigen, wie ihr Unterricht funktioniert.

Man merkt, dass du ein taktiler Mensch bist. Deine erste Ausbildung, die Zeit als Sesselflechter, das Spielen der Akkordzither: Hast du besonders talentierte Fingerspitzen?

Ja, irgendwie ist das mein Ding. Das Sesselflechten zum Beispiel. Das hat auch gepasst, weil ich antike Sachen mag. Das würde ich auch gerne nebenbei weitermachen, wenn jemand danach fragen würde.

Was hat sich durch die Happy-Day-Sendung verändert? Wirst du auf der Strasse erkannt? Hast du schon Autogramme geben müssen?

Ja, es gab viele Reaktionen und Rückmeldungen von Leuten, die ich kenne, aber auch von Unbekannten. Es haben sich neue Kontakte ergeben. Das Verrückteste war, als mich am Bahnhof jemand gefragt hat, ob er mit mir ein Foto für seine Frau machen könne. Einige Kontakte sind auch für meine Musikkarriere gut. Zum Thema Irland habe ich jetzt Kontakt zu mehreren Leuten, die meine Begeisterung für das Land und die Musik teilen – Dudelsackspieler zum Beispiel. Ich habe inzwischen schon einige Interviews gegeben, auch im Radio.

Du bist seit mehreren Jahren bei der SBS angemeldet. Wusstest du, dass es ausser Braillebüchern auch noch andere Braillemedien gibt?

Ja, das habe ich so nach und nach mitbekommen. Am Anfang war mir das weniger bekannt. Aber inzwischen habe ich auch schon einiges ausprobiert.

Du konzentrierst dich jetzt vermehrt auf deine Musik und könntest also auch Braillenoten ausleihen?

Ja, das ist toll! Auch dass man sich Bücher wünschen kann, finde ich grossartig. Die SBS hat ein super Angebot – die Vielfalt der Bücher, die man ausleihen kann! Ich war am Anfang sehr erstaunt, dass es so eine Bibliothek gibt und dass man da eigentlich mehr oder weniger alles bekommen kann. Aber auch, dass ein Buch manchmal extra gedruckt wird, wenn sich das jemand wünscht.

Herzlichen Dank, Adrian, dass ich ein bisschen in deine Welt eintauchen durfte. Das ist für mich wirklich ein Geschenk.

Nik Hartmann

Am Telefon: Nik Hartmann. An diesem sonnigen Morgen kommt er gerade von einem Fotoshooting am Zugersee und ist mit seinem Hund Oshkosh unterwegs zurück nach Hause in Buonas. Dort lebt er mit seiner Frau Carla und seinen drei Kindern. Ein untypischer Tag für Nik Hartmann, den Moderator der Samstagabendsendung Happy Day beim Fernsehen SRF: Heute hat er ausnahmsweise frei und feiert mit seinem Vater und 70 Eingeladenen dessen 80. Geburtstag.

Nik Hartmann

Was würde Ihnen fehlen, wenn Sie blind wären?

Die Weite, das Panorama, der Horizont, die Dynamik der Landschaft, die Stimmungen, das Wetter und das Licht, das würde mir extrem fehlen.

Wie kam es zu dem Happy-Day-Ausflug mit Adrian Berger nach Irland?

Ein Kollege von Adrian hat Happy Day kontaktiert. Jemand wie Adrian, der bis vor kurzem noch voll im Leben gestanden ist, der das Meer noch nie gesehen hat, der die irische Musik über alles liebt, nun aber zunehmend erblindet, der hat es doch verdient, einen solchen Happy-Day-Moment zu erleben. Die Geschichte hat das Happy-Day-Team sehr berührt, und so haben wir die Reise nach Irland ermöglicht.

War die Begegnung mit Adrian Ihre erste Fernseherfahrung mit sehbehinderten Menschen?

Nein, bereits 2012 bin ich mit dem fast blinden Skilehrer Jean-Louis Raymond vom Vallée de Joux auf den Dent de Vaoulin gestiegen.

Sie sind schon viele Jahre Mitglied im Patronats-komitee der SBS. Was ist Ihre Motivation für dieses Engagement?

Als Person von öffentlichem Interesse fällt mir in gewissem Masse gesellschaftliche Relevanz und Verantwortung zu. Ich kann als Übersetzer von Themen und für Interessengruppen fungieren, die sonst weniger Aufmerksamkeit bekämen.

Können Sie uns Ihre drei Lieblingsbücher nennen?

«Homo Faber» von Max Frisch, «Die dunkle Seite des Mondes» von Martin Suter, «22 Bahnen» von Caroline Wahl.

Gibt es ein Buch über Nik Hartmann?

Nein, aber ich habe während meiner Zeit als Wanderer für SRF mehrere Sachbücher verfasst.

Die SBS engagiert sich für die Zugänglichkeit von Medien für Blinde und Sehbehinderte. Würden Sie eines Ihrer Bücher als Autor für die SBS lesen?

Sicher, das würde ich gerne machen.

Welches sind die Erfolgsfaktoren der Samstagabendsendung Happy Day?

Unmittelbarkeit und Nähe auf Augenhöhe mit allen auftretenden Personen. Eine Neuinterpretation von Show ohne hierarchisches Gefälle zwischen Moderation und Gästen. Eine Bühne für alle! Es sind ja häufig Menschen mit Schicksalsschlägen, die auf Anregung von Zuschauerinnen und Zuschauern gefunden und gefeiert werden. Eine Sendung, die vermutlich typisch für die Schweiz ist. Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Welches Erlebnis hat Sie in Ihrem Leben am meisten geprägt?

Als erstes fallen mir die Wochenenden als Kind bei meinen Grosseltern ein. Dort sassen jeweils viele Menschen mit am Tisch, Freunde und Bekannte der Familie, Verwandte, und das hat sich bei meinen Eltern weitergezogen. Diese Momente, wo viele Leute am Tisch sassen, die haben mich geprägt: essen, trinken, Geschichten erzählen und zuhören! Das ist in meiner Familie auch heute noch so.

Danke, Nik Hartmann, für Ihre Zeit, Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Engagement im Patronatskomitee der SBS.
Sabine Trieloff.

Hörzeitschriften

Einfach abonniert – aktuell informiert

Das Hörbuchstudio der SBS gleicht einem Bienenstock: Neun Aufnahmestudios reihen sich wie Waben aneinander. Doch statt Summen und Brummen ist konzentriertes Vorlesen zu hören. Jährlich leihen professionelle Sprecherinnen und Sprecher hier rund 600 Büchern ihre Stimme. Weniger bekannt ist, dass die SBS neben Hörbüchern auch Hörzeitschriften produziert.

Hörbuchstudio der SBS

Die Kundinnen und Kunden der SBS können aus sechzehn unterschiedlichen Hörzeitschriften auswählen, darunter so bekannte Titel wie «Gesund- heitstipp», «Beobachter», «GEO» oder «Betty Bossi Zeitung», ein Angebot, das blinden und sehbehinderten Men- schen den barrierefreien Zugang zu aktuellen Informationen und vielfältigen Themen ermöglicht. Die «Betty Bossi Zeitung» sowie der «dialog» sind auch in Braille gedruckt verfügbar. Das Themenspektrum der Hörzeitschriften ist breit gefächert und berücksichtigt die Interessen der Zielgruppen. So gehört auch das «Hundemagazin» zum Angebot, das für Menschen mit Blindenführhund besonders interessant ist.

Die Hörzeitschriften der SBS können als CD per Post oder online bezogen werden. Mit einem Online-Abonnement lassen sie sich neu auch über die Apps «SBS Leser Plus» und «Dolphin EasyReader» herunterladen oder online abspielen. Diese Option vereinfacht die mobile Nutzung erheblich und erhöht die Flexibilität im Alltag. Diana Kraner, Mitarbeiterin und Kundin der SBS, bestätigt dies aus eigener Erfahrung. Am liebsten höre sie ihre Zeitschriften beim Abwaschen, Zugfahren oder zum Entspannen auf dem Sofa. Besonders schätze sie das werbefreie Hörerlebnis: «Bei den SBS-Hörzeitschriften gibt es keine Unterbrechungen – man kann ganz eintauchen.» Das erlaube ihr eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten. Das Hören empfinde sie als entspannend, vergleichbar mit einem Podcast, jedoch mit klarer Struktur und anpassbarer Vorlesegeschwindigkeit.

Die SBS produziert alle Hörzeitschriften in einer barrierefreien Struktur, im sogenannten DAISY-Format. Diese Struktur ermöglicht eine präzise Navigation durch einzelne Rubriken oder hin zu bestimmten Artikeln. Nutzerinnen und Nutzer entwickeln nämlich ihre eigenen Navigationsstrategien.

Diana lässt sich gerne vom Inhalt überraschen: «Ich höre mir nie das Inhaltsverzeichnis an», erklärt sie, «für mich ist die Hörzeitschrift wie eine Wundertüte.» Dafür springt sie dann gezielt zwischen Beiträgen hin und her, um zu entscheiden, was sie sich ganz anhören möchte. Die wiederkehrenden Rubriken in jeder Ausgabe schaffen dabei Orientierung und Vertrautheit.

Damit eine Hörzeitschrift kurz nach der Printausgabe verfügbar ist, produziert die SBS die Magazine in Heimlesung. Möglich wird das durch eine schlanke und leistungsfähige Technik. Für professionelle Aufnahmen genügen ein Laptop, ein Mikrofon, Kopfhörer und ein Controller. Seit über 20 Jahren liest Franz Szekeres das Magazin «Psychologie Heute» in Heimlesung ein. Besonders schätzt er dabei die Eigenverantwortung und Flexibilität. Mit einem Augenzwinkern bezeichnet sich Franz deshalb auch als gut informierten Psychologielaien.

Für Menschen wie Diana sind Hörzeitschriften weit mehr als nur eine Informationsquelle – sie sind ein Stück Lebensqualität, eine Möglichkeit zur Weiterbildung und eine entspannende Auszeit vom Alltag. Bei Fragen zu Hörzeitschriften gibt der Nutzerservice der SBS gerne Auskunft, Telefon 043 333 32 32. Weitere Informationen sind unter sbs.ch verfügbar.
Alexandra Just

200 Jahre Braille

Unverzichtbar wie noch nie

Das 200-Jahr-Jubiläum der Brailleschrift bot der Erfindung von Louis Braille im vergangenen Jahr eine grosse Bühne und schenkte der Schrift die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Die SBS nutzte diese Gelegenheit und zeigte in diversen Veranstaltungen, wie vielseitig die Brailleschrift ist und welche Bedeutung sie für blinde und sehbehinderte Menschen hat.

Der Tag der offenen Tür der SBS stand unter dem Motto «Punkte, die Geschichte(n) schreiben». Er ermöglichte den Besucherinnen und Besuchern auf unterschiedliche Art spannende Einblicke in die Welt der Brailleschrift. Die SBS organisierte auch mehrere Braille-Workshops, in denen die Teilnehmenden die Schrift selbst ausprobieren konnten. Führungen durch die Produktion zeigten, wie unterschiedliche Braillemedien entstehen. In Zürich und Basel fanden zudem Dunkellesungen statt. Das 200-Jahr-Jubiläum bot neben spannenden Inhalten zahlreiche inspirierende Begegnungen, die bleibende Eindrücke hinterlassen haben. Eine dieser spannenden Begegnungen fand mit Prof. Dr. Fabian Winter von der Hochschule für Heilpädagogik Zürich (HfH) statt. Lesen Sie im Folgenden einige Auszüge aus dem Interview. Das gesamte Interview finden Sie unter:
https://www.sbs.ch/ueber-uns/200-jahre-braille/interview-mit-prof-dr-fabian-winter

Herr Prof. Winter, welche Bedeutung hatte die Einführung der Brailleschrift im 19. Jahrhundert?

Mit der Gründung der ersten Blindenschule begann auch die Suche nach einer geeigneten Schrift für Menschen mit Blindheit. Den entscheidenden Durchbruch brachte Louis Braille: Seine Punktschrift liess sich nicht nur viel leichter ertasten, sondern auch selbstständig mit Tafel und Stichel schreiben. Damit wurde erstmals der vollständige Zugang zur Schrift möglich.

Heute gibt es Sprachausgaben und Hörbücher. Ist Braille nicht überflüssig geworden?

Unsere Forschung zeigt das Gegenteil. Die grosse Mehrheit ist überzeugt, dass Braille auch im digitalen Zeitalter unverzichtbar bleibt. Wichtig: Es geht nicht um ein Entweder-oder. Die meisten kombinieren Braillezeile mit Sprachausgabe und nutzen auch Hörbücher. Gerade diese Mischung eröffnet die grössten Möglichkeiten.

Welche Rolle spielt Braille im digitalen Alltag?

Noch nie war Braille so einfach und flexibel verfügbar wie heute. Dank Braillezeilen ist Schrift nicht mehr nur auf Papier zugänglich, sondern in Echtzeit auch elektronisch. Das erleichtert den Zugang zu Informationen erheblich und bietet zugleich viele neue Möglichkeiten. Texte können geschrieben, korrigiert und bearbeitet werden.

Welche Bedeutung hat Braille für die Selbstständigkeit und Identitätsbildung blinder Menschen?

Die Brailleschrift steht seit jeher für Selbstbestimmung und Emanzipation. Als einziges taktiles Schriftsystem eröffnet sie den Zugang zu Bildung und zur schriftlichen Kommunikation. Die Möglichkeit, eigene Gedanken zu verschriftlichen, Literatur selbstständig zu lesen und sich darüber mit anderen auszutauschen, wirkt identitätsstiftend.

Was wünschen Sie sich von Politik, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft?

Es soll klar sein, dass jedes Kind mit Blindheit das Recht auf einen freudvollen, spannenden Schriftspracherwerb in Braille hat. Zugleich sollte Brailleschrift im öffentlichen Raum präsenter sein: auf Produkten, im öffentlichen Verkehr und in Einrichtungen. Vor allem aber muss sie als das anerkannt werden, was sie ist: ein unverzichtbarer Bestandteil einer inklusiven Gesellschaft.

Und was wünschen Sie der SBS?

Die SBS hat sich in über 120 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und ist stets mit der Zeit gegangen. Sie wird deshalb weiterhin als Zentrum für barrierefreies Lesen gebraucht. Ich wünsche mir, dass sie ein Ort der Lesefreude, der Teilhabe und der inklusiven Bildung bleibt.

Jana Bizer, Martin Orgler

Anlassspenden

Gemeinsam Gutes tun

Immer wieder überraschen uns Vereine, Schulen und Firmen mit Sammelaktionen zugunsten der SBS, und somit zugunsten blinder und sehbehinderter Menschen. Dies oft in Zusammenhang mit einem Anlass, einem Geburtstag oder einem Jubiläum. Drei dieser schönen Initiativen, die im vergangenen Jahr für uns Spenden gesammelt haben, stellen wir hier gerne vor.

Die Kantonsschule Schüpfheim stellte zwei Projekttage unter das Motto «200 Bücher». Die Schülerinnen und Schüler konnten ihr Lieblingsbuch mitbringen. Mit grosser Begeisterung wurden diese gelesen und diskutiert. Das Programm ergänzt hat eine unterhaltsame Buchversteigerung zugunsten der barrierefreien Buchproduktion der SBS.

Der Frauenbund Mühlau organisierte einen Suppentag. Zur feinen Bündner Gerstensuppe gab es Würstchen und Brot. Ausserdem verzauberten die Frauen von Mühlau das Publikum mit einem bunten, verlockenden Kuchenbuffet. Ein Marionettentheater sorgte als weiteres Highlight für grosse Begeisterung. Den Erlös aus diesem geselligen Anlass hat der Frauenbund der SBS gespendet.

Die Organisatorinnen der Erzählnacht der Schule Scherr in Zürich verbanden den gelungenen Anlass, der die Leselust fördern sollte, mit einer karitativen Aktion und sammelten Spenden für die Buchproduktion der SBS zugunsten blinder und sehbehinderter Menschen. Bereits seit 2009 wird der Abend mit Lesungen, Geschichten und einer Cafeteria jeweils im Herbst im Rahmen der Schweizer Erzählnacht durchgeführt.

Herzliche Gratulation und ein grosses Dankeschön für diese wunderbaren Aktionen. Sie ermöglichten der SBS, vielen blinden und sehbehinderten Menschen Bücher in für sie zugänglichen, barrierefreien Formaten bereit zu stellen.

Möchten auch Sie mit Ihrer Schule, Ihrem Arbeitgeber oder Ihrem Verein eine Spendenaktion zugunsten unserer Blindenbibliothek starten?
Mehr Informationen dazu finden Sie unter: sbs.ch/anlassspenden.

Buchpatenschaft

Bahn frei für Ihre Buchpatenschaft

Mit einer Buchpatenschaft von 4000 Franken übernehmen Sie die Produktionskosten eines Buchs als Hörbuch oder in Blindenschrift. Auf Wunsch werden Sie dabei namentlich erwähnt. Empfehlen Sie uns Ihr Lieblingsbuch, oder lassen Sie sich von unseren Vorschlägen inspirieren! Mit Ihrem grossen Engagement tragen Sie persönlich zur Inklusion von blinden und sehbehinderten Menschen bei.

Weitere Informationen: sbs.ch/buchpatenschaft

Haben Sie Fragen?
Ich bin gerne für Sie da.

Tashi Shitsetsang
Telefon 043 333 32 32 E-Mail spenden@sbs.ch

Nachfolgende Bücher konnte die SBS dank Patenschaften als Hör- oder Braillebuch realisieren:

Hörbuch, ermöglicht von einem Spender

Olli Jalonen
Die Kunst, unter Wasser zu leben
London, 1688: Der von St. Helena stammende Angus steht in den Diensten des Universalgelehrten Edmond Halley. Dessen aktuelles Interesse gilt dem Leben unter Wasser, und Angus ist der Erste, der mit einer Tauchglocke in der Themse tauchen darf. Angus geniesst nicht nur Halleys Vertrauen, sondern fühlt sich sogar – beinahe – als Teil der Familie. Ein faszinierender historischer Roman, der viel über die Zeit der Aufklärung erzählt.

Hörbuch, ermöglicht von Barbara Drotschmann

Ladina Bosshard
Dr chlii Prinz
Der weltweite Klassiker von Antoine de Saint-Exupéry, erstmals in Glarner Dialekt gesprochen: Aus der einsamen Welt der Planeten gelangt der kleine Prinz auf die Erde, wo er Freundschaft sucht und findet. Ein poetisches Märchen für Erwachsene, das nachdenklich stimmt.

Braillebuch, ermöglicht von einer Spenderin

Donato Carrisi
Haus des Vergessens
Ein zwölfjähriger Junge wird allein und verstört in einem Wald aufgefunden. Offenbar handelt es sich um den seit Monaten als vermisst gemeldeten Nico. Doch der Junge bleibt stumm. Der renommierte Kinderpsychologe Pietro Gerber soll Nico mittels Hypnose zum Sprechen bewegen und fördert schliesslich ein schockierendes Geständnis zutage. Ein spannender wie beunruhigender Psychothriller.

Hörbuch, ermöglicht von einem Spender

Martta Kaukonen
Traumatisiert
Vier Jahre nach ihrer Therapie glaubt Ira, die Dämonen der Jugend besiegt zu haben. Inzwischen arbeitet sie als Reporterin. Während Helsinkis Chefermittlerin Kerttu kurz vor der Pension steht, taucht das Tagebuch eines Mörders auf – er plant bereits seine nächste Tat. Es sterben Menschen am Rande der Gesellschaft, und niemand schöpft Verdacht. Ausser Kerttu und Ira. Doch weiss Ira mehr, als sie zugeben will?

Hörbuch, ermöglicht von Regula Schumacher

Francesca Melandri
Kalte Füsse
Ein unerschrockenes Buch über das, was der Krieg gestern wie heute in Körpern und Köpfen anrichtet, über das Erzählen als Überlebenskunst – und über unsere historische Pflicht, die Stille zum Sprechen zu bringen.

Hörbuch, ermöglicht von Heidi Nisslé

Léonie d'Aunet
Reise einer Frau in die Arktis
1839 setzt die 19-jährige Léonie d’Aunet durch, dass sie als einzige Frau an einer Expedition teilnehmen kann. Die Reise führt von Paris an die norwegische Küste und weiter durch klirrende Kälte und unter vielen Gefahren nach Spitzbergen. Ihre Eindrücke hält d'Aunet poin-tiert und voller Esprit in Notizen und Briefen fest.

Es liest: Oriana Schra

5 Fragen an Regula Schumacher

Regula Schumacher

Warum engagieren Sie sich bei der SBS?

Unsere Tochter hat vor 18 Jahren ihre Maturaarbeit über die Probleme sehbehinderter und blinder Menschen im Alltag geschrieben. Seither ist das Thema in unserer Familie präsent, glücklicherweise ohne dass wir selbst betroffen sind

Warum haben Sie eine Buchpatenschaft gewählt?

Ich bin pensioniert, lese seit meiner Kindheit sehr viel und kann mir finanziell eine Buchpatenschaft leisten. Ich gebe gerne etwas ab und spende am liebsten für Konkretes, von dem ich überzeugt bin, dass es anderen Menschen direkt zugutekommt.

Warum haben Sie sich für das Buch «Kalte Füsse» entschieden?

Viele von mir geschätzte Bücher sind bereits in der Bibliothek der SBS verfügbar, wie zum Beispiel «Ein Gentleman in Moskau», «Der Gesang der Flusskrebse», diverse Bücher von Elizabeth Strout, «Eva schläft» oder «Über Meereshöhe» von Francesca Melandri. Weil ich Francesca Melandris Bücher erst in den vergangenen zwei Jahren entdeckt habe, bin ich auf «Kalte Füsse» gekommen. Zudem ist diese Geschichte mit ihrem Bezug zum Krieg in der Ukraine leider sehr aktuell.

Was, denken Sie, ist für Blinde und Sehbehinderte in Zukunft wichtig?

Ich denke, dass alle Menschen mit einer Behinderung im Alltag wahrgenommen werden möchten. Unsere Gesellschaft muss daran arbeiten, Menschen mit einer Behinderung ohne Vorbehalt ernst zu nehmen, ihnen den Alltag so bequem wie möglich zu machen und sie zu integrieren.

Welche Bedeutung haben Bücher für Sie?

Bücher sind ein zentraler Inhalt meines Lebens. Sie sind meine liebste Freizeitbeschäftigung. Seit ich lesen kann, habe ich mir zum Geburtstag oder zu Weihnachten immer nur Bücher gewünscht. Es fasziniert mich, wie ein Autor, eine Autorin mit Sprache Atmosphäre schaffen kann. Mich in Geschichten zu versenken, ist für mich wie Kino im eigenen Kopf. Sogar während meines Studiums, als ich extrem viel Fachliteratur lesen musste, habe ich mich zwischen dem Lernen mit Lesen von Geschichten – ich erinnere mich an viele von Siegfried Lenz - belohnt.

Herzlichen Dank!

Martin Orgler

Who's who

Jürg Schlegel – Systembibliothekar

Jürg Schlegel - Systembibliothekar

Deine Aufgaben in der SBS?

Als Systembibliothekar bin ich zuständig für komplexere Aufgaben in der Bibliothek.

Deine Motivation, für die SBS zu arbeiten?

Die SBS bietet mir vielfältige Tätigkeiten und erlaubt viel Eigenständigkeit. Das schätze ich sehr. Weil wir eine überschaubare Organisation sind, kann ich viel beeinflussen.

Welche Eigenschaften schätzt du bei deinen Kollegen am meisten?

Dass wir gut miteinander auskommen und auch zusammen lachen können.

Und welches ist deine wichtigste Eigenschaft?

Kompetenz und breites Fachwissen.

Brauchst du Bücher, um glücklich zu sein?

Nein, aber sie können glücklich machen.

In welcher Form geniesst du Literatur?

Meistens auf meinem E-Reader, den ich immer dabei habe.

Welches Buch hat dich besonders geprägt und warum?

Als Pfarrerssohn war ich natürlich ein grosser Fan von Dürrenmatt. Mir gefiel seine Relevanz.

Welches Buch hast du zuletzt gelesen – und warum?

«Das grosse Spiel» von Richard Powers, das mir von einer SBS-Kollegin empfohlen wurde. Es geht um künstliche Intelligenz und das Meer mit seinen Bewohnern – The-men, die mich faszinieren.

Welches Buch würdest du selbst gerne schreiben?

Das überlasse ich lieber denjenigen, die das gut können.

Du kannst uns drei Bücher ans Herz legen:

«Trophäe» von Gaea Schoeters, «Fischmafia» von Eskil Engdal und «Rendezvous mit einem Oktopus» von Sy Montgomery.

Deine Lieblingsbeschäftigung neben Literatur?

Tauchen und mit meiner Frau gemütlich Serien schauen.

Dein liebstes Reiseziel?

Immer das nächste!

Dein nächstes Ziel in der SBS?

Die Jahresstatistik abschliessen.

Dein Lebensmotto?

Noch ist nicht aller Tage Abend.

In vier Sätzen:

Aufgewachsen bin ich in Winterthur. Nach dem Gymnasium habe ich eine Ausbildung zum Informations- und Dokumentationsspezialist in Carouge, Genf, absolviert. Anschliessend habe ich für Universitätsbibliotheken gearbeitet. Seit neun Jahren bin ich bei der SBS tätig.

SBS-Märchenbücher

Wertvolle Empathie

Spendenaktion der SBS: Die Märchenbücher der gebrüder Grimm

Die schöne Prinzessin im Märchen «König Drossel- bart» macht sich über alle Heiratskandidaten lustig und verspottet sie wegen ihrer Eigenheiten und kleinen Makel. Dafür wird sie von ihrem Vater bestraft – sie muss einen Bettler heiraten. Erst als sie selbst ganz unten und Spott und Hohn ausgesetzt ist, begreift sie, wie wichtig und wertvoll Empathie und Mitgefühl sind.

Sie, liebe Leserin, lieber Leser, beweisen mit Ihren Spenden immer wieder, dass Sie diese wichtigen Werte verinnerlicht haben. Blinde, seh- und lesebehinderte Menschen sind Ihnen dafür sehr dankbar.

Das Märchenbuch «König Drosselbart», illustriert von der bekannten Künstlerin Bernadette, wird im August 2026 erscheinen. Damit gibt die SBS bereits zum 67. Mal ein Märchen der Gebrüder Grimm heraus. Die Büchlein dieser Reihe sind nicht nur beliebte Sammelobjekte, sie sind auch ein wichtiges Standbein bei der Finanzierung der SBS.

Einige der Titel aus früheren Jahren können wir nachliefer

  • 2014 Der gestiefelte Kater
  • 2018 Das tapfere Schneiderlein
  • 2021 Hänsel und Grete
  • 2022 Der Wolf und die sieben jungen Geisslein
  • 2023 Brüderchen und Schwesterchen
  • 2024 Schneeweisschen und Rosenrot
  • 2025 Der Froschkönig

Ihre Bestellung nehmen wir gerne telefonisch entgegen: 043 333 32 32.

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Tag der offenen Tür

Der Bücherhafen hörbar - spürbar - lesbar

Einladung zum Tag der Offenen Tür
27. JUNI 2026 9 –16 UHR

Grubenstrasse 12, 8045 Zürich

www.sbs.ch/offenetuer

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dialog Nr. 47 Oktober 2025

dialog – das Magazin der SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte

Redaktionsleitung und Produktion: Martin Orgler, sbs.ch
Textredaktion und Beratung: trieloff kommunikation, trieloff.ch
Grafik Design und Layout / Illustrationen: JoosWolfangel, jooswolfangel.ch
Titelbild und weitere Fotos: Matthias Auer, auerfoto.ch; Margrit Niklaus (Foto: Peter Niklaus)

© SBS 2026

Verlag: SBS Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte
Grubenstrasse 12,
CH-8045 Zürich,
Telefon 043 333 32 32 043 333 32 32

www.sbs.ch,
E-Mail: spenden@sbs.ch

Spendenkonto: CH74.0900.0000.8000.1514.1

Der dialog ist auch in Formaten für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen verfügbar. Auskunft über Telefon 043 333 32 32 043 333 32 32 oder nutzerservice@sbs.ch

Aktuelle «dialog»-Ausgabe hören

dialog Nr. 48 (00:28) Start
1 Editorial (02:38) Start
2 SBS-Interview (13:36) Start
3 Nik Hartmann (4:26) Start
4 Hörzeitschriften (04:38) Start
5 200 Jahre Braille (05:17) Start
6 Anlassspenden (02:44) Start
7 Buchpatenschaft (05:14) Start
8 5 Fragen an Regula Schumacher (03:01) Start
9 Who's who (02:51) Start
10 SBS-Märchenbücher (01:59) Start
11 Tag der offenen Tür (00:33) Start

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Porträt Martin Orgler
Martin Orgler

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